Islamischer Staat Peschmerga-Kämpfer erreichen Kobane

Unterstützung für die Kurden in Kobane: Bewaffnete Peschmerga-Kämpfer haben die Enklave erreicht. Sie sollen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) helfen.


Kobane - Kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak sind in Kobane eingetroffen. Das teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in England mit. Die Peschmerga sollen die Kurden in Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Vor allem politisch sei dies ein wichtiges Signal, sagte Idris Nassan, Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten, gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Zehn Fahrzeuge mit Peschmerga hätten die türkisch-syrische Grenze überquert. Bilder auf Twitter zeigten Kämpfer, die auf der Fahrt kurdische Fahnen schwenkten. Die US-Luftwaffe und ihre Verbündeten flogen laut den Menschenrechtlern während der Verlegung drei Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Kobane. Ein Vertreter der Kurden berichtete, der Konvoi sei sicher in der Stadt eingetroffen.

Insgesamt 150 Peschmerga aus dem Nordirak sollen den Verteidigern von Kobane helfen, die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt gegen die Extremisten zu verteidigen. Ausgerüstet sind sie mit schweren Waffen, darunter Artillerie. Die Peschmerga waren zunächst in die Türkei verlegt worden und hatten dort in den vergangenen Tagen auf ihren Einsatz in Syrien gewartet. Der IS versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen und hat die Stadt von drei Seiten eingeschlossen. Nur der Weg nach Norden Richtung Türkei ist noch offen.

isa/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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millerntor 31.10.2014
1. Irgendwie
ist in Kobane alles sonderbar und nicht nachzuvollziehen.......laut Bericht erreichen die Peschmergas Kobane ohne Verluste und ohne Schusswechsel......stand die IS stramm ? Sonderbar, oder ?
Enkidu 31.10.2014
2. Angriff ist die beste Verteidigung.
In diesem Fall sollte zunächst der Nachschub der IS nach Kobane gekappt werden. Danach sollte man die Belagerer ihrerseits einkesseln und zur Aufgabe zwingen. Die Militärgeschichte bietet dafür zig Beispiele. Das würde aber einen beherzten, koordinierten Angriff erfordern, und dazu scheint immer noch der Wille zu fehlen.
rotangi 01.11.2014
3. rotangi
Wenn denn die Stadt schon von drei Seiten eingekesselt ist, wie ist es dann möglich, dass beim Einrücken der Kämpfer in Autokolonnen die Bevölkerung offensichtlich Spalier steht und den Rettern zujubeln kann? Angeblich haben doch die IS Milizen schon Kampfjets erbeutet und sind mit US Munition und Waffen auf dem Vormarsch. Abgesehen davon waren ja zunächst ganze 10 Kämpfer als Verstärkung gekommen, jetzt sind es 150, was ja gegen eine solche angeblich haushoch überlegene Streitmacht wie der IS, die ja nach Spiegel 1 Mio Dollar am Tag für Ölexporte einnehmen und die am besten finanzierte Terrororganisation der Welt sein soll, ja auch nicht gerade viele sind. Diese Geschichten sind genauso seltsam wie die jener kurdischen Helden-Kämpferin, die angeblich über 100 Gegner im Kampf Frau gegen Mann besiegt hat und mit einem schönen Lächeln und dem Victory -Zeichen in die Kamera schaut. Und auch die vielen Zeugenberichte von sog. Überlebenden über Sexsklaverei, Folter und Hinrichtungen wirken seltsam an. Der Westen denke aber auch bitte daran, dass man sich hier wohl kaum als der Gute präsentieren kann, zu sehr sind noch die Verbrechen in Abu-Ghraib und vor allem in Afghanistan in Erinnerung, wo auch einst ein deutscher Oberst ein Kriegsverbrechen gegen zivile Opfer auslöste.
as-368597 01.11.2014
4.
Ich hoffe nur die Weltgemeinschaft begreift was da gerade passiert, den die Kurden werden sich wen sie dort Erfolg haben nie wieder einer anderen Stattlichen Autorität unterordnen als einer eigenen Kurdischen und das wird Syrien und den Irak gleichermaßen betreffen. Sie waren die einzigen die Erfolgreich widerstand geleistet haben und sie werden sich sicher nicht so abspeisen lassen wie nach dem ersten und zweiten Weltkrieg wo sie per Federstrich auf einer Karte auf mehrere Staaten aufgeteilt wurden.
simplythebeast 01.11.2014
5. Warnbarke
Zitat von as-368597Ich hoffe nur die Weltgemeinschaft begreift was da gerade passiert, den die Kurden werden sich wen sie dort Erfolg haben nie wieder einer anderen Stattlichen Autorität unterordnen als einer eigenen Kurdischen und das wird Syrien und den Irak gleichermaßen betreffen. Sie waren die einzigen die Erfolgreich widerstand geleistet haben und sie werden sich sicher nicht so abspeisen lassen wie nach dem ersten und zweiten Weltkrieg wo sie per Federstrich auf einer Karte auf mehrere Staaten aufgeteilt wurden.
Und was wollen Sie uns, der Weltgemeinschaft mit ihrer Warnung vor den Kurden sagen? Dass wir ihnen die Unterstützung verweigern und die isis gewähren lassen sollten, weil die Kurden - zurecht - eine Anerkennung ihrer Leisungen im Kampf gegen diesen Terrorstaat einfordern könnten?
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