Terror in Kenia Zehn Tote bei Doppelanschlag in Nairobi

Neue Anschläge in Kenia: Bei einem Doppelattentat in Nairobi sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Zuvor hatten britische Reiseveranstalter begonnen, Touristen aus dem ostafrikanischen Land auszufliegen.

Tatort Gikomba-Markt in Nairobi: Offenbar explodierten selbst gebaute Sprengsätze
REUTERS

Tatort Gikomba-Markt in Nairobi: Offenbar explodierten selbst gebaute Sprengsätze


Nairobi - Kenias Hauptstadt Nairobi ist von zwei schweren Explosionen erschüttert worden. Nach Angaben des staatlichen Katastrophenschutzes wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt.

Die erste Detonation ereignete sich auf dem belebten Gikomba-Markt in der Innenstadt, der zweite Sprengsatz explodierte in einem Kleinbus in der Nähe. Einige der Verletzten bluteten stark, sagte der Sprecher des Kenyatta-Krankenhauses, Simon Ithae. "Wir brauchen eine Menge Blut."

Ein Polizeisprecher sagte, vermutlich seien selbstgebaute Sprengsätze gezündet worden. Kenia wurde in jüngster Zeit immer wieder von Anschlägen erschüttert, für die zumeist die islamistische Terrorgruppe al-Schabab aus dem Nachbarland Somalia verantwortlich gemacht wurde.

Präsident Uhuru Kenyatta machte auch für die Detonationen ausländische Terroristen verantwortlich: "Terrorismus ist kein Übel, das in Kenia geboren wurde. Terrorismus ist ein weltweites Phänomen", sagte der Staatschef am Nachmittag in einer Pressekonferenz.

Kenias Regierung kritisiert Reisewarnungen

Schon vor den Explosionen hatten britische Reiseveranstalter am Morgen begonnen, Hunderte Touristen aus Kenia auszufliegen. Die Regierung in London hatte Reisenden zuvor geraten, nach Möglichkeit bestimmte Regionen des ostafrikanischen Landes zu verlassen. Auch die USA, Frankreich und Australien warnen vor Reisen nach in das Urlaubsland.

Kenias Regierung bezeichnete die Reisewarnungen als "offensichtlich unfreundlich". Sie würden zu noch größerer Panik führen und jenen in die Hände spielen, die hinter den Anschlägen steckten. Die Touristen seien in dem Land sicher.

Anfang Mai waren bei Explosionen in Nairobi und Mombasa sieben Menschen getötet worden. Im vergangenen Jahr töteten Schabab-Terroristen im Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt 67 Menschen, darunter viele Ausländer. Insgesamt sind nach Angaben der US-Botschaft in Nairobi in den vergangenen 18 Monaten mehr als hundert Menschen dem Terror zu Opfer gefallen. Die Regierung Kenyatta versprach den Einsatz von mehr als 2000 Überwachungskameras in Nairobi und Mombasa, um die Sicherheit zu erhöhen.

Das Auswärtige Amt in Berlin weist auf die Gefahr terroristischer Anschläge in Kenia hin, ohne vor einer Reise dorthin zu warnen. Es rät aber zu "großer Vorsicht und Wachsamkeit", insbesondere "auf öffentlichen Plätzen, in Restaurants, Bars und Einkaufszentren, an religiösen Stätten, beim Besuch von internationalen Einrichtungen mit potentiellem Symbolcharakter sowie exponierten touristischen Sehenswürdigkeiten".

Busse und Kleinbusse sollten wenn möglich gemieden werden, da sie in der Vergangenheit immer wieder Ziele von Anschlägen waren.

syd/Reuters/AFP

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