Gaza/Jerusalem - Auch der Einsatz von Hillary Clinton war vergeblich. Die US-Außenministerin bemühte sich am Dienstagabend in Jerusalem bei Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um eine Waffenpause im Gaza-Konflikt. Doch alle Hoffnungen der internationalen Gemeinschaft auf eine Waffenpause haben sich bislang zerschlagen. Im Gegenteil: Israel und die Hamas steigerten ihre Auseinandersetzungen sogar noch.
Israelische Panzer und Kanonenboote feuerten auf Ziele im Gaza-Streifen, auch die Luftangriffe wurden fortgesetzt. Aus dem abgeriegelten Palästinensergebiet antworteten die militanten Kämpfer: Sie schickten mehr als 200 Raketen in den Süden Israels.
Die israelische Armee bestätigte weit mehr als 20 Einsätze in den Abendstunden. Unter anderem sei eine Einsatzzentrale der Hamas in einem Mediengebäude angegriffen worden, hieß es. Außerdem hätten Kampfflugzeuge am Dienstagabend Raketenabschussanlagen, Waffenlager und -Fabriken sowie Schmugglertunnel bombardiert.
Der US-Sender CNN berichtete am frühen Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen an einem Regierungsgebäude in Gaza-Stadt. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete den Beschuss einer Polizeistation in Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets.
Laut dem israelischen Nachrichtenportal Ynet schlugen am späten Abend erneut Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelischem Gebiet ein. Meldungen über Schäden oder Verletzte gab es nicht. Wie die Armee am Morgen mitteilte, wurden zwei weitere Geschosse, die auf dicht besiedeltes Gebiet aufgefeuert worden seien, in der Nacht abgefangen und zerstört.
Israel warnt Journalisten von Kontakt zu Hamas
Die israelische Armee forderte Journalisten im Gaza-Streifen auf, sich von Vertretern der Hamas oder deren Einrichtungen fernzuhalten. "Die Hamas, eine Terrorgruppe, wird sie als menschliche Schutzschilde benutzen", heißt es in einer über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Warnung. Die Kassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, wies die Anschuldigungen ebenfalls über Twitter zurück: "Wir haben nur israelische Soldaten, Kampfflugzeuge, Panzer und Stützpunkte im Visier."
Seit der blutigen Eskalation des Konflikts vor einer Woche kamen mehr als 130 Menschen im Gaza-Streifen und fünf Personen in Israel ums Leben. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.
Derweil ließen israelische Regierungsvertreter und Sprecher der Hamas über ägyptische Vermittler mitteilen, dass Hoffnung auf eine baldige Feuerpause bestehe. Allerdings sei das noch lange nicht sicher. Zuvor hatte ein Hamas-Sprecher erklärt, eine Einigung sei schon für den Mittwoch möglich. "Israel hat nicht auf einige Forderungen reagiert, was ein Abkommen verzögert hat", sagte er weiter.
Grundlage der Vereinbarung ist nach Informationen des israelischen Rundfunks, dass Vertreter Israels, Ägyptens und der USA die Waffenruhe überwachen. Wie es unter Berufung auf die Regierung in Jerusalem hieß, soll die Vereinbarung den Menschen im Süden Israels zumindest ein bis zwei Jahre Sicherheit vor Angriffen garantieren.
als/dpa/Reuters
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