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Körpersprache-Analysen der US-Regierung: Männer, die auf Putin starren

Das US-Verteidigungsministerium gibt mehrere hunderttausend Dollar im Jahr aus, um Gestik und Mimik von Russlands Präsident Putin und anderen Spitzenpolitikern zu untersuchen. Ziel: besser verstehen, wie und warum sie ihre Entscheidungen treffen.

Körpersprache von Politikern: Die Gesten-Analysen des Pentagon Fotos
AFP

Washington - Dass die US-Regierung großen Aufwand betreibt, um Details über ausländische Spitzenpolitiker zu erfahren, ist bereits bekannt. Neu ist hingegen, dass dafür nicht nur Telefone belauscht werden. So versucht das US-Verteidigungsministerium seit Jahren, anhand der Körpersprache von Staats- und Regierungschefs zu erkennen, was diese im Schilde führen könnten.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher John Kirby gibt das Pentagon seit 2009 jedes Jahr 300.000 Dollar für Verhaltensanalysen ausländischer Spitzenpolitiker aus. "Es ist ein Forschungsprogramm, das die Bewegungen und die Körpersprache verschiedener Akteure der Weltpolitik untersucht, um besser zu verstehen, wie sie ihre Entscheidungen treffen", sagte er.

Verantwortlich für das Programm soll das Office of Net Assessments sein, eine Art pentagoninterne Ideenschmiede. Kirby betonte, dass das "Profiling" keineswegs dazu diene, konkrete politische oder militärische Entscheidungen vorzubereiten.

Putin und Medwedew unter den Zielpersonen

Verteidigungsminister Chuck Hagel habe selbst erst durch einen Zeitungsbericht von dem Programm erfahren, sagte Kirby. Demnach dient das Programm vorwiegend zu Forschungszwecken. Zu den Zielpersonen gehören dem Sprecher zufolge Russlands Präsident Wladimir Putin sowie Ministerpräsident Dmitrij Medwedew.

Die Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Sicherheitskreise bezieht, nennt die Zahl von insgesamt 15 Spitzenpolitikern, von denen es psychologische Profile gebe - auch vom inzwischen hingerichteten irakischen Diktator Saddam Hussein oder dem getöteten Qaida-Führer Osama bin Laden wurden demnach solche Studien erstellt.

Kirby zufolge wurde Putins Verhaltensanalyse zuletzt 2012 aktualisiert. Der Sprecher betonte, entgegen anderer Behauptungen gebe es keine laufende Untersuchung im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine. Darüberhinaus habe das Pentagon die Analyse von Putins Körpersprache nicht selbst in Auftrag gegeben. Der jeweilige Forscher bestimme vielmehr selbst, wessen Bewegungsmuster er untersuchen wolle.

Leitende Wissenschaftlerin des Programms soll Brenda Conners vom Naval War College in Rhode Island sein. Ihre Berichte seien zwar nicht öffentlich, Behördenvertretern zufolge habe sie jedoch einige Artikel über Putin publiziert, die das Pentagon zuvor freigegeben habe. So beschrieb sie den Russen 2004 als "Mann, der sich scheut, voranzugehen". Seine Körpersprache sei ein Hinweis darauf, dass Putin "risikoscheu" sei und "extrem empfindlich auf Kritik" reagiere.

rls/AFP/Reuters

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insgesamt 39 Beiträge
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1. haha
caone 08.03.2014
wie können komiker denn heutzutage noch geld verdienen? in den zeitungen findet man doch comedy pur. non stop nonsense sozusagen und realsatire auf höchstem niveau. allein schon der letzte absatz ist gold: entweder total verfehlte einschätzungen, oder beobachtungen, die ich von der wohnzimmer couch aus auch geschafft habe. wo kann ichmich als analyst anmelden? das geld nehm ich gerne mit. p.s.: angela merkel fällt ungern entscheidungen und horst seehofer poltert mal gern drauf los. bin ich jetzt dabei?
2. Großes
lwresi 08.03.2014
Kino
3. Die verstehen......
curti 08.03.2014
Zitat von sysopAPDas US-Verteidigungsministerium gibt mehrere Hunderttausend Dollar im Jahr aus, um Gestik und Mimik von Russlands Präsident Putin und anderen Spitzenpolitikern zu untersuchen. Ziel: besser verstehen, wie und warum sie ihre Entscheidungen treffen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/koerpersprache-von-putin-pentagon-laesst-politiker-analysieren-a-957638.html
....sich selbst kaum und agieren gleichsam paranoid wie auch mittels NSA. Was sich in all dem spiegelt ist die unterbewußt eingebrannte Erkenntnis das zu sein, was man anderen zu unterstellen bemüht ist. Ein perfider Treibsatz!
4. Und wenn man lange genug
dieteroffergeld 08.03.2014
genug die Ziege mit höchster Konzentration anstarrt, dann kann es schon mal passieren, dass der Bock umkippt. Und vermutlich lehrt das Programm auch, gefahrlos und unbeschadet durch Wände zu. Fragen hierzu an die Herren Clooney und McGregor. Die haben die Kurse bereits absolviert und der interessierten Öffentlichkeit 2009 gezeigt wie's geht. Also das Programm ist schon etwas älter, vermutlich noch effektiver in der Anwednung. Toll!
5. Kristallkugel
marvin08 08.03.2014
Ob die demnächst Kristallkugeln einsetzen? Oder werden die bereits eingesetzt? :-)
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