Medienbericht Nordkorea macht offenbar Atomwaffen zum Einsatz bereit

Der Uno-Sicherheitsrat hat extrem scharfe Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, nun meldet die staatliche Nachrichtenagentur: Auf Befehl von Kim Jong Un sollen Atomwaffen sofort einsatzbereit gemacht werden.


Nordkoreas Staatsführung hat einem Medienbericht zufolge angeordnet, das Atomwaffenarsenal des Landes bereit zum sofortigen Einsatz zu machen. Machthaber Kim Jong Un habe den Befehl dazu am Freitag erteilt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Sie beruft sich dabei auf die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.

Demnach sagte Kim bei der Inspektion einer Raketeneinheit, das Militär bereite sich auf Präventivschläge vor. Nordkorea müsse sein Atomwaffenarsenal in quantitativer und qualitativer Hinsicht ausbauen. Die derzeitige Lage sei sehr heikel.

Das Regime hat bereits früher mit Präventivangriffen auf seine Feinde gedroht, darunter auf Südkorea, Japan und die USA. Aus dem Pentagon hieß es nun, Nordkorea solle "provokative Aktionen unterlassen, die Spannungen hervorrufen". Das Land habe noch nicht gezeigt, dass es einen Atomsprengkopf auf eine Interkontinental-Rakete aufbringen könne, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums.

Erst am Mittwoch hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution verabschiedet, die eine drastische Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang vorsieht. Die Strafmaßnahmen waren eine Reaktion auf einen nordkoreanischen Atomtest im Januar und einen ebenfalls weltweit kritisierten Test einer Langstreckenrakete. Kim nannte die von den USA und Südkorea vorangetriebene Uno-Entscheidung "gangsterartig".

Nur wenige Stunden nach dem Beschluss des Sicherheitsrats feuerte der kommunistische Staat nach Angaben Südkoreas sechs Kurzstreckenraketen ab, die nach einer Flugstrecke von 100 bis 150 Kilometer ins Meer stürzten. Der genaue Typ der Raketen, die von Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste in Richtung Japanisches Meer (Ostmeer) abgeschossen worden waren, ist bisher unklar.

Nordkorea testet regelmäßig Raketen mit kurzer Reichweite. Der Abschuss am Donnerstag wurde von Beobachtern als Zeichen des Protests gegen den Resolutionsbeschluss des Sicherheitsrates gewertet.

Nordkoreas Atomprogramm beunruhigt die internationale Gemeinschaft seit vielen Jahren. Bisher führte das Regime vier Atomtests durch, den ersten 2006, den bislang letzten im Januar. Zum Waffenprogramm des Landes ist aber relativ wenig bekannt. Experten sind sich einig, dass Nordkorea über einige Atomsprengköpfe verfügt; umstritten ist allerdings, ob das Land auch in der Lage ist, diese auf Raketen aufzubringen.

aar/Reuters/dpa/AFP

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