Nach Pence-Interview Nordkorea droht erneut mit Absage des Trump-Kim-Gesprächs

Pjöngjang hat die Rhetorik gegenüber Washington wieder verschärft: Die jüngsten Äußerungen des US-Vizepräsidenten seien "ignorant und dumm". Ob es noch zum Gipfeltreffen komme, hänge nun von den USA ab.

Trump-Kim-Münze zum "Friedensgespräch"
AFP

Trump-Kim-Münze zum "Friedensgespräch"


Nordkorea hat erneut mit einer Absage des geplanten Gipfeltreffens mit US-Präsident Donald Trump gedroht. Die nordkoreanische Vizeaußenministerin Choe Son Hui bezeichnete jüngste Äußerungen von US-Vizepräsident Mike Pence als "ignorant und dumm", wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

"Ich kann meine Verwunderung über solche ignoranten und dummen Äußerungen aus dem Mund des US-Vizepräsidenten nicht zurückhalten", hieß es in der von KCNA verbreiteten Erklärung Choes. "Wir werden die USA weder um einen Dialog anflehen noch die Mühen auf uns nehmen, sie zu überzeugen, wenn sie sich nicht mit uns zusammensetzen wollen." Sie werde Kim empfehlen, den Gipfel abzusagen, sollte Washington weitere derartige Drohungen äußern. "Ob die USA uns im Konferenzraum treffen oder uns bei einer Nuklear-zu-Nuklear-Machtprobe begegnen, hängt ganz von der Entscheidung und dem Verhalten der USA ab."

Pence hatte Kim in einem am Montag veröffentlichten Interview gewarnt, er solle Trump nicht herausfordern. Dies wäre ein "großer Fehler". Pence warnte außerdem, Nordkorea könne wie Libyen enden, wenn Kim keinen "Deal" mache. Der ehemalige libysche Machthaber war Jahre nach der Aufgabe seiner Atomwaffen von US-gestützten Rebellen getötet worden.

Ähnlich wie Choe hatte Nordkoreas Erster Vizeaußenminister Kim Kye Gwan vor einer Woche das Gipfeltreffen infrage gestellt. Die international isolierte Führung in Pjöngjang betrachtet ihr Atomprogramm auch als Absicherung der Macht. Die USA verlangen von Nordkorea einen vollständigen Abbau des Atomprogramms.

Das historische Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim ist eigentlich für den 12. Juni in Singapur geplant. Der US-Präsident hatte diese Woche gesagt, es gebe eine "große Chance", das Treffen könne nicht wie geplant stattfinden.

Video: Trump zweifelt an Termin für Gipfel mit Nordkorea

REUTERS

aar/dpa/AFP

insgesamt 12 Beiträge
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rwinter77 24.05.2018
1. Überheblichkeit
Wenn die zizierten Stellen den Grundtenor von Pence richtig wiedergeben, zeugt das von großer Überheblichkeit und Ignoranz. Zum einen, weil das Beispiel Libyens abschreckend auf alle potenziellen oder realen Besitzer von Massenvernichtungswaffen wirkt - trotz Eingehen auf die Forderungen des "Westens" wurde der Staat bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zerschlagen. Wie will amn dann ander Kandidaten auf den Verzicht auf solche Waffen bewegen. in Korea liegt auch eine ganz andere Ausgangsituation vor - wenn ein Szenario denkens- und wünschenswert ist, dann eine friedliche Wiedervereinigung und nicht ein Umsturz mit anschließendem Bürgerkrieg. Aber in der US-Denke ist ja Krieg ein akzeptables Mittel, egal, wieviele Menschenleben er kostet. Solange es keine amerikanischen Leben sind.
macarthur996 24.05.2018
2. Nordkorea - USA
Frau Chor Son Hui, die nordkoreanische Aussenministerin hat das sehr gut gesagt: ich kann meine Verwunderung übrr die ignoranten und dummen Äusserungen des amerikanischen Vizepräsidenten nicht zurückhalten. Dieser hatte sogar dss Lybien Desaster der USA (mit Hyllary Clinton) erwähnt um Nordkorea zu drohen. Einen sehr enger geistigen Horizont zeigt Mike Pence wie es eben einem evangelikalen Gläubigen entspricht.
mhuz 24.05.2018
3.
NK und USA sollen doch der Welt einen gefallen tun und die ganze Sache sein lassen. Die Unterschrift der USA ist die Tinte nicht wert und NK versinkt in der Bedeutungslosigkeit, wenn sie nicht drohen können. Wen interessiert NK, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit mit ihre Atomköpfen drohen würden.
lalito 24.05.2018
4. Unkorrekt
Zitat von rwinter77Wenn die zizierten Stellen den Grundtenor von Pence richtig wiedergeben, zeugt das von großer Überheblichkeit und Ignoranz. Zum einen, weil das Beispiel Libyens abschreckend auf alle potenziellen oder realen Besitzer von Massenvernichtungswaffen wirkt - trotz Eingehen auf die Forderungen des "Westens" wurde der Staat bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zerschlagen. Wie will amn dann ander Kandidaten auf den Verzicht auf solche Waffen bewegen. in Korea liegt auch eine ganz andere Ausgangsituation vor - wenn ein Szenario denkens- und wünschenswert ist, dann eine friedliche Wiedervereinigung und nicht ein Umsturz mit anschließendem Bürgerkrieg. Aber in der US-Denke ist ja Krieg ein akzeptables Mittel, egal, wieviele Menschenleben er kostet. Solange es keine amerikanischen Leben sind.
Das lief im Irak aber völlig konträr zu Ihrer Feststellung ab. War allerdings noch zu Zeiten, als der Erfolg des Frackings nicht auszumachen war.
Kater Bolle 24.05.2018
5. Atommacht Libyen?
Das Libyen eine Atommacht war ist mir neu. Oder ist das fake? Egal. Wenn wir uns das Ergebnis des Eingreifend in Libyen anschauen ist das sicherlich nicht ein positives Beispiel. Das Ergebnis in Libyen ist erschreckend. Keiner wars und niemand ist Schuld. Wi immer. Der kleine man in Europa zahlt die Zeche = Zig Mill. Steuergelder für Küstenwache(Piraten) und Warlords, Kriminelle und ähnliches. Ich könnte schon wieder kot...........
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