Nordkorea: Kim Jong Un kürt neuen Premierminister

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un macht einen Wirtschaftsfachmann zum neuen Regierungschef: Der 73 Jahre alte Pak Pong Ju hatte diesen Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Beobachter werten die Rochade als weiteren Schritt Kims, seine Macht in Pjöngjang zu festigen.

Neuer Regierungschef Pak (2.v.l.): Vertrauter von Kims Tante Zur Großansicht
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Neuer Regierungschef Pak (2.v.l.): Vertrauter von Kims Tante

Pjöngjang - Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat seinen Premierminister ausgetauscht. Neuer Mann an der Spitze des Ministerrats ist Pak Pong Ju, der das Amt bereits von 2003 bis 2007 innehatte. Er löst den seit 2010 amtierenden Choe Yong Rim ab. Gründe für den Postenwechsel nannten die staatlichen nordkoreanischen Medien am Montag nicht.

Der 73 Jahre alte Pak gilt als Wirtschaftsfachmann. Seit 1994 war er Vizechef des Ausschusses für die Überwachung der Wirtschaftspolitik, vier Jahre später ernannte ihn der damalige Staatschef Kim Jong Il zum Minister für chemische Industrie, bevor er ihn 2003 zum Regierungschef machte. 2007 musste er dieses Amt wieder abgeben. Südkoreanische Medien spekulierten damals, Pak habe sich mit seinen Plänen für Wirtschaftsreformen den Ärger des Diktators zugezogen. Unter anderem hatte er sich für flexible Löhne und eine teilweise Privatisierung der Landwirtschaft in Nordkorea starkgemacht.

Pak gilt zudem als langjähriger Vertrauter der herrschenden Kim-Dynastie. Er soll enge Beziehungen zu Kim Kyong Hui, einer Tante des amtierenden Staatschefs, und deren Mann Chang Song Taek unterhalten. In ersten Reaktionen werteten Beobachter in Südkorea Paks Ernennung daher als weiteren Schritt des jungen Kim, seine Macht in Pjöngjang zu festigen.

"Gleichzeitiger Aufbau der Wirtschaft und der Atomstreitmacht"

Dabei setzt der Diktator neben seiner Kriegsrhetorik gegen Südkorea und die USA auch auf eine Stärkung der maroden Wirtschaft. Erst am Sonntag beschloss das Politbüro der kommunistischen Arbeiterpartei "den Aufbau der Wirtschaft und der Atomstreitmacht gleichzeitig zu betreiben", berichteten die Staatsmedien. Das Wirtschaftsprogramm ziele auf Energie-Unabhängigkeit durch den Bau von Atomkraftwerken, zugleich sollen die Landwirtschaft gestärkt und der Außenhandel intensiviert werden.

Die Ernennung des Wirtschaftsexperten Pak fügt sich in diese Linie. "Inmitten der aktuellen Spannungen und Kriegspropaganda macht Kim Jong Un deutlich, dass er nach wie vor auf die Wirtschaft fokussiert ist, dabei aber seine nukleare Abschreckung aufrechterhält", analysiert John Delury, Nordkorea-Experte an der Yonsei-Universität in Seoul.

Am Samstag hatte Pjöngjang formell den Kriegszustand mit Südkorea erklärt. Daraufhin hatten die USA mehrere F-22-Tarnkappenjäger in den Süden der Halbinsel verlegt. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bezeichnete die Drohungen aus dem Norden am Montag als "sehr ernst" und forderte das eigene Militär auf, im Falle einer weiteren Eskalation stark zu reagieren. Für zusätzliche Besorgnis sorgten neue Gerüchte, laut denen Nordkorea bei seinem letzten Atomtest im Februar erstmals eine Uranbombe gezündet haben könnte.

