Nähe zu al-Schabab Deutsche Terrorverdächtige in Kenia festgenommen

Den Männern werden enge Verbindungen zur Schabab-Miliz vorgeworfen: Kenianische Behörden haben zwei deutsche Staatsbürger festgesetzt. Offenbar kooperierten sie mit drei weiteren Deutschen, die zuletzt in Frankfurt abgefangen wurden.

Schabab-Kämpfer in Somalia (Symbolbild): Verbindungen auch nach Deutschland
REUTERS

Schabab-Kämpfer in Somalia (Symbolbild): Verbindungen auch nach Deutschland


Nairobi - Sicherheitskräfte in Kenia haben in der Hauptstadt Nairobi zwei Deutsche wegen Terrorverdachts festgenommen. Nach einem Bericht der kenianischen Zeitung "Standard" wurden die Männer bereits am 29. August inhaftiert. Die Polizei habe daraufhin die deutschen Behörden alarmiert, die am Samstag am Frankfurter Flughafen drei weitere terrorverdächtige Deutsche aufgespürt hatten.

Alle fünf Festgenommenen werden beschuldigt, Mitglieder der islamistischen Schabab-Miliz zu sein. Die Gruppierung kämpft für einen Gottesstaat am Horn von Afrika und verübt immer wieder schwere Anschläge. Zuletzt waren am Montag bei einem Attentat in der Nähe der Hauptstadt Mogadischu mehr als 20 Passagiere eines Minibusses ums Leben gekommen.

Bei den in Kenia inhaftierten Verdächtigen handele es sich um einen in Deutschland geborenen Mann und einen deutschen Staatsbürger mit somalischen Wurzeln, hieß es weiter. Sie seien erst vor kurzem aus Somalia nach Kenia zurückgekehrt und würden derzeit verhört.

Die in Frankfurt inhaftierten Männer stehen im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitgeteilt hatte. Sie werden beschuldigt, 2012 und 2013 nach Somalia gereist und in einem Trainingslager der Schabab an Waffen ausgebildet worden zu sein.

Wichtiger Schabab-Mann bei Attacke getötet

Die radikalislamische Schabab-Miliz ist vor allem in Somalia aktiv und kontrolliert dort Teile des Landes. Am Freitag hatten die US-Behörden den Tod des Anführers der Gruppe, Ahmed Abdi Godane, gemeldet. Er sei kurz zuvor in Somalia bei einem US-Luftangriff getötet worden.

Den 37-jährigen Godane hatten die USA als einen der meistgesuchten Terroristen der Welt geführt. Auf ihn war ein Kopfgeld von sieben Million Dollar (umgerechnet etwa 5,4 Millionen Euro) ausgesetzt.

jok/dpa/AFP



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