Kinderarbeit: Löning fordert Boykott gegen Usbekistan

Von Ralf Neukirch

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Usbekistan. Dort würden systematisch Kinder zur Baumwollernte eingesetzt, Markus Löning spricht gar von staatlich angeordneter "Zwangsarbeit". Nun ruft der FDP-Mann zum Boykott auf.

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Menschenrechtsbeauftragter Löning: "Organisierte Zwangs- und Kinderarbeit" in Usbekistan

Berlin - Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, hat einen Boykott von Baumwolle aus Usbekistan gefordert. Bei der gerade angelaufenen Baumwollernte in dem zentralasiatischen Land gebe es "organisierte Zwangs- und Kinderarbeit", kritisierte Löning. Diese sei staatlich initiiert und angeordnet. "Das heißt auch, dass sie bei entsprechendem Druck schnell beendet werden kann", so der FDP-Politiker.

Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen komme der Erlös der Baumwolle vor allem dem Umfeld des Präsidenten zugute, sagte Löning. Er verwies auf Bekleidungshäuser wie H&M oder C&A, die schon jetzt keine Produkte mehr verkauften, die aus usbekischer Baumwolle hergestellt worden seien. Dem müssten sich andere Hersteller und Händler anschließen. Die Verbraucher forderte Löning auf, sich beim Kauf genau zu erkundigen, wo das Produkt herkomme.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Quatschen können Politiker immer gut
vogtnuernberg 23.10.2012
Aus diesem Grund: Gebt den Menschen eine Chance, handelt selber, beispielsweise durch Au Pairs aus diesen Staaten, die damit Bildung erlangen, die sie in ihrer Heimat wieder einbringen können! Nicht boykottieren oder quatschen, handeln! Ein Au Pair kostet in etwa soviel wie eine durchschnittliche Kinderkrippe! Zu Löning: Woher die Baumwolle stammt ist später nicht mehr feststellbar, wenn diese in einem Dritt- oder Viertstaat verarbeitet wurde. Was also soll diese intellektuelle Bankrotterklärung Lönings uns sagen?
2. der typ hat sie nicht alle
martin-z. 23.10.2012
soll seine neoliberale fdp doch dafür sorgen, dass hier die löhne von geringverdienern steigen, dann können die auch mehr für baumwolle bezahlen. aber aus dem vorschlag wird eh nix weil deutschland es sich wegen afghanistan mit usbekistan nicht verscherzen kann. ver mutlich wahlkampfgetöse und die fdp versucht stimmen von menschenrechtlern zu erhaschen um es doch noch über die 5% zu schaffen.
3. aha
martin-z. 23.10.2012
soll seine neoliberale fdp doch dafür sorgen, dass hier die löhne von geringverdienern steigen, dann können die auch mehr für baumwolle bezahlen. aber aus dem vorschlag wird eh nix weil deutschland es sich wegen afghanistan mit usbekistan nicht verscherzen kann. ver mutlich wahlkampfgetöse und die fdp versucht stimmen von menschenrechtlern zu erhaschen um es doch noch über die 5% zu schaffen.
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