Kenia: US-Botschaft warnt vor Terroranschlägen

Die US-Botschaft in Kenia macht sich Sorgen um die Sicherheit amerikanischer Bürger in dem afrikanischen Land: Sie warnt vor Terrorangriffen auf bei Ausländern beliebte Orte wie Einkaufszentren oder Nachtclubs - und spricht von einer "unmittelbaren Bedrohung".

Nairobi - Die US-Botschaft in Nairobi hat alle Amerikaner in Kenia vor der "drohenden Gefahr terroristischer Anschläge" gewarnt. Wie der US-Sender CNN in der Nacht zum Sonntag berichtete, könnten diese Anschläge in Zusammenhang mit dem Vordringen kenianischer Truppen über die Grenze ins benachbarte Somalia stehen. Die US-Botschaft berichtete von "glaubwürdigen Informationen" drohender Anschläge auf Bereiche in Kenia, an denen sich Ausländer aufhielten, wie etwa Einkaufszentren oder Nachtclubs.

Kenia hat vor wenigen Tagen Soldaten über die Grenze nach Somalia geschickt, um dort die radikalislamischen Schabab-Milizen zu verfolgen. Kenianische Truppen waren nach eigenen Angaben Ende der Woche auf die somalische Extremisten-Hochburg Kismayo vorgerückt. Man werde so lange in Somalia bleiben, bis sich dort keine islamistischen Aufständischen mehr aufhielten, erklärte ein kenianischer Sprecher am Donnerstag.

Es war die bislang deutlichste Stellungnahme über die Absichten der am Wochenende begonnenen kenianischen Intervention. Nairobi hatte die Militäraktion mit den Entführungen mehrerer Ausländer auf kenianischem Territorium durch somalische Bewaffnete begründet.

Im Fall einer aus Kenia entführten französischen Urlauberin, die kürzlich getötet worden war, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet in Paris, die Entführer hätten inzwischen die Herausgabe ihres Leichnams gegen Geld angeboten. Dies sei "der Gipfel der Erbärmlichkeit".

Der Tod der krebskranken Marie Dedieu, die im Rollstuhl saß und auf Medikamente angewiesen war, war am Mittwoch bekannt geworden. Umstände und Zeitpunkt ihres Tods blieben bislang unklar. Möglicherweise erhielt sie ihre Medikamente nicht. Dedieu war in der Nacht zum 1. Oktober aus ihrem Haus auf der kenianischen Ferieninsel Manda von zehn bewaffneten Männern nach Somalia verschleppt worden.

Aus der Region hatten Unbekannte bereits am 11. September eine britische Touristin verschleppt und ihren Ehemann getötet. Vergangene Woche wurden zudem zwei spanische Mitarbeiter einer Hilfsorganisation entführt.

wit/dpa/AFP

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Fläche: 582.646 km²

Bevölkerung: 40,513 Mio.

Hauptstadt: Nairobi

Staatsoberhaupt und Regierungschef:
Uhuru Kenyatta

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