Luftschlag Kenia meldet Tod eines ranghohen Terroristen

Er war der zweithöchste Kommandeur der islamistischen Schabab-Miliz. Nach Angaben des kenianischen Militärs ist Mahad Karate jetzt bei einem Luftangriff ums Leben gekommen.

Krieg gegen al-Schabab: Schwerbewaffnete Fuß-Soldaten der kenianischen Armee
DPA

Krieg gegen al-Schabab: Schwerbewaffnete Fuß-Soldaten der kenianischen Armee


Der kenianischen Armee (KFD) ist im Kampf gegen die Schabab-Miliz offenbar ein wichtiger Schlag gelungen. Nach eigenen Angaben soll sie bei einem Luftangriff im benachbarten Somalia den Geheimdienstchef der Terror-Organisation, Mahad Karate, getötet haben. Der Angriff sei während einer Feier für Schabab-Kämpfer erfolgt, die Mitte Januar ein Militärlager im Süden Kenias überfallen und rund 100 KFD-Soldaten getötet haben sollen.

Mahad Karate steht auf der Prioritäten-Liste der Vereinigten Staaten weit oben. Er war auch der Drahtzieher des Angriffs am 2. April des vergangenen Jahres auf die Garissa-Universität in Kenia, bei dem etwa 150 Zivilisten starben. Die USA hatten für Hinweise zur Ergreifung Karates im November fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Neben Karate sollen nun zehn weitere Anführer sowie 42 Rekruten der Schabab-Miliz bei dem Luftangriff getötet worden sein, twitterte das kenianische Innenministerium.

Es war zunächst nicht möglich, die Angaben von Armee und Innenministerium unabhängig zu bestätigen. Ein ranghoher Al-Shabaab-Kommandeur, die Information sei "komplett falsch" und reine Propaganda der Kenianer. Sicherheitskreise in Mogadischu zeigten sich von der Ankündigung überrascht.

Die al-Qaida-nahe Terrororganisation kämpft in Somalia seit 2006 mit Gewalt für einen islamischen Gottesstaat. Erst am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett den Einsatz der in der Hauptstadt Mogadischu stationierten Bundeswehr-Soldaten um ein Jahr zu verlängern. Ziel ist es, den vom Bürgerkrieg geplagten Staat zu stabilisieren. Neben den mehr als 150 Soldaten aus elf europäischen Ländern sind derzeit etwa 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union in dem Krisenstaat stationiert. Sie unterstützen gemeinsam die international anerkannte Regierung.

kil/afp/dpa/Reuters

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