Kolumbien Viele Tote bei Anschlag in Bogotá

In Kolumbien war es zuletzt friedlicher geworden, doch nun erschütterte ein schwerer Bombenanschlag die Hauptstadt Bogotá. Ermittler machen ein Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN verantwortlich.

General-Santander-Polizeioffiziersschule in Bogotá
DPA

General-Santander-Polizeioffiziersschule in Bogotá


Bei einem Anschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Auch der Angreifer sei bei der Attacke ums Leben gekommen, teilte die kolumbianische Polizei mit. 68 Menschen seien verletzt worden.

Ein Mann hatte am Donnerstag auf dem Gelände der General-Santander-Polizeioffiziersschule in Bogotá eine Autobombe detonieren lassen. Staatschef Iván Duque verurteilte die Tat als "elenden Terrorakt".

Die Ermittler identifizierten den Täter als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann habe unter dem Kampfnamen "Mocho Kico" 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Ob der Angriff von der ELN angeordnet wurde, ist unklar. Die Führung der Rebellen äußerte sich zunächst nicht.

Der Anschlag war während einer Beförderungsfeier in der Polizeiakademie verübt worden. Auf Fernsehbildern von der Polizeischule waren das ausgebrannte Wrack eines Fahrzeugs und mehrere Krankenwagen zu sehen. Die Polizei riegelte den Anschlagsort ab, im gesamten Süden der kolumbianischen Hauptstadt war ein Großaufgebot von Sicherheitskräften im Einsatz.

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Rebellengruppen und das Medellín-Kartell von Drogenboss Pablo Escobar verübten vor allem in den Achtzigerjahren immer wieder schwere Sprengstoffanschläge in der Hauptstadt Bogotá.

Zuletzt hatte sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land aber verbessert. Die größte Rebellenorganisation Farc hat mittlerweile einen Friedensvertrag mit der Regierung abgeschlossen und die Waffen niederlegt. Allerdings kämpft die kleinere Guerillagruppe ELN noch immer gegen den Staat. Auch Verbrechersyndikate, die in Drogenschmuggel verwickelt sind, liefern sich immer wieder blutige Auseinandersetzungen mit Polizei und Streitkräften.

cte/AFP/dpa



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johnniecolombia 18.01.2019
1. Das Schweinchen Duque
Das Attentat ist eine Reaktion auf die Politik des Presodente "Scheeinchen",... eeeh Duque, welcher seit Amtsantritt,, in feinster Trump Manier versucht, das Friedensabkommen seines Vorgaengers in einen netten, die narco--oligarchen an der Macht haltenden, kleinen Krieg wieder in Gang zu bringen. In so kurzer Zeit hat jedenfalls noch kein President so viele Skandale angesammelt. So gibt es jetzt leider genug Stimmen, welche das Schweinchen als grossen Gewinner des Anschlags sehen.. wer da wohl boeses denkt.. schon sein Marionettenspieler Uribe, auch sein Vorgaenger Santos, haben ja mit den falsos positivos (unbeteiligte Bauern wurden vom Heer hingerichtet, verkleidet und als Terroristen deklariert). Schlimm, dieser Hass. Von Rechts UND links. (links ist ja nicht besser, siehe Venezuela).
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