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Wahlen in Nordkorea: Keine einzige Stimme gegen Kim

Nordkoreas Despot Kim Jong Un holt sich die Zustimmung seines Volkes per Pseudo-Votum: Bei der Wahl zur Volksversammlung bekam er in seinem Wahlkreis angeblich das Fabelergebnis von 100 Prozent Ja-Stimmen. Alternativen gab es ohnehin nicht.

Pjöngjang - So ein Wahlergebnis ist selbst für eine Diktatur außergewöhnlich: Gaben sich etwa die Führungen der sozialistischen Bruderstaaten früher mit 97 oder 98 Prozent Zustimmung zufrieden, vermeldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag: "Alle Wähler haben sich beteiligt, und 100 Prozent haben für Kim Jong Un gestimmt." Das Ergebnis zeige die "die vollständige Unterstützung" der Bevölkerung für den "höchsten Führer".

Am Ausgang der Wahl zur Volksversammlung in Nordkorea hatte es schon zuvor keinen Zweifel gegeben: In allen 687 Wahlbezirken war nur ein Kandidat für Kim angetreten, und die Stimmabgabe war verpflichtend. Die Oberste Volksversammlung des autoritär-kommunistisch regierten Staates wird alle fünf Jahre gewählt. Es war die erste Wahl, seit Kim nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 die Macht übernommen hatte.

Kim war am Sonntag, wie einst sein Vater, im Wahlkreis Paektu angetreten. Der gleichnamige Berg wird in Nordkorea als heilig verehrt. Der Legende nach wurde Vater Kim dort geboren. Das nordkoreanische Parlament kommt nur ein bis zwei Mal pro Jahr zusammen, um den Haushalt oder andere Entscheidungen der Arbeiterpartei zu bestätigen.

Wahl als Volkszählung

Für die diesjährige Parlamentswahl ließ Kim seit Wochen mit Gedichten und unmissverständlichen Aufrufen werben. Darin wurde die Abstimmung etwa als "Welle der Gefühle und der Freude" beschrieben.

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Nordkorea: Kim Jong Un lässt wählen

Der Urnengang dient dem Staat auch als Volkszählung, weil alle Nordkoreaner verpflichtet sind, zur Wahl zu gehen. Wenn sie nicht erscheinen, werden sie zu Hause aufgesucht - oder gleich direkt zum Wahllokal begleitet.

Kim verstärkte zwar seit seinem Amtsantritt die Grenzkontrollen. Dennoch gelang es im vergangenen Jahr mehr als 1500 Menschen, vor Armut und Verfolgung zu fliehen und sich über China ins verfeindete Südkorea abzusetzen.

Die Volksversammlung ist nominell das höchste Machtorgan des Staates. Auf den Sitzungen werden weitgehend vorher gefasste Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert. Die vorige Parlamentswahl in Nordkorea fand 2009 statt. Damals lag die Wahlbeteiligung bei offiziell 99,98 Prozent.

ler/AP/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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1. Wer gegen diesen Diktator stimmt riskiert sein Leben
moving.sale 10.03.2014
"Alle Wähler haben sich beteiligt, und 100 Prozent haben für Kim Jong Un gestimmt." Richtigstellung: Alle wurde zur Teilnahme an diese Wahlen gezwungen und mussten diesem Diktator die Stimme geben. Wer sich gegen diesen Diktator entscheidet, erhält doch die Todesstrafe. Fürchterlich, dieses Kim-Regime!
2. Lupenreine Demokratie
thkarlau 10.03.2014
Das nenne ich eine lupenreine Demokratie. 100% Zustimmung, da können sich unsere großen Parteien noch etwas abschneiden, denn die dümpeln im unteren zweistelligen Bereich herum. Allerdings handeln sie, als ob sie 100% hinter sich hätten.
3. Was machen wir uns lustig?
vandertheken 10.03.2014
Genauso wird das auf der Krim auch ausfallen.
4.
lab61 10.03.2014
Zitat von sysopAFPNordkoreas Despot Kim Jong-Un holt sich die Zustimmung seines Volkes per Pseudo-Votum: Bei der Wahl zur Volksversammlung bekam er in seinem Wahlkreis angeblich das Fabelergebnis von 100 Prozent Ja-Stimmen. Alternativen gab es ohnehin nicht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-jong-un-bei-wahlen-in-nordkorea-mit-100-prozent-zustimmung-gewaehlt-a-957765.html
Was, Herr Kim? *Nur* 100%? Da würde ich mir an Ihrer Stelle aber langsam große Sorgen um die zunehmende Zahl von Protestwählern machen. Also beim nächsten Urnengang sollten schon mindestens 110% drinnen sein.
5. Nur 100%
Alfons Emsig 10.03.2014
Ungeheuerlich! Dass es nicht mindestens 110% gewesen sind, wird für die Verantwortlichen noch furchtbare Konsequenzen nach sich ziehen.
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Nordkorea: Kim Jong Un lässt wählen

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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