Weltkriegsparade in Moskau Ban kommt - Kim nun doch nicht

Es sollte die erste Auslandsreise nach seiner Machtübernahme werden, doch nun wird Kim Jong Un bei der Weltkriegsparade in Moskau fehlen. Uno-Generalsekretär Ban hingegen kommt - und wird heftig kritisiert.

Diktator Kim Jong Un: Doch kein Trip in die russische Hauptstadt
REUTERS

Diktator Kim Jong Un: Doch kein Trip in die russische Hauptstadt


Mit gewaltigen Paraden kennt sich Kim Jong Un bestens aus - diese jedoch wird er verpassen. Bei den Feiern zum 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland ist Nordkoreas Diktator nicht dabei. Nach Kremlangaben hat der Machthaber seine Reise nach Moskau abgesagt.

"Er kann nicht kommen, die Nachricht wurde uns über diplomatische Kanäle übermittelt. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit innerkoreanischen Angelegenheiten", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die russische Hauptstadt hatte sich bereits seit Tagen auf Kims Besuch am 9. Mai, dem groß gefeierten Tag des Sieges, vorbereitet. Es wäre seine erste Auslandsreise im Amt gewesen.

Außer Kim hatten sich noch mehr als 20 weitere Staatenführer angekündigt. Wegen der Ukraine-Krise werden jedoch viele Besucher aus dem Westen fehlen. Auch Kanzlerin Angela Merkel wird die russische Hauptstadt nicht zur Parade am 9. Mai, sondern erst einen Tag später besuchen.

Peskow zufolge reist auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon nach Moskau. Kritik kam prompt aus der benachbarten Ukraine. Es sei die falsche Botschaft, wenn der Generalsekretär am 9. Mai ein Land besuche, "das gegen eine große Zahl von Schlüsselprinzipien verstoßen hat, die zum Grundstein der Vereinten Nationen gehören", sagte Außenminister Pawel Klimkin bei einem Besuch in New York. Er hoffe sehr, dass Ban nicht bei der Militärparade in Moskau anwesend sein werde.

Zwischen dem 8. und 10. Mai erwartet Russland unter anderem den chinesischen Staatschef Xi Jinping, den tschechischen Präsidenten Milos Zeman, den slowakischen Regierungschef Robert Fico und den kubanischen Staatschef Raúl Castro. Auch aus Mazedonien, Zypern und Indien haben sich Staatsgäste angekündigt.

Die Ukraine wirft Russland einen Völkerrechtsbruch durch die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim vor einem Jahr vor. Sie fordert, Russland das Vetorecht im Weltsicherheitsrat zu entziehen.

jok/anr/dpa/Reuters/AP



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