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Kampf um Kobane: US-Armee versorgt Kurden aus der Luft mit Waffen

Kobane: Hilfe aus der Luft Fotos
AFP

Neue Strategie in der Schlacht um Kobane: Das US-Militär rüstet nun die kurdischen Kämpfer in der Stadt mit Waffen und Munition aus. Das Militärgerät wurde in der Nacht von Flugzeugen aus abgeworfen.

Kobane - Das US-Militär hat die Kurden in der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane aus der Luft mit Waffen, Munition und medizinischem Material versorgt. Das US-Militärkommando Centcom sprach von mehreren Versorgungsflügen mit Frachtflugzeugen vom Typ C-130. Mit dem Nachschub könnten die um Kobane kämpfenden Kurden der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) weiterhin Widerstand leisten.

Die Lieferungen seien von den kurdischen Behörden im Irak bereitgestellt worden, so das US-Militärkommando. Die US-Armee habe in der Nacht zudem elf Luftangriffe gestartet.

Am Sonntag war es den kurdischen Kämpfern nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gelungen, sich in vom IS besetzte östliche Stadtteile von Kobane vorzukämpfen. Die verbesserte Zusammenarbeit von Kurden und der internationalen Allianz habe geholfen, den IS-Vormarsch in Kobane zu stoppen, sagte Rami Abdel Rahman, der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle. "Es gab in der vergangenen Woche enge Absprachen beider Seiten. Die Koalition war so in der Lage, mehr direkte Treffer gegen IS-Stellungen in Kobane zu landen." Hunderte IS-Kämpfer seien getötet und zahlreiche Ausrüstungsteile und Kampfstellungen zerstört oder vernichtet worden, meldete das US-Militär.

Die Versorgung der Kurden durch die USA könnte vor allem die Türkei verärgern: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Sonntag erneut gegen Waffenhilfen für die Kurden in der seit Wochen hart umkämpften nordsyrischen Stadt ausgesprochen. Deren syrisch-kurdische Partei PYD sei ebenso "eine Terrororganisation" wie die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK, sagte Erdogan nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu.

US-Präsident Barack Obama hatte in der Nacht zu Sonntag mit Erdogan am Telefon die Lage in Syrien und besonders in Kobane besprochen. Es sei darum gegangen, wie der Vormarsch des IS gestoppt werden könne, teilte das Weiße Haus mit. Beide Präsidenten hätten zugesichert, im Kampf gegen den IS eng zusammenzuarbeiten. Dessen ungeachtet erklärte Erdogan auf dem Rückflug von Afghanistan, niemand könne von der Türkei erwarten, Waffenlieferungen an die PYD zuzustimmen.

vet/dpa/AFP/AP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 76 Beiträge
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1. gut,sehr gut.
5michael5 20.10.2014
Danke USA. Wer sonst hilft den Kurden, die es mehr als verdient haben Unterstützung zu kriegen. Jetzt besteht die reale Chance auf ein sekulares Kurdistan und ein neues Natomitglied. Die Türkei muss daran gehindert werden, dies mir Gewalt zu verhindern. Auch deswegen müssen die psychotischen Hinterhofmörder der I S in und um Kobane erledigt werden.
2. Auf die Türken ist kein Verlass
uwelmeyer 20.10.2014
für sie sind die kämpfenden Kurden PKK-Kämpfer, die bekämpft werden müssen und keine Unterstützung erhalten. Die Amerikaner hätten das schon längst tun sollen, dann wären einige Häuser in Kobane nicht zerstört worden. Wiederaufbau, wie in Gaza kommt uns so teuer zu stehen.
3. Stillschweigeabkommen
jetluck 20.10.2014
Wer glaubt, das ohne das Wohlwollen der Türkei, Waffen an die Pkk (Pyd) geliefert werden kann, der ist im Irrtum. Hier hat die türkische Seite mehr als ein Auge zugedrückt. Was offizielle Lesart und Handeln im Verborgenen ist, wird wiedermal eindrucksvoll von Erdogan praktiziert. Pyd Anführer Muslim war wohl nicht umsonst in Ankara, die Tage. Mal sehen, wann die Waffen in Richtung Türkei gerichtet werden.
4. reicht ein fallschirm, für die sichere landung von kriegsgerät?
jetluck 20.10.2014
"Den IS-Kämpfern sei es am Samstag nicht gelungen, den Nachschubweg der Kurden in Richtung der türkischen Grenze zu kappen, sagte der ranghohe Kurdenpolitiker Idriss Nassen." (quelle sueddeutsche zeitung, 20.10.14) merkwürdig, dachte die türken versperren jegliche hilfe, wozu also ein nachschubweg für pyd in richtung türkei von bedeutung ist? zielgenaues abwerfen der kriegswaffe gelingt nicht mit f16 bombern. hubschrauber werden wohl kaum aus dem südirak in mitten feindesland fliegen. da bleibt nur noch ein land, das übrigt bleibt, die türkei. wer wird morgen hochgerüstet um die pyd zu bekämpfen?
5. Gut so
Ambroix 20.10.2014
was will die Türkei überhaupt? Ich frag mich was die in der NATO zu suchen haben. Die stecken doch mit der IS unter einer Decke. Es geht nun darum diese kranke Idee der IS zu unterbinden, sonst ist der Moslem nicht mehr glaubwürdig. Da sind mir die Kurden lieber. Die haben stolze Frauen und nicht solche mit Bettlaken verhüllten Gestalten.
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