15 Jahre nach CIA-Entführung Mazedonien entschuldigt sich bei Khaled el-Masri

2003 half Mazedonien bei der Auslieferung von Khaled el-Masri an die CIA. Vier Monate hielt der Geheimdienst ihn gefangen. Nun hat Mazedonien dem Deutsch-Libanesen eine offizielle Entschuldigung zukommen lassen.

Khaled el-Masri
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Khaled el-Masri


Gut 15 Jahre nach seiner Verhaftung hat sich Mazedonien offiziell bei dem Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri offiziell entschuldigt. Das mazedonische Außenministerium bestätigte dies. Die damalige Regierung hatte Masri 2003 unrechtmäßig festgenommen und US-Behörden übergeben. Daraufhin war er vier Monate gefangen gehalten und gefoltert worden.

Der US-Geheimdienst CIA hatte ihn entführt und nach Afghanistan verschleppt. Die Agenten hatten ihn fälschlicherweise für ein Mitglied der Terrororganisation Al-Qaida gehalten. Im Jahr darauf setzten ihn die Amerikaner in Albanien aus, auf dem Landweg schlug sich Masri schließlich nach Deutschland durch.

Bereits 2012 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EUGH) das Land wegen Menschenrechtsbruches verurteilt. Dem heute 54-jährigen Masri wurden 60.000 Euro Entschädigung zugesprochen, die Mazedonien zu zahlen hatte. Entschuldigt hatte sich die Regierung bei dem Entführungsopfer jedoch nicht - bis jetzt.

Der Anwalt für Menschenrechte, James Goldston, der Masri vor dem EUGH vertreten hatte, begrüßte die Entschuldigung. Dennoch sei sie allein nicht genug - Mazedonien müsse ein offizielles Ermittlungsverfahren einleiten, schrieb er in einer Erklärung. Zudem gehe aus Regierungsdokumenten hervor, dass die CIA kurz nach der Entführung von ihrem Fehler gewusst haben muss. Dennoch hätten sie Masri mehr als vier Monate festgehalten und misshandelt.

In Deutschland geriet Masri in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Straftaten in die Schlagzeilen. So überfiel er den Oberbürgermeister von Neu-Ulm oder machte sich der Bedrohung und Körperverletzung von Justizbeamten schuldig.

ans/AP



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