Umfrage zu Beziehungen Kluft zwischen Deutschen und US-Amerikanern wird größer

Wie steht es um die transatlantischen Beziehungen? Laut einer Umfrage haben Deutsche und Amerikaner da erstaunlich unterschiedliche Ansichten.

Steuben-Parade in New York
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Deutsche und US-Amerikaner entwickeln sich politisch offenbar immer weiter auseinander. Einer repräsentativen Umfrage der Körber-Stiftung und des amerikanischen Pew Research Centers zufolge bezeichnen 73 Prozent der befragten Deutschen die Beziehungen zu den USA als schlecht oder sehr schlecht. Dagegen gaben 70 Prozent der befragten US-Amerikaner an, die Beziehungen zur Bundesrepublik seien eher gut oder sehr gut.

Während die Amerikaner mehrheitlich enger mit Deutschland zusammenarbeiten wollen, wünschen dies nur noch 47 Prozent der Deutschen. Für die klare Mehrheit der befragten Bundesbürger sind die Beziehungen zu Frankreich am wichtigsten, danach kommen die Vereinigten Staaten an zweiter Stelle, allerdings mit einem Rückgang von 43 auf 35 Prozent gegenüber 2017.

Trotz der protektionistischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sehen 68 Prozent der befragten Amerikaner Vorteile durch den Freihandel, in Deutschland sind es nur 53 Prozent. 51 Prozent der US-Amerikaner lehnen zudem Strafzölle gegen deutsche oder europäische Unternehmen ab. 78 Prozent der Deutschen begrüßen es laut den vom Kantor-Institut erhobenen Daten umgekehrt, dass die EU als Antwort auf Trumps Strafzölle höhere Abgaben auf US-Produkte erhoben hat.

Eine Annäherung gibt es bei den Militärausgaben: Mittlerweile sind 43 Prozent der Deutschen (plus elf Prozent gegenüber 2017) dafür, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöht. Dies ist eine ständige Forderung der US-Regierung, allerdings auch von europäischen Verbündeten.

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar Public im September 1002 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland zu ihren außenpolitischen Einstellungen befragt.

cte/Reuters

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insgesamt 176 Beiträge
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Sonnenschein11 27.11.2018
1. Oh, erst jetzt bemerkt?
Wenn wir deutsche uns wieder auf unsere uralten Freundschaften besinnen, sind wir wieder auf den richtigen Weg. Seit vielen Jahrhunderten gibt es eine tiefe und herzliche Freundschaft und Geschäftsbeziehungen zu z.B. den Russen. Was machen wir im Auftrag der USA? Wir treten diese Freundschaft mit Füßen. Wer lacht sich schlapp? Die Amerikaner. Warum machen wir das? Weil wir den Amis bis zum Hals im Allerwertesten stecken. Warum? Das ist die entscheidende Frage. Warum treten wir die Gefühle alter Freunde?
haarer.15 27.11.2018
2. Wieso erstaunlich ?
Machen wir uns nichts vor. Von Mentalität und Kultur her gab es schon immer eine Riesen-Kluft zwischen hüben und drüben - und das auch schon vor Trump. Am vermeintlichen Klischee, die US-Amerikaner seien oberflächlich, kulturell und politisch unterbelichtet, ist eben schon was dran. Wir Deutsche sollten uns vielmehr auf Europa konzentrieren und uns mehr emanzipieren vom fernen "Partner" Amerika. Das sollte doch langsam in die letzte graue Zelle gelangen.
hergen.heinemann 27.11.2018
3. Überhaupt nicht erstaunlich sind diese Unterschiede
in der Sicht der Deutschen und US-Amerikaner, weil die Deutschen am "reiceiving end" der Beziehung sitzen und Die US-Amerikaner am austeilenden Ende. Somit finden die US-Amerikaner die Deutschen nützlich und haben sie dafür ein bisschen gern und die Deutschen leiden unter dem austeilenden Wesen der USA und haben diese nicht ganz so gern. Da ist noch viel Luft für eine Vergrößerung der Kluft.
realist4 27.11.2018
4. @1
Zitat von Sonnenschein11Wenn wir deutsche uns wieder auf unsere uralten Freundschaften besinnen, sind wir wieder auf den richtigen Weg. Seit vielen Jahrhunderten gibt es eine tiefe und herzliche Freundschaft und Geschäftsbeziehungen zu z.B. den Russen. Was machen wir im Auftrag der USA? Wir treten diese Freundschaft mit Füßen. Wer lacht sich schlapp? Die Amerikaner. Warum machen wir das? Weil wir den Amis bis zum Hals im Allerwertesten stecken. Warum? Das ist die entscheidende Frage. Warum treten wir die Gefühle alter Freunde?
Ich wüsste nicht, wann Deutschland jemals besonders enge Freundschaft mit den Russen gehegt hätte, zu DDR Zeiten? Zumindest in den letzten 70 Jahren war das Verhältnis zu den USA bedeutend enger und fruchtbarer.
tanzbewegung/nthweiden 27.11.2018
5. Völkerverständigung?
Amerika als Einwanderungsland hat andere Traditionen assimilieren müssen, meist oberflächlich und immer am Individualwohl orientiert! Europa konnte seine Traditionen bewahren, weiterentwickeln in aller Regel am Gemeinwohl orientiert! Land ist in den USA bis heute mit der Knarre zu verteidigen, Individualinteressen First!
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