Kolumbiens neuer Präsident Drohnen bei Amtseinführung von Iván Duque verboten

Der neue kolumbianische Präsident tritt sein Amt an, zu dem Festakt kommen zahlreiche Staatschefs. Mit Blick auf die jüngsten Meldungen aus dem Nachbarland Venezuela wurde nun der Einsatz von Drohnen untersagt.

Vorbereitungen zur Amtseinführung in Bogotá
REUTERS

Vorbereitungen zur Amtseinführung in Bogotá


Nach dem angeblichen Anschlagsversuch gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat die Luftfahrtbehörde im benachbarten Kolumbien den Einsatz von Drohnen beim Amtsantritt von Staatschef Iván Duque untersagt. "Rund um den Präsidentenpalast Casa de Nariño ist die Benutzung von Drohnen verboten", teilte die Behörde mit. "Mit dieser Maßnahme soll die Sicherheit bei der Amtseinführung des neuen Präsidenten Kolumbiens gewährleistet werden."

Duque wird am Dienstag im historischen Stadtzentrum von Bogotá das höchste Staatsamt von seinem Vorgänger, dem Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, übernehmen. Zu dem Festakt werden zehn Staatschefs und Delegationen aus 27 Ländern erwartet.

Der konservative Duque hatte im Juni die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Er kündigte an, den historischen Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen zu ändern - seiner Ansicht nach sind sie in dem Abkommen zu milde davongekommen. Das könnte den noch fragilen Friedensprozess in dem südamerikanischen Land gefährden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte in einem Gratulationsschreiben an Duque, auf dessen Präsidentschaft ruhten "große Hoffnungen und Erwartungen, dass Kolumbien den mühevollen Weg zu dauerhaftem Frieden und innerer Aussöhnung fortsetzt".

Iván Duque
AFP

Iván Duque

Nach Angaben der venezolanischen Regierung hatten mehrere Attentäter am Samstag während einer Militärparade versucht, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem während Maduros Rede eine Explosion zu hören war. Der Staatschef blieb unverletzt. Sieben Nationalgardisten erlitten nach offiziellen Angaben teils schwere Verletzungen. Allerdings wurden auch Zweifel an der Darstellung der Regierung laut. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist in Venezuela kaum möglich.

Video: Mutmaßliche Drohnenattacke auf Venezuelas Präsidenten

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Maduro warf dem scheidenden kolumbianischen Staatschef vor, er sei an einem mutmaßlichen Komplott zu seiner Ermordung beteiligt gewesen. Santos nannte das "verrückt". Sein Nachfolger Duque wirft Maduro vor, ein "Diktator" zu sein und aus Venezuela ein "zweites Kuba" machen zu wollen.

aar/dpa/AFP

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mig68 07.08.2018
1. so ein Blödsinn
In Venezuela sind Drohnen seit 5 Jahren verboten. Und die kubanischen Soeldner waren nicht in der Lage diese zu verhindern...
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