Klimaschutz: Kleine Sensation auf dem Erdgipfel

China gab beim Weltgipfel in Johannesburg überraschend die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls bekannt. Auch Russland kündigte seine Zustimmung an. Damit könnte das Klimaschutz-Abkommen schon bald in Kraft treten - auch ohne die Beteiligung der USA.

Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji (Mitte): Kyoto-Protokoll ratifiziert
REUTERS

Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji (Mitte): Kyoto-Protokoll ratifiziert

Johannesburg - Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji rief die noch nicht beteiligten Industriestaaten zur Nachahmung auf, damit das Protokoll zur Begrenzung der Treibhausgase noch in diesem Jahr in Kraft treten könne. Vor den versammelten Staats- und Regierungschefs würdigte er das Protokoll als wirksame Maßnahme im gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel.

Als Entwicklungs- und Niedriglohnland habe China mit seiner großen Bevölkerung in den vergangenen Jahren dem Klimawandel bereits große Beachtung geschenkt. So habe es einen wahren Kraftakt bei der Verbesserung der Energieausbeute gegeben, was zu einer Reduzierung der schädlichen Emissionen geführt habe.

Auch der russische Ministerpräsident Michail Kasjanow hat die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls in nächster Zukunft in Aussicht gestellt. Russland habe das Protokoll unterzeichnet und bereite seine Ratifizierung vor, sagte Kasjanow auf dem Uno-Weltgipfel.

Die Umsetzung des Kyoto-Protokolls wäre dadurch so gut wie sicher. Damit das 1997 geschlossene Abkommen in Kraft treten kann, muss es von mindestens 55 Ländern ratifiziert werden, die für mindestens 55 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes der Industriestaaten verantwortlich sind. Dazu fehlt nach der Ratifizierung durch China nur noch die Zustimmung Russlands.

Die USA, die mit 36 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen größter Treibhausgas-Produzent sind, wollen nicht an dem Abkommen teilnehmen.

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