Terror in Kenia Schabab-Miliz droht mit weiteren Anschlägen

Mindestens 148 Menschen sind tot, Dutzende verletzt. Im Zusammenhang mit dem Schabab-Massaker in einer kenianischen Universität sind mehrere Verdächtige festgenommen worden. Die Terrormiliz droht, weitere Anschläge im Land zu verüben.

Polizisten am Ort des Schreckens: Die meisten Opfer waren Studenten
REUTERS

Polizisten am Ort des Schreckens: Die meisten Opfer waren Studenten


Nach dem Massaker der somalischen Schabab-Miliz auf eine kenianische Universität sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Unter ihnen seien drei Koordinatoren des Angriffs, die auf der Flucht nach Somalia gefasst worden seien, sagte ein Sprecher des kenianischen Innenministeriums.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher Mwenda Njoka wurde neben drei mutmaßlichen Koordinatoren des Angriffs ein Wachmann der Universität und ein Tansanier gefasst, der sich mit Granaten ausgerüstet in einem Universitätsgebäude versteckt hatte. Der Wachmann werde verdächtigt, die Attentäter unterstützt zu haben, sagte Njoka. Er habe "dschihadistisches Material" besessen.

Bei dem Anschlag der Schabab-Miliz an der Universität in der Stadt Garissa waren nach neusten Behördenangaben 148 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens vier Mitglieder der Terrorgruppe hatten am Donnerstag die Universität in Garissa im Osten des Landes gestürmt und ein Blutbad angerichtet. Die meisten Opfer waren Studenten, gestorben sind aber auch drei Polizisten und drei Soldaten.

Al-Shabab droht mit weiteren Anschlägen

Erst töteten die Terroristen mit Handgranaten und Maschinenpistolen Dutzende Studenten, dann nahmen sie viele weitere als Geiseln und brachten sie um. Neben den 148 Todesopfern gab es 79 Verletzte. Die Schabab-Miliz wollte mit dem Massaker den Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia erzwingen.

Es ist der bislang verheerendste Anschlag der Schabab-Miliz in Kenia - in einer Serie von Attentaten. Angaben der Regierung in Nairobi zufolge handelt es sich um den 17. Anschlag der Terrormiliz seit 2012. Insgesamt sind dabei knapp 500 Menschen getötet worden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters droht al-Schabab mit weiteren Terroranschlägen in Kenia. Sie habe einen "langen und grauenvollen Krieg" angekündigt.

Indessen debattiert das Land darüber, wie es zu dem schrecklichen Überfall von Garissa kommen konnte. Laut der BBC hat es erst kürzlich Warnungen vor einem Terroranschlag gegeben. "Sicherheitsdienste scheinen Informationen darüber gehabt zu haben, dass sich bald ein Anschlag auf eine höhere Bildungsinstitution ereignen könnte", heißt es bei BBC News unter Berufung auf die Zeitung "Daily Nation". Die Universität von Nairobi habe am 25. März sogar ihre Studenten vor einem Attentat gewarnt. Sie sollten wachsam sein.

jus/dpa/AFP/Reuters

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