Kampf um Kobane Linken-Abgeordnete fordert Solidarität ohne Luftschläge

Verzweifelt kämpfen die Kurden in Kobane gegen die Terrormiliz IS, ausdrücklich fordern sie mehr Luftschläge. Die Linken-Abgeordnete Christine Buchholz jedoch protestiert gegen das "US-Bombardement". Das löst Entrüstung aus.

Umstrittene Forderung: Buchholz-Auftritt auf ihrer Facebook-Seite

Umstrittene Forderung: Buchholz-Auftritt auf ihrer Facebook-Seite


Berlin - Mit einer Aktion auf ihrer Facebook-Seite hat die friedenspolitische Sprecherin der Linken, Christine Buchholz, heftige Kritik auf sich gezogen. Die Bundestagsabgeordnete veröffentlichte am Freitag ein Foto von sich und einem Transparent mit der Aufschrift "Solidarität mit dem Widerstand in Kobane! US-Bombardement stoppen!"

Die Kämpfer in Kobane haben aber offenbar eine gänzlich andere Meinung zu den von Buchholz kritisierten Luftangriffen unter Führung des US-Militärs. Im Kampf gegen die immer weiter vorrückende Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind sie dringend auf Unterstützung angewiesen. Solange die Türkei ihre Grenzen nicht für Waffenlieferungen und zusätzliche kurdische Kämpfer öffnet, sind die Luftschläge ihre einzige Hoffnung. Am Samstag forderte ihr Anführer in Kobane ausdrücklich eine Verstärkung der Angriffe.

Buchholz' Forderung sorgte im Internet denn auch für heftige Reaktionen. Die Kommentare reichen vom spöttischen Hinweis, die Nationalsozialisten seien schließlich "auch mit Feenstaub besiegt" worden bis zur Bewertung der Aktion als "unverschämter Hohn gegenüber den Opfern einer humanitären Katastrophe". Auch Kommentatoren, die nach eigener Aussage Linken-Mitglieder sind, distanzierten sich deutlich von Buchholz.

Die Linken-Politikerin zeigte sich bislang jedoch unbeirrt. Auf ihrer Internetseite schreibt sie, über Sieg und Niederlage entscheide "nicht die bloße militärische Stärke. Es handelt sich um eine soziale Frage." Die Bombardements hätten den IS politisch gestärkt, da sich viele Syrer in den vom Assad-Regime befreiten Gebieten durch sie bedroht fühlten. Die Islamisten könnten aber nur geschlagen werden, wenn sie innerhalb der sunnitischen Bevölkerung im Irak und Syrien auf Widerstand stießen. "Luftangriffe durch imperialistische Staaten sind diesbezüglich politisch kontraproduktiv."

Buchholz gehört zum linken Flügel ihrer Partei. Im Jahr 2010 erhob sie sich nach einer Rede des israelischen Präsidenten Schimon Peres zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus demonstrativ nicht von ihrem Sitz. Buchholz begründete dies mit ihrem Protest gegen eine angebliche Kriegsvorbereitung Israels gegen Iran.

dab

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sponnerd 11.10.2014
1.
Die Haltung dieser Dame ist ähnlich sinnfrei, wie die kürzlich von mir im Rundfunk vernommene Position einer evangelischer Pastorin, die sich nicht entscheiden konnte zwischen dem "Bösen" des Krieges in Syrien und dem Irak und dem "Bösen" der Lieferung von Waffen an die von ebenjenem Krieg von der Vernichtung bedrohten Menschen! Hier zeigt sich, dass das ganze theoretische Friedensgefasel von solchen Phantasten eben mit der Realität des Lebens nichts zu tun hat!
Freeman69 11.10.2014
2. Stoppt den Geldfluss
Stoppt den Geldfluss. Alle Konten von Saudis und Scheichs aus Quatar einfrieren, Alle Waffenlieferungen einstellen. Waffenlieferungen an die ISIS überwachen und die Waffenlieferanten hart bestrafen. Hersteller, Rüstungsfirmen, Waffenhändler etc. Aber dazu ist man wohl nicht bereit. Besser ist es beiden Seiten Waffen zu liefern.
Erythronium2 11.10.2014
3. Etwas seltsam...
Etwas seltsam klingt die Dame schon. Mit ihrer Ideologie oder verbalen Solidarität wird sie den IS wohl kaum besiegen. Aber da Deutschland insgesamt militärisch dazu sowieso so gut wie nichts beitragen kann, wird so eine Äußerung Amerikaner wie Kurden vermutlich etwas weniger interessieren als der sprichwörtliche Sack Reis, der in China umgefallen ist. Trotzdem sollten die Linken sich gut überlegen, ob das die richtige Frau ist, für die Friedenspolitik ihrer Partei zu sprechen.
moe.dahool 11.10.2014
4. Weltfremd 2.0
Auch wenn ich grundsätzlich Sympathien für die Linke habe, sind es genau diese Aktionen, die mich eines besseren belehren, und mich dann doch andere Parteien wählen lassen. Diese bornierte Weltfremdheit löst in mir Impulse aus, die wahrlich nicht pazifistisch anmuten. Vor allem nennt dieses junge Mädchen keinerlei Alternative, so sehr ich auch google. Gott sei Dank hat das Wort dieser "friedenspolitischen Sprecherin" kein Gewicht in der Politik.
warndtbewohner 11.10.2014
5. Die Linke hat recht...
Luftangriffe bringen gar nichts wie man ja sehen kann. Wir sollten uns mehr mit humanitärer Hilfe engagieren, mehr Flüchtlinge aufnehmen, Kommunen mehr Gelder für Flüchtlinge zur Verfügung stellen und mehr Integrationshelfer ausbilden. Auch das Arbeitsrecht sollte für Flüchtlinge vereinfacht werden, schließlich haben wir ja Fachkräftemangel. Das wäre mehr als alles was bislang erreicht wurde...
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