Kenia Anschlag beim Gottesdienst - Kind getötet

Die Polizei vermutet hinter dem Attentat islamistische Extremisten: Unbekannte warfen eine Handgranate in eine Kirche von Christen in Nairobi. Ein neunjähriger Junge wurde getötet, drei weitere Kinder verletzt.


Nairobi/Berlin - Sie waren in die Kirche St. Polycarp gekommen, um mehr über das Christentum zu lernen. Doch der Vormittag in dem Gotteshaus von Nairobi endete blutig. Unbekannte warfen eine Handgranate in das Gebäude, vier Kinder wurden verletzt, eines erlag später den schweren Verletzungen.

In den vergangenen Monaten waren Christen in Kenia immer wieder in Kirchen attackiert worden - mal mit Granaten, mal mit Schusswaffen. Im Juli kamen an einem einzigen Sonntag bei einer Anschlagsserie 17 Menschen ums Leben, 40 wurden verletzt.

"Es gab einen Angriff auf die Kirche St. Polycarp in der Juja Road", sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Personen seien daran beteiligt gewesen. Eine Handgranate sei während der Sonntagsschule in das Gebäude geworfen worden. Es habe Verletzte gegeben. Ein neunjähriger Junge sei an seinen Verletzungen gestorben.

"Wir vermuten, dass hinter dem Anschlag Sympathisanten der Schabab-Miliz stecken", sagte der Polizeisprecher. Mehrere Verdächtige habe man bereits festgenommen. Die radikalislamische Miliz will in Somalia einen Gottesstaat errichten.

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Islamistischer Terror: Radikale greifen Christen an
Im vergangenen Jahr war das kenianische Militär mit Tausenden Soldaten in Somalia einmarschiert, um al-Schabab zu bekämpfen. Seitdem ist Kenia mehrfach das Ziel von Terroranschlägen gewesen. Im Februar wurde bekannt, dass sich al-Schabab dem Terrornetzwerk al-Qaida angeschlossen hat.

hda/Reuters



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