syd/AP/AFP/Reuters/dpa

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1. ...
JDR 01.04.2013
Zitat von sysopAFPNordkoreas Diktator Kim Jong Un macht einen Wirtschaftsfachmann zum neuen Regierungschef: Der 73 Jahre alte Pak Pong Ju hatte diesen Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Beobachter werten die Rochade als weiteren Schritt Kims, seine Macht in Pjöngjang zu festigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-jong-un-macht-pak-pong-ju-zum-neuen-premierminister-in-nordkorea-a-891910.html
Nun, vielleicht macht dies vieles an dem Verhalten Pyongyangs verständlicher. Die Priorisierung der Wirtschaft - nicht zuletzt die erklärte Absicht, Investitionen zu fördern und die Benennung eines "verhältnismäßig liberalen" Premiers - zeigen, dass es wohl die feste Absicht des jungen Kim ist, die Lebensbedingungen seiner Bevölkerung zu verbessern. Neue Sanktionen grätschen also direkt in sein wichtigstes Politikziel, weshalb sie besonders aggressiv beantwortet werden. Hinzu kommt, dass Kim glaubte, mit solch einer Politik sein Ansehen im Westen zu verbessern, weshalb er auf eine positive Antwort hoffte. Kim wird in seinem Verständnis des Westens verunsichert und fühlt sich durch den krassen Gegensatz von Realität und Erwartung persönlich beleidigt. Die enormen Kosten für Mobilmachung und Drohgebärden machen diese zu einem Luxusgut, weshalb Kim sie so massiv wie möglichen nutzen muss, da er sie sich auf Dauer nicht leisten kann. Die Reaktionen der Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea dagegen locken ihn immer weiter aus der Reserve - von welcher vermutlich nicht mehr viel vorhanden ist. Denkbar wäre nun, dass Kim versucht, durch noch engere Kooperation mit der IRI an Devisen zu kommen. Sobald die Atomprogramme Nordkoreas und der IRI direkten Kontakt haben, dürfte eine Kettenreaktion kaum noch aufzuhalten sein. Pyongyangs Atomwaffentests sind dann bereits "smoking guns," selbst, wenn Khamenei hundert mal beteuert, er wolle keine Bombe bauen. Es darf als unwahrscheinlich gelten, dass Teheran diesen Fehler macht. Auszuschließen ist es aber auch nicht, dass man dort auf die Idee kommt, die "gap" in den Kapazitäten zum Atomwaffenbau so zu überspringen. Dann würde aus dem Jahr, welches der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ansetzte, wenige Wochen bis zu einer iranischen Bombe - viel zu wenig, um noch die Vorbereitungen für einen militärischen Stopp des Atomwaffenprogrammes vorzubereiten.
2. Nordkoreanischer
kappesstepp 01.04.2013
Zitat von sysopAFPNordkoreas Diktator Kim Jong Un macht einen Wirtschaftsfachmann zum neuen Regierungschef: Der 73 Jahre alte Pak Pong Ju hatte diesen Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Beobachter werten die Rochade als weiteren Schritt Kims, seine Macht in Pjöngjang zu festigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-jong-un-macht-pak-pong-ju-zum-neuen-premierminister-in-nordkorea-a-891910.html
Wirtschaftsfachmann... Klingt irgendwie wie norwegischer Renaissancemaler...
3. 73jähriger
zack34 01.04.2013
Zitat von sysopAFPNordkoreas Diktator Kim Jong Un macht einen Wirtschaftsfachmann zum neuen Regierungschef: Der 73 Jahre alte Pak Pong Ju hatte diesen Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Beobachter werten die Rochade als weiteren Schritt Kims, seine Macht in Pjöngjang zu festigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-jong-un-macht-pak-pong-ju-zum-neuen-premierminister-in-nordkorea-a-891910.html
Wo bitteschön solle der 73jährige "Wirtschaftsfachmann" seine Erfahrung gesammelt haben - etwa im Steinzeit-Kommunismus des Großen Vorsitzenden? Ein BRÜLLER!
4. @jdr
eldiabolo 01.04.2013
Ihre Ausführung ergibt wenn man es genau betrachtet möglicherweise sogar einen Sinn. Denn egal wie sehr er sich normal bemühen würde, das Land würde die Sanktionen in Absehbarer Zeit nicht loswerden. Kim wird es sicher nie wagen den Süden Anzugreifen.
5. Nordkorea, der Nabel der Welt?
Werner655 01.04.2013
Zitat von sysopAFPNordkoreas Diktator Kim Jong Un macht einen Wirtschaftsfachmann zum neuen Regierungschef: Der 73 Jahre alte Pak Pong Ju hatte diesen Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Beobachter werten die Rochade als weiteren Schritt Kims, seine Macht in Pjöngjang zu festigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-jong-un-macht-pak-pong-ju-zum-neuen-premierminister-in-nordkorea-a-891910.html
Die inflationäre Berichterstattung zum Thema Nordkorea lässt für die nahe Zukunft nichts Gutes erwarten. Nachtigall ick hör dir trapsen... Oder liegt es am Ende nur daran, dass bei diesem Thema recht leicht zwischen Gut und Böse unterschieden werden kann? Bei Syrien zum Beispiel, ist es ja zwischenzeitlich nicht mehr so ganz einfach, die bisherige Linie der Guten Rebellen aufrecht zu erhalten.
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon


Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)