Kims Angst vor Revolution Nordkoreaner in Libyen dürfen nicht nach Hause

Er fürchtet die Ansteckung an der Revolution: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat laut südkoreanischen Medienberichten 200 Landsleuten in Libyen die Rückkehr in die Heimat verweigert. Die Nachrichten vom Arabischen Frühling will er so offenbar aus dem Land aussperren.

Diktator Kim Jong Il: Einreiseverbot für Landsleute in Libyen
AFP / KCNA / KNS

Diktator Kim Jong Il: Einreiseverbot für Landsleute in Libyen


Hamburg/Pjöngjang - Noch haben sich die Revolutionen des Arabischen Frühlings nur in der Region verbreitet. Doch offenbar haben auch Diktatoren in anderen Ecken der Welt Angst, dass sie von der Umsturzwelle erfasst werden. Nordkoreas Diktator Kim Jong Il soll 200 Landsleuten, die sich in Libyen aufhalten, verboten haben, in die Heimat zurückzukehren.

Nach südkoreanischen Medienberichten handelt es sich um Ärzte, Krankenschwestern und Bauarbeiter, die in Libyen Devisen für das verarmte Regime in Nordkorea verdienen sollten.

Offenbar hat die Führung in Pjöngjang Angst, dass sich das Land an den Umstürzen des Arabischen Frühlings ansteckt. Auch in Ägypten und dem Jemen sollen Nordkoreaner festsitzen. Das berichtete die südkoreanische Agentur Yonhap, auch englischsprachige Tageszeitungen wie die "LA Times" oder der britische "Independent" berichteten von dem Einreiseverbot.

Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in Seoul sagte, er könne das Einreiseverbot nicht bestätigen, es sei jedoch klar, dass die Führung Nordkoreas fürchte, dass sich die Nachricht der Revolutionen in Nordafrika im Land verbreite. Nordkoreanische Medien haben offenbar noch nicht den Tod Gaddafis vermeldet - und das Regime in Pjöngjang hat den Übergangsrat in Libyen nicht als Regierung anerkannt.

Nur ein Prozent der Nordkoreaner weiß vom Arabischen Frühling

Noch weiß offenbar der Großteil Nordkoreas nichts von den Umstürzen des Arabischen Frühlings. Laut der südkoreanischen Zeitung "Korea Herald" weiß lediglich ein Prozent der Nordkoreaner, dass es überhaupt Revolutionen in der arabischen Welt gegeben hat. Dabei handle es sich um hohe Vertreter von Partei und Staat.

Vor dem Machtwechsel in Libyen unterhielt Kim Jong Il gute Beziehungen zum langjährigen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi, der im Oktober in seiner Heimatstadt Sirt getötet wurde. Der libysche Diktator war einer der letzten Verbündeten Kim Jong Ils. Der nordkoreanische Machthaber ist wegen seiner brutalen Herrschaft und des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms international isoliert.

Vergangene Woche trafen sich Vertreter von Kims Regime und den USA in Genf, um wieder über Pjöngjangs umstrittenes Atomprogramm zu sprechen.

fab

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insgesamt 34 Beiträge
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Gandhi, 02.11.2011
1. Wie hier in der Lebensmittelabteilung!
Artikel und Blog waren schon gestern einsehbar. Doch hat kaum jemand Interesse an Kims Ideen. Deshalb wird das Datum heute aktualisiert.
kein Ideologe 02.11.2011
2. 8585885858
1% ist nur informiert? Sind denn alle Lang/ Mittel und Kurzwellensender abgeschaltet? Da war ja die BBC im III. Reich erfolgreicher.
sappelkopp 02.11.2011
3. Was wollen die auch wieder in ....
...Nordkorea? Wahrscheinlich hat Kim die Familien als Geiseln genommen, wäre dem ja zuzutrauen!
PeteLustig, 02.11.2011
4. .
Hehe...die eigenen, unliebsamen Staatsbürger aussperren, das hat er sich wohl von der Türkei und der DDR abgeschaut. PS: Hungerkatastrophe in N-Korea? Unglaubwürdig, die Nordkoreaner scheinen wohlgenährt (http://www.spiegel.de/images/image-258624-galleryV9-ssnb.jpg).
JCR 02.11.2011
5. ..
Nachdem sie in Libyen Massaker, Bombenangriffe und islamischen Fundamentalismus miterlebt haben, dürften diese Nordkoreaner wirklich extrem viel Lust haben, ähnliches auch in ihrer Heimat zu erleben. Common sense zeichnet leider weder moderne Journalisten noch Kim Il Sung aus.
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