Krise am Golf Gabriel kritisiert Isolation von Katar

Naher Osten in Niedersachsen: Bei einem Treffen mit dem Außenminister Katars in Wolfenbüttel mahnt Sigmar Gabriel Saudi-Arabien und die anderen Blockadestaaten zur Mäßigung - und fordert eine diplomatische Lösung.

Sigmar Gabriel und Mohammed Al-Thani
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Sigmar Gabriel und Mohammed Al-Thani


Sigmar Gabriel (SPD) hat die Blockade des Emirats Katar durch eine Reihe arabischer Länder um das Königreich Saudi-Arabien kritisiert. Diese Staaten sollten sich auf den echten Feind konzentrieren, sagte der Bundesaußenminister mit Blick auf den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Er hatte sich zuvor zu einem Gespräch mit Katars Außenminister Mohammed Al-Thani in Wolfenbüttel getroffen.

Saudi-Arabien und mehrere Verbündete in der Region hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend gekappt. Sie werfen Katar Verbindungen zu Terrororganisationen vor. Das Emirat ist seitdem in der Region weitgehend isoliert, der Landweg dorthin ist gesperrt, der Flugverkehr stark behindert.

Sigmar Gabriel "alarmiert über die Eskalation"

"Wir sind der festen Überzeugung, dass jetzt die Stunde der Diplomatie ist, dass miteinander gesprochen werden muss", sagte Gabriel. Bereits am Donnerstag hatte er in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt, er sei "alarmiert über die Eskalation der Lage und mögliche Folgen für die ganze Region."

Gabriel betonte am Freitag, jetzt müsse alles dafür getan werden, die See- und Luftblockade gegen das Emirat aufzuheben. Die Blockadeländer erinnerte er daran, dass viele Staaten der Region Organisationen unterstützt hätten, die gefährlich seien. Saudi-Arabien und die Türkei gehörten dazu.

Gabriel hob am Freitag hervor, dass Deutschland gute Beziehungen "zu allen Golfstaaten" pflege. Gemeinsam mit der US-Regierung, den europäischen Partnern und Staaten in der Region bemühe sich die Bundesregierung um eine Deeskalation.

Hier erfahren Sie alle Hintergründe zur Katar-Krise.

dop/AFP/Reuters

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
hm2013_3 09.06.2017
1. lieber mit Katar
als mit Saudi Arabien ? Ich würde lieber abwarten.
an-i 09.06.2017
2.
da hätte sich der ganze Krieg gegen Syrien nicht gelohnt... http://www.politico.com/magazine/story/2016/02/rfk-jr-why-arabs-dont-trust-america-213601?o=0 ... übersetzt... http://blogs.taz.de/datenscheich/2016/02/25/robert-f-kennedy-jr-zu-syrien/
j.oder 09.06.2017
3. Nichts damit zu tun
Das hat aber zufälligerweise nichts damit zu tun, dass "Katar" Grossaktionär bei VW (Wolffenbüttel, mit einem TDi von WOB aus geschenkt) und einer "deutschen" Bank ist und noch andere kleinere Aktienbestände in DE hält, oder der grösste Sultan aller Zeiten seine handverlesene Armee in Katar vertärkt ? High-End-Diplomatie made in Merkelandia.
claus_raemer 09.06.2017
4. Nachbarliche Beziehungen
Mit grosser Sorge ist zu sehen wie KSA, Bahrain und die VAE versuchen Katar in der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren.Dies geschah durch gezielt gestreute Falschmeldungen in den neuen Medien. Dies schadet dem Friedensprozess und dem Zusammenleben in der gesamten Golfregion. In Doha hat man vor einigen Jahren damit begonnen die Entwicklung Katars für die Zukunft durch die "Qatar National Vision 2030"zu definieren und diese auch umzusetzen. Ben Wisch sagte im Hinblick auf die Region am Persischen Golf: Gesellschaftlicher Wandel und friedliches Zusammenleben kann nur durch fairen Handel entstehen. Denn dies fördert das Verständnis unter den Nationen. Mein Eindruck ist, dass nicht alle Staaten in dieser Region nicht allzu sehr an einer Modernisierung ihrer Gesellschaft interessiert sind und diese diplomatische Krise dazu nutzen um Zwietracht unter Nachbarnationen zu säen, um von ihren internen Problemen abzulenken. Zu bemerken ist: Katar liefert ein Drittel der benötigten Energie um in Abu Dhabi die Süßwasseranlagen zu betreiben und steht trotz der aktuellen Situation zu seinen Lieferverträgen. Es ist zu wünschen dass sich Deutschland und die Europäische Union intensiv darum bemühen diese diplomatische Krise beizulegen. Deutschland und die Europäische Union sind dazu prädestiniert und können dazu beitragen dass nach der Lösung dieser diplomatischen Krise alle gemeinsam versuchen die wahren Probleme in der Golfregion zu lösen.
oalos 09.06.2017
5. .
Trump hat einen Riesen-Waffen-Deal mit den Saudis eingefädelt. Die doch sonst immer in Deutschland eingekauft haben! Es geht um deutsche Arbeitsplätze ! Diplomatie auf der arabischen Halbinsel ist ja gut, aber bitte auf gleicher Augenhöhe. Aufrüsten für eine sichere WM ! Jetzt ist der Moment, einen neuen Kunden zu gewinnen für Rheinmetall, Heckler u. Koch, MTU und Diehl. (Sarkasmus aus.)
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