Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Berichten der Staatsmedien "Richtlinien" für die Stärkung der Streitkräfte und zur Verteidigung des Landes ausgegeben. Kim habe die Anweisungen in einer "wichtigen" Abschlussrede zu einem erweiterten Treffen der zentralen Militärkommission der Arbeiterpartei getroffen, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Neben organisatorischen Fragen habe der Ausbau der militärischen Kapazitäten im Mittelpunkt gestanden.
Einzelheiten wurden nicht genannt. Doch wurde der Bericht in Südkorea als weiterer Hinweis dafür gesehen, dass das kommunistische Nachbarland jederzeit einen dritten Atomtest unternehmen könnte. Experten und Geheimdienstmitarbeiter erwarten, dass ein solcher Test vor dem koreanischen Neujahrstag am 10. Februar stattfinden wird.
USA und Südkorea bereiten Seemanöver vor
Im Januar hatte Pjöngjang bereits mit einem weiteren Versuch sowie weiteren Raketentests gedroht - aus Protest gegen die Ausweitung von Uno-Sanktionen gegen das Land. Der Weltsicherheitsrat hatte den Sanktionsbeschluss wegen eines umstrittenen nordkoreanischen Raketenstarts im Dezember verabschiedet. Auf die ersten Atomtests in Nordkorea 2006 und 2009 hatte das höchste Uno-Gremium ebenfalls die Sanktionen verschärft.
Die Streitkräfte der USA und Südkoreas bereiteten sich unterdessen auf ein neues gemeinsames Seemanöver vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel vor. Die seit längerem geplanten Übungen von Montag bis Mittwoch dienten der Raketen- und U-Boot-Abwehr, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. An der geplanten Übung nehmen unter anderem das Atom-U-Boot "San Francisco" sowie ein Zerstörer mit dem Aegis-Warn- und Feuerleitsystem der amerikanischen Streitkräfte teil. Die USA haben derzeit 28 500 Soldaten als Abschreckung gegen Nordkorea in Südkorea stationiert.
Nordkorea verurteilt die Manöver der beiden Länder als Vorbereitung zu einem Angriff. Die USA und Südkorea bestreiten das.
cte/dpa/AFP
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