Uno-Bericht Tausende Kinder werden als Soldaten missbraucht

Laut Uno werden weltweit mindestens 4000 Kindersoldaten eingesetzt. Welche Staaten und Organisationen Kinder in Kämpfe verwickeln, zeigt die "Liste der Schande".

REUTERS

Hamburg/New York - Weltweit wurden im vergangenen Jahr mindestens 4000 Kindersoldaten von Armeen und bewaffneten Gruppen eingesetzt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Uno hervor. Die Dunkelziffer liege noch deutlich höher, heißt es im Report über "Kinder und bewaffnete Konflikte", den der Uno-Generalsekretär herausgibt.

Auf der "Liste der Schande" stehen demnach acht staatliche Armeen sowie 51 bewaffnete Gruppen. Sie ziehen Kinder in Konflikte, indem sie sie als Kämpfer einsetzen oder zu Opfern machen - indem sie Kinder töten, vergewaltigen oder Anschläge auf Schulen verüben.

Im aktuellen Bericht werden fünf neue Organisationen erstmals dafür gerügt, Kinder einzusetzen: die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram, die Dschihadisten von ISIS, Islamisten der Nusra-Front und von Ahrar al-Scham, sowie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten. (Hier lesen Sie den kompletten Bericht als PDF.)

Wie die Terrorgruppe ISIS gezielt Kindersoldaten anwirbt und für ihren Kampf gewinnt, berichtete kürzlich die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch detailliert.

Die Uno-Beauftragte für Kinder in Kriegen, Leila Zerrougui, sagte in New York bei der Vorstellung des Berichts über ISIS: "Diese Gruppe hat schon immer Kinder und gezielt auch Schulen und Krankenhäuser angegriffen. Wir beobachten aber, dass das in den letzten Monaten verstärkt geschieht." Für Kinder sei Syrien eines der gefährlichsten Länder der Welt.

Auch im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik werden Kinder in starkem Maße Opfer von Gewalt - allein in Zentralafrika sind laut Unicef 2,3 Millionen Kinder in Gefahr. Zerrougui erwähnte auch die schlechte Lage in Somalia, im Kongo und in Afghanistan.

Immerhin eine gute Nachricht präsentierte die Uno-Beauftragte: Der Tschad sei von der "Liste der Schande" heruntergenommen worden. Die dortige Armee habe alle Punkte eines Aktionsplans erfüllt, der gemeinsam mit der Uno vereinbart wurde und Kinder in Konflikten schützen soll.

fab/AP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
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klareduchblick007 02.07.2014
1. Einfache Frage...
muss man radikal Kapitalistische Interessen Verfolgen (Öl, ect.) um einzugreifen und die Menschen zu befreien oder ist Debatieren ohne konkrette Lösung die einzige Option?! - Die Unfähigkeit und Feigheit der Politik und Entscheider kennt keine Grenzen!!! Die Islamisten und andere Idioten könnte man doch ganz schnell eliminieren; das will man aber offensichtlich nicht aus geostrategischen Wünsch Zielen ohne Rücksicht auf die Minderheiten, Frauen und Kinder...
coppsi 02.07.2014
2. ohne Waffen keine Soldaten
es gehören stets 2 dazu. Diejenigen die Waffen produzieren mit denjenigen die diese verteilen und weitergeben und letztlich diejenigen, die diese benutzen. ohne Waffen also auch keine Kinder als Soldaten .
Whitejack 02.07.2014
3.
Zitat von klareduchblick007muss man radikal Kapitalistische Interessen Verfolgen (Öl, ect.) um einzugreifen und die Menschen zu befreien oder ist Debatieren ohne konkrette Lösung die einzige Option?! - Die Unfähigkeit und Feigheit der Politik und Entscheider kennt keine Grenzen!!! Die Islamisten und andere Idioten könnte man doch ganz schnell eliminieren; das will man aber offensichtlich nicht aus geostrategischen Wünsch Zielen ohne Rücksicht auf die Minderheiten, Frauen und Kinder...
Wie soll das denn gehen? Die meisten der Länder sind abseits der großen Städte infrastrukturell auf steinzeitlichem Niveau, wobei dies oft auch der Geografie geschuldet ist; Wüsten, Hochgebirge, Dschungel und Sümpfe bieten nahezu undurchdringliche Rückzugsgebiete für Terroristen und paramilitärische Truppen. Da fährt man nicht mal eben mit dem Panzer vor und erledigt den Job. Mich wundert auch, dass viele offenbar aus Afghanistan und Irak immer noch nicht gelernt haben, dass es eben nicht so einfach ist, radikale Gruppen mal schnell zu eliminieren. Als hätte es die letzten 13 Jahre nie gegeben...
cartje 02.07.2014
4. Wenn also eigentlich....
die, die es besser wissen müssten, nämlich die Erwachsenen und Politiker, zuschauen, wie mit Staatshilfe aus Europa Terror-Rebellen in Libyen, Syrien, Irak, mit Waffen und Zubehör beliefert und so gestärkt werden, gerade verkündet von OBAMA, dass er für 500Mio.$ die nicht endenden Kämpfe der Rebellen gegen Familien mit Kindern, am kochen halten will, versagt mir fast der Verstand, sollte doch gerade er seinem Friedensnobelpreis gerecht werden müssen. Er hinterlässt mit seinen Vasallen in Saudi Arabien und Katar für die dort wohnenden Kinder nur verbranntes Land. Er gibt sie Quasi zum Abschuss frei. Alle Heucheleien zum Thema Kriegskinder können getrost unterlassen werden, denn sie wissen sehr genau, was sie tun, da hilft kein Leugnen. Jede Waffe = 1 getötetes Kind.
fördeanwohner 02.07.2014
5. -
Zitat von coppsies gehören stets 2 dazu. Diejenigen die Waffen produzieren mit denjenigen die diese verteilen und weitergeben und letztlich diejenigen, die diese benutzen. ohne Waffen also auch keine Kinder als Soldaten .
Natürlich sind Waffenproduzenten, die ohne Skrupel ihre Waffen jedem verkaufen, der ihnen Geld bietet, zu verurteilen. Allerdings müssen Menschen, die diese Waffen verwenden, nicht Kinder einsetzen, um ihre Kriege zu führen. Das ist doch der entscheidende Punkt, der hier angesprochen wird. In Deutschland gibt es eine Bundeswehr, aber es werden keine Kinder eingesetzt. Kinder bedürfen des besonderen Schutzes. Leider ist das in einigen Kulturen eben keine Selbstverständlichkeit. Und das muss sich ändern. Eine Welt ohne Waffen wäre schön, allein der Mensch, wie er nun einmal ist, macht dieses unmöglich.
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