Klimaschutz Australien will Glühbirnen verbieten

Im Kampf für ein besseres Klima will Australien als erstes Land der Welt die Verwendung herkömmlicher Glühbirnen verbieten. So sollen Energieverbrauch und Treibhausgase gedrosselt werden.


Sydney - Statt der Glühbirnen sollten künftig nur noch Energiesparlampen eingesetzt werden, kündigte Umweltminister Malcolm Turnbull an. Auch ein kleiner Schritt könne eine große Wirkung haben, sagte er dem Fernsehsender Nine Network. "Wenn der Rest der Welt unserer Führung folgt, wird dies eine erhebliche Energieeinsparung bedeuten."

Skyline von Sydney: Leuchtendes Beispiel in Sachen Klimaschutz?
Getty Images

Skyline von Sydney: Leuchtendes Beispiel in Sachen Klimaschutz?

Die schrittweise Umstellung der Lampen werde nicht nur die Stromrechnung der Haushalte entlasten, sondern auch die Emission von Treibhausgasen im eigenen Land bis 2012 um vier Millionen Tonnen reduzieren. Nach den zuletzt vorliegenden Zahlen von 2004 gab Australien 565 Millionen Tonnen Kohlendioxid und andere schädliche Gase in die Atmosphäre ab.

Ministerpräsident John Howard sagte, dass der Plan allen Australiern ermögliche, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der konservative Politiker hat erst kürzlich eingeräumt, dass die industrielle Lebensweise für die globale Erwärmung verantwortlich sei. Es wird erwartet, dass der Klimaschutz in diesem Jahr ein wichtiges Wahlkampfthema in Australien sein wird.

Australien gehört wie die USA zu den Ländern, die sich aus wirtschaftlichen Gründen dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto verweigern. Umweltschützer kritisierten die Ankündigung der konservativen Regierung als Tropfen auf den heißen Stein. Stattdessen forderten sie einen konkreten Zielrahmen für die Reduzierung der Emissionen und die Umstellung auf erneuerbare Energieträger.

Bei der Glühbirne wird die dem Glühfaden zugeführte Energie in Strahlung umgesetzt. Davon wird aber nur ein geringer Frequenzbereich als Licht wahrgenommen. Die Strahlung im Infrarotbereich ist nicht sichtbar und wird als Wärme empfunden.

Energiesparlampen, die auch als Kompaktleuchtstofflampen bezeichnet werden, haben eine höhere Lichtausbeute im Verhältnis zur Energiezufuhr. Sie sind mit Gas gefüllt und mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet. Der Plan der australischen Regierung sieht eine Ausnahmeregelung für bestimmte Verwendungszwecke vor. So sollen etwa Glühbirnen zur Backofenbeleuchtung weiter erlaubt sein.

als/AP



insgesamt 1202 Beiträge
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SaT 20.02.2007
1.
Ich denke die anderen Mittel sind bekannt: regenerative Energie, Atomstrom (hat aber bekanntlich auch so seine Nachteile), Bäume pflanzen. Aber das Thema ist so komplex wie das Klima selbst. So verstärken beispielsweise die Abgase von Flugzeugen den Treibhauseffekt, anderseits tragen die Kondensstreifen durch Verdunklung zur Abkühlung der Erde bei. Genauso verhält es sich mit Rußpartikel aus filterlosen Kraftwerken. Trotzdem wäre es sicher falsch darauf zu hoffen, dass die eine Umweltverschmutzung die andere aufhebt. Energiesparen und die Forschung auf Fusionskraftwerke halte ich für den besten Weg aus der Misere.
Michael82, 20.02.2007
2. Nutztierhaltung
Eine weitere Quelle der Treibhausgase ist die Landwirtschaft. Die "Abgase" der Tiere sind in keinem Fall zu unterschätzen. In diesem Zusammenhang habe ich mal von einem Forscherteam gelesen, das einen Impfstoff gegen bestimmte Gas erzeugende Bakterien entwickelte - mit dem Ergebnis, dass die entstehende Menge an Gas deutlich gesunken ist.
Skarrin, 20.02.2007
3. Mehr Energieeffizienz!
Energiesparen hört sich immer nach Verzichten an und ruft die neoliberalen Hetzer auf den Plan, die sich dann lauthals über die bösen grünen Lebensstilvorschreiber beklagen. Das richtige Mittel ist eine Steigerung der _Energieeffizienz_ in allen Bereichen, verbunden mit einem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Ich kann dazu nur das Buch "Öko-Kapitalismus" von Hawken/Lovins empfehlen, mit sehr vielen interessanten Vorschlägen und Konzepten. Das australische Glühlampenverbot halte ich aber für sinnfreien Aktionismus - ich werde auch weiter in meiner Diele und Abstellkammer, wo die Lampen nur wenige Minuten am Tag in Betrieb sind, Glühbirnen verwenden. Zumindest bis es gleichwertige LED-Leuchten gibt. Gruß Skarrin
SaT 20.02.2007
4. eine unkonventionelle Idee
Noch eine eher unkonventionelle Idee: der weltweite CO2-Abbau geschieht in erster Linie durch Phytoplankton in den Weltmeeren. Die Idee ist nun Meere mit Eisensulphat zu düngen um deren Wachstum anzuregen. Hier gab es schon erfolgversprechende Experimente. Nur weiß man noch nicht genau was man dabei am anderen Ende kaputt macht. Solche Maßnahmen sind mit unkalkulierbaren Risiken verbunden, solange wir vom Ökosystem Erde noch so wenig Ahnung haben.
Alfons 11:45, 20.02.2007
5.
Nicht nur das Herumreisen zwischen Berlin und Bonn ist für das Klima kontraproduktiv. Das trifft auch für die monatliche Karavane zwischen Straßburg und Brüssel zu. Letzteres wurde von den Hinterbänklern von CDU und SPD in Bundestag und Europäischem Parlament bislang anscheinend übersehen.
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