Tod des Königs von Saudi-Arabien Merkel würdigt Abdullahs "ausgewogene Politik"

Nach dem Tod von König Abdullah haben Politiker aus der ganzen Welt der saudischen Königsfamilie ihr Beileid ausgesprochen. Bundeskanzlerin Merkel lobte Abdullahs "ausgewogene Politik". Bahrain will 40 Tage trauern.


Riad - Die internationale Gemeinschaft hat mit Trauer und Anerkennung auf den Tod von König Abdullah reagiert: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Saudi-Arabien zum Tod von König Abdullah kondoliert und dem gestorbenen Monarchen für "seine ausgewogene und vermittelnde Politik Respekt und Anerkennung" gezollt. Wie das Bundespresseamt mitteilte, sprach Merkel in einem Kondolenztelegramm dem neuen König Salman ibn Abd al-Aziz ihr "tief empfundenes Mitgefühl" aus.

Auch Barack Obama hat den im Alter von 91 Jahren verstorbenen König als aufrichtigen und mutigen Führer gelobt. "Die Nähe und Stärke der Partnerschaft zwischen unseren zwei Ländern ist Teil von König Abdullahs Vermächtnis", sagte der US-Präsident.

Er habe an die Wichtigkeit der amerikanisch-saudi-arabischen Beziehungen als Kraft für Stabilität und Sicherheit im Nahen Osten geglaubt, sagte Obama. Er lobte die "echte und warme Freundschaft" der beiden Staatsmänner. Der Familie des verstorbenen Königs und dem Volk Saudi-Arabiens sprach der US-Präsident sein Beileid aus.

US-Vizepräsident Joe Biden kündigte an, "in den kommenden Tagen" nach Saudi-Arabien zu reisen, um Abdullahs Familie zu kondolieren.

Kremlchef Wladimir Putin würdigte König Abdullah als "weisen und kontinuierlichen Staatsmann und Politiker". "Seine Hoheit hat viel getan für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung", schrieb Putin nach Kremlangaben an das Königreich.

Politische Führer der arabischen Welt haben Beileidsbekundungen in Richtung Saudi-Arabien verschickt. Der König des benachbarten Bahrain, Scheich Hamad, nannte den verstorbenen Monarchen einen weisen Herrscher, der sein Leben seinem Volk, der Nation, der Religion und der Menschlichkeit gewidmet habe, wie die Bahrain News Agency berichtete. Bahrain erklärte zudem eine 40-tägige Trauerzeit. Das Königreich ist ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens.

Auch andere Regierungen riefen Trauerzeiten aus. In Jordanien soll sie ebenfalls 40 Tage dauern, in Ägypten sieben Tage, in den Vereinigten Arabischen Emiraten drei Tage. Der Emir von Kuwait, Scheich Sabah, erklärte, mit Abdullah habe die Welt "einen ihrer großen Männer" verloren.

In Syrien hingegen meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana den Tod Abdullahs nur in zwei Sätzen. Der verstorbene Monarch war einer der schärfsten Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

mka/dpa/Reuters

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