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Kampf um Kobane: Kurden wehren IS-Angriff ab

Blick auf Kobane (25. Oktober): Ein Kurde jubelt, hinter ihm Rauch nach einem Luftschlag gegen den IS Zur Großansicht
AFP

Blick auf Kobane (25. Oktober): Ein Kurde jubelt, hinter ihm Rauch nach einem Luftschlag gegen den IS

In der Schlacht um Kobane haben kurdische Kämpfer offenbar erfolgreich einen Angriff des IS abgewehrt. Im Irak ermordete die Dschihadisten Dutzende Mitglieder eines sunnitischen Stammes.

Kobane - Die kurdischen Kämpfer in Kobane haben Aktivisten zufolge einen erneuten Angriff der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückgeschlagen. In der nordsyrischen Grenzstadt habe es in der Nacht zum Samstag heftige Gefechte gegeben, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Die Gefechte in Kobane hätten bis zum Morgen angedauert, sagte Rahman der Nachrichtenagentur AFP. In den zurückliegenden drei Tagen seien im Kampf um Kobane mindestens hundert IS-Kämpfer getötet worden. Seit Beginn der Gefechte Mitte September seien damit mehr als 570 Dschihadisten und insgesamt mehr als 950 Menschen getötet worden.

Laut der Beobachtungsstelle, die ihre Angaben aus einem Netzwerk von syrischen Aktivisten bezieht, erhielten die IS-Einheiten Verstärkung aus den syrischen Provinzen Aleppo und Raka. Auf der Seite der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) gab es demnach am Freitag 15 Tote.

Nusra-Front erobert Dorf

Die irakischen Peschmerga-Kämpfer, die am Freitag zur Verstärkung der YPG nach Kobane gereist waren, beteiligten sich der Beobachtungsstelle zufolge noch nicht an den nächtlichen Gefechten. Etwa 150 Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak waren am späten Freitagabend in Kobane eingetroffen, um die Verteidiger der Stadt zu unterstützen.

Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereit erklärt, die irakischen Kurden-Kämpfer durchreisen zu lassen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan warf dem Westen am Freitag vor, sich im Kampf gegen den IS zu sehr auf Kobane zu konzentrieren.

In der nordwestsyrischen Provinz Idlib eroberten nach Angaben der Beobachtungsstelle Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündeten islamistischen Nusra-Front ein Dorf, das zuvor unter der Kontrolle von moderaten syrischen Rebellen gewesen war. Demnach wurde um Deir Sinbel 24 Stunden lang gekämpft.

35 Leichen in Massengrab entdeckt

Vom Westen unterstützte moderate Aufständische kämpfen in Syrien sowohl gegen den IS als auch gegen Regierungstruppen von Staatschef Baschar al-Assad. Aus anfangs friedlichen Protesten gegen Assad entwickelte sich in dem Land seit März 2011 ein Bürgerkrieg mit bislang mehr als 180.000 Toten.

Im benachbarten Irak, wo der IS große Teile des Nordens besetzt hält, griffen die Regierungstruppen nach eigenen Angaben am Freitag die vom IS gehaltene strategisch wichtige Stadt Baidschi an. Demnach wurden zwei Stadtteile zurückerobert.

Der IS geht weiter brutal gegen jene vor, die sich weigern, sich den Extremisten anzuschließen. Ein Vertreter des Sunniten-Stammes Albu Nimr sagte am Samstag, fünfzig vertriebene Angehörige seien am Vortag vom IS umgebracht worden. Die Extremisten hätten die Frauen und Männer erschossen. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte erklärte, in einem Massengrab seien 35 Leichen gefunden worden, die bei einem anderen Überfall getötet worden seien.

Erst am Donnerstag waren in der Provinz Anbar zwei Massengräber entdeckt worden, in der laut Sicherheitskreisen mindestens 220 Leichen vom IS verscharrt worden waren. Die Toten gehörten demnach zu einer Gruppe von 300 Angehörigen des Albu-Nimr-Stammes, die in den vergangenen Tagen vom IS verschleppt wurde. IS-Kämpfer hätten erklärt, dass es sich um eine Strafaktion gegen den Widerstand gehandelt habe.

bim/AFP/dpa/Reuters

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1. Die FSA und
recepcik 01.11.2014
Lassen ihre Gebiete von IS und Nusra übertrieben um die kurdische Stadt Kobane zu verteidigen. Niemand mit gesundem Menschenverstand glaubt doch dass diese Rebellen, die oft mit der IS und Nusra paktiert habe, es ehrlich meinen. Sie wollen sich im Erfolg der Kurden sonnen und womöglich auch an Waffen kommen. Den Kurden ist es zu raten den FSA Terroristen nicht zu trauen da sie bei erster Gelegenheit ihnen in den Rücken fallen.
2. Banū Quraiza
never-stop 01.11.2014
Mohammed hat ja auch gerne mal einen Stamm massakrieren lassen wenn der nicht spuren wollte. Z.B. die Banū Quraiza. Da Mohammed selbst dem seinen Segen gab musste es ja wohl gottgefällig sein. Und etliche "Rechtsgelehrte" haben auf dieser Basis das islamische "Völkerrecht" ergänzt. Sicher sind die IS-Teufel daher auch völlig guten Gewissens. Es wird doch allmählich Zeit dass die Muslime ihre Ideologie mal unter die Lupe nehmen. Wenn die Intellektuellen in Europa allerdings keinen Diskussionsbedarf sehen und nicken wenn es heißt der Islam sei eine Religion des Friedens, dann kann das noch dauern. Dieser Frieden tritt genau dann ein wenn wir alle, auch Schiiten, Aleviten usw. uns dem Diktat unterworfen haben. Mohammed ist der einzige mir bekannte Religionsgründer der unzählige Menschen umbrachte oder bringen lies. Wobei Moses, falls man den als Religionsgründer ansprechen kann, eventuell vom selben Schlag war.
3. Mir fehlen die Worte
freeusa 01.11.2014
um das zu beschreiben, was ich denke, wenn ich diese Berichte lese. Mit Glauben und Verstand hat das nichts zu tun. Das Interview mit einem dieser Menschen hat mich fassungslos gemacht. Eine solch krude Denke kann eigentlich kein Mensch haben.
4. Was fuer ein Gewese um Kobane !
demokroete 01.11.2014
Der Konflikt zwischen Kurden, IS und anderen Terrorgruppen geht uns ueberhaupt nichts an ! Ich weiss gar nicht, wieso die gleichgeschalteten Medien so ein Gewese gerade um diese eine Stadt machen. Ausserdem ist mir ganz unverstaendlich, warum Kurden, die mit deutschem Pass ins Kampfgebiet reisen, um dort illegal am Krieg teilzunehmen, hier hochgejubelt werden, und andere mit deutschem Pass, die auf der Gegenseite kaempfen, richtigerweise als Kriminelle dargestellt werden, die gegen deutsches Recht verstossen.
5. demokroete zitieren
tinosaurus 01.11.2014
Wenn Sie das alles nichts angeht, warum schreiben Sie dann diese dümmlichen Zeilen? Wer die Kurden mit den Is-Mördern gleichsetzt, der kriegt vielleicht wirklich nichts mit, oder ist wie Erdogan ein verkappter Islamist, der von einem neuem islamischen Reich träumt. Koste es, was es wolle.
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