Kim Jong Uns erste Amtshandlung: Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben

Kaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.  

Nordkorea: Mysteriöser Raketentest Fotos
DPA

Seoul - Die Nachricht vom Tod des Diktators Kim Jong Il ist nur wenige Stunden alt, da demonstriert das kommunistische Land seine militärische Stärke. Nach Angaben der südkoreanischen Agentur Yonhap soll das Militär Nordkoreas eine Kurzstreckenrakete getestet haben. Yonhap beruft sich in ihrer Meldung auf nicht näher benannte Regierungskreise.

Wie der Sender YTN TV am Montag berichtete, wurde der Flugkörper von der Ostküste des kommunistischen Landes aus abgefeuert. Der Raketentest sei von Südkoreas Militär genau beobachtet worden, sagte der Regierungsvertreter in Seoul weiter. Offenbar versuche der Norden, die Waffe mittels Tests zu verbessern. Demnach hatte die Rakete eine geschätzte Reichweite von 120 Kilometern.

Das südkoreanische Militär wollte die Nachricht bisher nicht bestätigen. Allerdings hat die Armeeführung Alarmbereitschaft verhängt. Die Nachricht vom Tode Kims hat Befürchtungen über eine Destabilisierung der Region geweckt.

Die Führung Nordkoreas geht offenbar in die Hände von Kim Jong Ils jüngstem Sohn Kim Jong Un über. Der Test der Kurzstreckenrakete wäre wohl seine erste Amtshandlung. Allerdings hieß es aus Südkorea, es habe jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Raketentest und der Todesnachricht gegeben.

Nordkorea gilt als Atommacht. Der langjährige Staatsführer Kim Jong Il war am Samstag während einer Inspektionsreise mit dem Zug an einem Herzinfarkt gestorben, berichtete am Montag das Staatsfernsehen. Als Grund wurde "große körperliche und geistige Ermüdung" genannt. Der Diktator war nach offiziellen Angaben 69 Jahre alt.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel im November desselben Jahres spürbar verschärft. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950 bis 1953) noch im Kriegszustand.

Japan und China zeigen sich beunruhigt

Auch andere Staaten der Region sind in Sorge. Japan berief seinen Sicherheitsrat ein. Der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda wies am Montag das Verteidigungsministerium und andere Regierungsstellen an, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Japan stehe mit seiner Schutzmacht USA sowie China und Südkorea bereits in engem Kontakt, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

China zeigt sich offiziell an der Seite Nordkoreas und sprach sein "tiefstes Beileid" aus. Dem nordkoreanischen Volk gelte das "aufrichtige Mitgefühl" seines Landes, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Außenministeriums in Peking. Nordkorea-Experten in China äußerten aber auch die Sorge vor einer Instabilität im Nachbarland.

Vor allem wird ein zu schneller Wandel befürchtet. Jahrelang drängte China Kim zu wirtschaftlichen Reformen. Jetzt nach seinem Tod geht in Peking die Angst um, dass Veränderungen zu schnell und unvorhersehbar kommen könnten. "Das wird die chinesischen Pläne richtig durcheinanderbringen", sagt Stephanie Kleine-Ahlbrandt von der International Crisis Group. "Offen gesagt haben sie damit gerechnet, dass er noch ein paar Jahre im Amt bleibt. Sie werden sehr nervös sein, was die weitere Entwicklung betrifft."

Asiatische Börsen reagierten mit Kursverlusten.

ler/dapd/dpa/AFP

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1. Haette ich auch gemacht
Nonvaio01 19.12.2011
Zitat von sysopKaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.** Kim Jong Uns erste Amtshandlung: Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804625,00.html)
Das habe ich schon in einem vorherigen Post der Zensiert wurde angemanht. Wenn der Westen gleich auf Mobilmachung geht und seine Streitkraefte in Alarm setzt, muss man sich nicht wundern wenn der Neue angst bekommt. Deeskalation sieht anders aus....
2. Feuer frei
ekel-alfred 19.12.2011
Zitat von sysopKaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.**
Kurzstreckenrakete? Ach was! Die haben Kim Jong Il in den Orbit geschosssen, genau da wo er hingehört. Oder der Westen soll mal wieder erpresst werden, damit das Staatsbegräbnis finanziert werden kann.
3. ...
Dirk Ahlbrecht 19.12.2011
Zitat von sysopKaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.** Kim Jong Uns erste Amtshandlung: Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804625,00.html)
Andere Länder, andere Sitten: Bei uns gibts zur Amtseinführung 'nen Strauß Blumen. In Nordkorea wird eine Rakete gezündet. Eine Frage, die mich in Bezug auf den neuen Machthaber interessiert ist, was mit der schönen Brillensammlung des "geliebten Führers" wohl passiert. Ob der Sohn diese Brille wird auftragen müssen?
4. Mich stört das
flower power 19.12.2011
Zitat von sysopKaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.** Kim Jong Uns erste Amtshandlung: Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804625,00.html)
..Wort soll. Der solle das behaupten, der Beweise hat und nicht vage Mutmaßungen aussprechen. Oder, wie wäre es damit : Bush soll schwul sein? Diese Desinformations- und Eskalierungsstrategie finde ich überl. Also liebe Südkoreaner, weniger Hund essen und mehr Info bitte.
5. Titel:
ryul 19.12.2011
Zitat von sysopKaum ist der neue Machthaber Kim Jong Un im Amt, zeigt sich Nordkorea aggressiv. Laut Berichten aus Südkorea soll das Militär des Nachbarlandes eine Kurzstreckenrakete abgefeuert haben.** Kim Jong Uns erste Amtshandlung: Nordkorea soll Kurzstreckenrakete getestet haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,804625,00.html)
"soll" getestet "haben" Journalismus at it's best! Bitte weiter machen, mein Grinsen über SPON wird immer größer.
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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)
Fotostrecke
Kim Jong Il: Der Diktator inspiziert BHs, Gummistiefel und...

Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
AFP
Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
AP
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
AFP
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
REUTERS
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
dpa
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.