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Verwirrung in US-Kommandostelle: "Acht Luftschläge auf Kobane, vier auf Ain al-Arab"

US-Kampfflugzeuge über Syrien: Ain al-Arab oder Kobane? Zur Großansicht
REUTERS

US-Kampfflugzeuge über Syrien: Ain al-Arab oder Kobane?

Die US-Luftangriffe in Syrien sind detailliert dokumentiert. Doch es gibt Ungereimtheiten: Acht Luftschläge gab es den Streitkräften zufolge auf Kobane, vier auf Ain al-Arab - dabei ist das dieselbe Stadt.

Hamburg - Wenn Städte von unterschiedlichen Menschen verschiedene Namen zugewiesen bekommen, dann kann das schon etwas verwirren. Bei der Fußball-EM 2012 etwa kamen Fans der deutschen Nationalmannschaft durcheinander, als ihr Team sowohl in Lemberg als auch in Lwiw spielen sollte - bis dann die Erkenntnis einsetzte: Das ist dieselbe Stadt.

Auch im Fall der von der Terrororganisation "Islamischer Staat" attackierten nordsyrischen Stadt Kobane gibt es Missverständnisse. Auf Arabisch heißt der Krisenherd Ain al-Arab. Zu Beginn des Konflikts nutzten viele Medien, auch SPIEGEL ONLINE, diesen Namen in der Berichterstattung. Erst im Laufe der Zeit setzte sich in den deutschsprachigen Medien die kurdische Bezeichnung "Kobane" durch.

Für die Presseabteilung der US-Kommandostelle im Nahen Osten, dem "U.S. Central Command", war die Konfusion mit den unterschiedlichen Namen offensichtlich zu groß: In einer Tabelle über die Luftschläge in Irak und Syrien, die über einen Twitter-Kanal des "Atlantic Media"-Konzerns veröffentlicht wurde, tauchen beide Schreibweisen auf.

Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, zeugt es doch von Transparenz. Peinlicherweise wurden sie aber als zwei unterschiedliche Städte gezählt. Acht Luftschläge wurden demnach auf Kobane verübt, vier auf Ain al-Arab. Diese Verwechslung garantierte natürlich Hohn und Spott in den sozialen Netzwerken.

Zumal es nicht das erste Mal war, dass sich die US-Verantwortlichen als äußerst ortsunkundig erwiesen. Mitte September gab es ein Hintergrundgespräch mit Journalisten, in dem ein hochrangiger Regierungsbeamter auf die weitläufige Grenze zwischen Saudi-Arabien und Syrien hinwies. Einziges Problem: Eine solche Grenze existiert nicht.

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bka

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insgesamt 87 Beiträge
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1. ¡No pasaran!
nord1icht 07.10.2014
Ich bin bodenlos enttäuscht. Irgendwie habe ich daran geglaubt, dass "der Westen" ernste Schritte den diese Faschisten unternimmt. Aber was ist das denn? Es kann nicht sein, dass man die vorrückenden Truppen und die Nachschubwege der IS nicht windelweich bomben kann. Endlich stehen einmal alle hinter Obama, sogar Iran und Saudi-Arabien, und was passiert? Sie müssen denken "Allah ist mit uns", dabei sind es nur Intrigen und Dolchstöße. Der größte Sündenfall seit Spanien 1936, was danach kam, weiß man.
2. Ernsthaft?
cip 07.10.2014
Das ist einen Artikel wert?
3. Das ist
separator 07.10.2014
gar nichts. Die Sprecherin desWeißen Hauses wollte die 6. amerikanische Flotte an die Küste Weißrusslands schicken obwohl das Land keinen mm Küste hat.
4. die selbe Stadt??
charlesdickensons 07.10.2014
Na dann, acht plus vier macht zwölf Luftschläge.
5. Na ja. MiMit Geographie haben nicht nur die Amerikaner Probleme....
merkur08 07.10.2014
Allerdings muss man schon sagen, dass keine Amerikaner außerhalb der USA sich mit Geographie gut auskennt. Gilt allerdings auch zunehmend hier. Allerdings sollte in einem Militärstab schon Ahnung davon herrschen wen man bombardiert. Nicht, dass man Kobane mit Köln verwechselt und die falschen Daten eingibt.............
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Fotostrecke
Kampf um Kobane: Schwarzer Rauch und schwarze Flagge

Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki; Imad Khamis (designiert)

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