Kaukasus-Konflikt Russland zieht Truppen aus Georgien ab

Lange haben die russischen Streitkräfte ihren Rückzug hinausgezögert, jetzt halten sie sich an die Abmachung: Moskau hat mit dem Rückzug seiner Truppen aus Georgien begonnen.


Karaleti/Georgien - Sechs militärische Kontrollposten sind geräumt: Russland hat am Mittwoch mit dem kompletten Rückzug der in Georgien stationierter Truppen begonnen. Die sechs Militärposten befinden sich in der Pufferzone außerhalb der abtrünnigen Provinz Südossetien.

Ein russischer Soldat nahe des Kontrollpunktes Karaleti: Rückzug der Truppen aus den georgischen Pufferzonen
REUTERS

Ein russischer Soldat nahe des Kontrollpunktes Karaleti: Rückzug der Truppen aus den georgischen Pufferzonen

Präsident Dmitrij Medwedewsagte im französischen Evian, dass "heute bis Mitternacht die Friedenstruppen die Sicherheitszonen um Südossetien und Abchasien verlassen". Im Anschluss an die Konferenz wollten der russische Präsident und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy über den Friedensplan für Georgien sprechen.

Am Morgen verließ ein Konvoi aus mindestens zehn Lastwagen, fünf Panzern und einem gepanzerten Truppentransporter den größeren Kontrollpunkt in der Ortschaft Karaleti. Der Kontrollpunkt liegt an einer Straße zwischen der georgischen Hauptstadt Tiflis und Südossetien. Die Soldaten in Karaleti durchsuchten das Gelände nach Minen und planierten den Boden mit Bulldozern. Betonblöcke, die als Straßensperren dienten, waren am Morgen bereits entfernt.

Die Mitglieder der EU-Beobachtermission, die seit einer Woche in Georgien eingesetzt sind, überwachen den Rückzug der Truppen. Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters berichteten dagegen, einer der Posten sei nach wie vor von russischen Soldaten besetzt.

Die russische Regierung hat sich in dem Waffenstillstandsabkommen verpflichtet, alle "Pufferzonen" um Südossetien und Abchasien bis zu diesem Freitag (10. Oktober) zu räumen.

Außerdem müssen sich beide Seiten auf ihre Positionen vor dem fünftägigen Krieg im August zurückziehen. Moskau will allerdings rund 8000 Soldaten in den abtrünnigen Gebieten, die es bereits als unabhängig anerkannt hat, stationiert lassen.

pes/rtr/AP/AFP/dpa



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