Klimagipfel in Durban Röttgen fordert CO2-Limit für jeden Menschen

Gleiches Recht für alle: Vor dem Klimagipfel in Durban fordert Umweltminister Norbert Röttgen im SPIEGEL ein einheitliches CO2-Budget für jeden Erdenbürger. Die Umsetzung der Energiewende hat dabei für den CDU-Politiker absolute Priorität - auch wenn der Koalitionspartner das anders sieht.

Passanten in Tokio: "Die Schere geht weiter auseinander"
dapd

Passanten in Tokio: "Die Schere geht weiter auseinander"


Hamburg - Es werden schwierige Verhandlungen beim 17. Uno-Klimagipfel im südafrikanischen Durban: Obwohl der Ausstoß von Treibhausgasen ein neues Rekordniveau erreicht hat, zeichnet sich bislang keine Einigung über neue Klimaziele ab. Vor allem die USA und China als größte Produzenten von Treibhausgasen zeigen bislang wenig Verhandlungsbereitschaft.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) plädiert vor dem Gipfel dennoch für weltweit einheitliche Ziele. In der künftigen Weltklimapolitik solle ein einheitliches CO2-Budget für jeden Menschen festgelegt werden, sagte Röttgen im Interview mit dem SPIEGEL. "Es ist vernünftig und geboten, eine globale Wettbewerbsordnung zum Schutz des Klimas einzuführen." Das Endziel sei "ein Pro-Kopf-Budget für die Emission von Treibhausgasen, das für jeden Menschen auf der Welt gilt."

Die Erfolgsaussichten der Konferenz in Durban bewertete Röttgen skeptisch: "In vielen Ländern der Weltgemeinschaft sinkt die Bereitschaft, verpflichtende Vorgaben für den Klimaschutz zu akzeptieren - gleichzeitig schreitet der Klimawandel voran. Die Schere geht weiter auseinander, und das macht mir Sorgen."

Im Streit um die Umsetzung der Energiewende in Deutschland kritisierte Röttgen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), mit dem er sich zuletzt nicht auf verbindliche Regeln für die Energieeffizienz einigen konnte. "Da gibt es tatsächlich einen Dissens", sagte Röttgen und fügte hinzu: "Ich bleibe dabei, dass wir uns verbindliche Ziele setzen müssen, in welchen Schritten die Energieeffizienz steigen soll."

dab



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insgesamt 225 Beiträge
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katzenfreund10 27.11.2011
1. Das einzig gute
Das einzig gute an diesem Vorschlag ist! Er kann Ihn nicht durchsetzen. Vieleicht in Deutschland. Ich hoffe nicht. Aber niemals im Rest der Welt. Und nun privat. Herr Röttgen bei Ministern wie Ihnen frage ich mich ob ich noch in der richtigen Partei bin. Ich bin seit X jahren CDU Mitglied. Aber langsam mache ich mir Gedanken ob ich noch in der richtigen Partei bin. Vieleicht ist es wirklich Zeit eine neue konserative Partei zu gründen. Und ich bin bei uns im Ortsverband nicht der einzige der so denkt.
MtSchiara 27.11.2011
2. Röttgen disqualifiziert sich endgültig als Merkel-Nachfolger
Mit diesem Vorschlag disqualifiziert sich Röttgen entgültig als möglicher Merkel-Nachfolger. Die einzige Möglichkeit, den CO2-Ausstoß nachhaltig zu senken - wenn man dies denn für sinnvoll hält - besteht darin, CO2-freie Energiequellen zu entdecken, die billiger als CO2-haltige sind. Dies geschieht nicht durch Überregulierung in Big-Brother-Manier, sondern durch intensive und ergebnisoffene Forschung und Entwicklung.
promondo 27.11.2011
3. Genau,
Zitat von katzenfreund10Das einzig gute an diesem Vorschlag ist! Er kann Ihn nicht durchsetzen. Vieleicht in Deutschland. Ich hoffe nicht. Aber niemals im Rest der Welt. Und nun privat. Herr Röttgen bei Ministern wie Ihnen frage ich mich ob ich noch in der richtigen Partei bin. Ich bin seit X jahren CDU Mitglied. Aber langsam mache ich mir Gedanken ob ich noch in der richtigen Partei bin. Vieleicht ist es wirklich Zeit eine neue konserative Partei zu gründen. Und ich bin bei uns im Ortsverband nicht der einzige der so denkt.
Katzenfreund, gründen Sie eine neue Partei! Es ist wirklich beschämend, Beiträge ewig gestriger in Sachen Klima zu lesen. Als wäre Klima eine Angelegenheit von 'links'. Klima geht uns alle an! Oder atmen Sie etwa nicht, benötigen kein Wasser zum Leben (ach so, 'tschuldigung, kommt ja aus dem Wasserhahn) oder Getreide für Ihr Brot? Aber nein. Wahrscheinlich nicht. Ich vermute, Sie braten sich grade ein Steak!
SteveFfm, 27.11.2011
4. .
...und passend zum Artikel blinkt eine Reklame eines Energieriesen für angeblich CO2-neutralen Strom. Da offenbart sich, wessen Kind die Klimahysterie ist. Solange nicht bewiesen ist, dass das antropogene CO2 einen signifikanten Effekt auf den Klimawandel hat, ist aller Aktionismus eine gigantische PR-Kampagne mit esoterischen Zügen.
RalfWagner 27.11.2011
5. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre
Längst sind die "wissenschaftlichen" Grundlagen der Klimahysterie geschmolzen wie die immer angeführten Gletscher - nur unsere Politiker (= Lobbyisten der Klimaprofiteuere)können und wollen es nicht begreifen. Röttgens Vorschlag ist so ganz und gar lächerlich, dass man schon wieder Angst bekommen könnte, er würde von unserer entrückten Politkerkaste umgesetzt. Zu Ende gedacht enstünde eine mönströse CO2-Bürokratie (viele Posten für Politiker), die den Menschen in Europa und in den USA Milliarden aus der Tasche ziehen würde, um sie umzuverteilen. Und wofür - für Nichts, für ihre bloße Existenz! Nach dem Euro-Rettungswahn ist die Klimapolitik ein weiterer Grund, am Verstand der Politikerkaste grundsätzlich zu zweifeln.
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