Streit um Muslimbrüder Drei Golfstaaten ziehen Botschafter aus Katar ab

Gleich drei arabische Golfstaaten wollen ihre Botschafter so schnell wie möglich aus Katar zurückzuholen. Sie werfen dem Herrscherhaus in Doha die Unterstützung der Muslimbrüder und anderer islamistischer Organisationen vor.

Katars Herrscher (Archivaufnahme): Streit über Unterstützung der Muslimbrüder
REUTERS

Katars Herrscher (Archivaufnahme): Streit über Unterstützung der Muslimbrüder


Dubai - Diplomatische Krise am Golf: Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben beschlossen, ihre Botschafter rasch aus Katars Hauptstadt Doha abzuziehen.

Offiziell wurde der Schritt in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur der Emirate (WAM) damit begründet, Katar habe sich nicht an eine Vereinbarung der Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) vom vergangenen November gehalten. Die Kurse an der Börse in Doha fielen nach der Ankündigung um drei Prozent.

Hintergrund des Streits ist die Unterstützung des Herrscherhauses von Katar für die Bewegung der Muslimbrüder und andere islamistische Gruppen in Syrien, Ägypten und anderen Teilen des Nahen Ostens. Die Führung der VAE hatte sich zudem beschwert, nachdem der in Katar lebende prominente ägyptische Kleriker Jussif al-Karadawi im vergangenen Januar in einer Predigt gesagt hatte: "Die Emirate stellen sich gegen jede Form von islamischer Herrschaft, und sie sperren jeden ein, der damit sympathisiert."

Die Vereinbarung der Golfstaaten verbiete es den sechs GCC-Mitgliedern, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Mitgliedstaates einzumischen, heißt es in der Erklärung. Außerdem dürfe niemand Personen oder Organisationen unterstützen, die durch politische Aktivitäten oder über "feindlich gesinnte Medien" die Sicherheit eines GCC-Staates gefährdeten. Katar habe sich selbst nach einem Treffen der Außenminister des Rats in Riad am Dienstag geweigert, das Abkommen umzusetzen.

Es ist das erste Mal, dass es innerhalb des Golf-Kooperationsrats zu einem solchen Eklat kommt. Dem vor mehr als drei Jahrzehnten gegründeten, pro-westlichen Gremium gehören alle vier Staaten sowie Oman und Kuwait an.

als/dpa/Reuters



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