Kolumbien Sieben Menschen sterben bei Machtkampf um Guerillagebiete

Seit dem Friedensabkommen mit Kolumbiens größter Guerilla, der Farc, ringen kleinere bewaffnete Gruppen um Einfluss über freigewordene Gebiete. Bei einer Schießerei wurden nun sieben Menschen getötet.

Mitglieder der kolumbianischen Guerilla ELN
DPA/ ICRC

Mitglieder der kolumbianischen Guerilla ELN


Bei einer bewaffneten Auseinandersetzung im Nordosten Kolumbiens sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Fünf Männer sollen laut Polizeiangaben in einer Bar in Yarumal, im Bezirk Antioquia, um sich geschossen haben.

Der Angriff geschah demnach vor dem Hintergrund eines Machtkampfes um ehemalige Einflussgebiete der linken Farc-Guerilla. Wie örtliche Behörden mitteilten, ist die Schießerei auf Streitigkeiten zwischen örtlichen Drogenbanden und der zweitgrößten kolumbianischen Guerillagruppe, Ejército de liberación nacional (ELN), zurückzuführen.

Seitdem die kolumbianische Regierung um Präsident Juan Manuel Santos im November 2016 ein Friedensabkommen mit der größten kolumbianischen Guerilla Farc geschlossen hat, ringen kleinere bewaffnete Gruppierungen um Machteinfluss in den ehemals von der Farc besetzten Gebieten.

Auch die marxistisch orientierte ELN hatte zu Beginn des vergangenen Jahres Gespräche mit der Regierung über einen Friedensvertrag aufgenommen; nach mehreren Anschlägen der Guerilla auf Ölpipelines kamen diese jedoch zum Stillstand. Ein zuvor vereinbarter Waffenstillstand zwischen der letzten aktiven Guerillagruppe und der Regierung war Anfang diesen Jahres ausgelaufen und nicht verlängert worden.

Am Montag teilte Präsident Santos über seinen Twitter-Account mit, dass ein Unterhändler nach Quito reisen werde, um Möglichkeiten eines neuen Waffenstillstandes mit der ELN zu erörtern. Ob der Präsident zu diesem Zeitpunkt von der jüngsten Schießerei in Yarumal wusste, ist unklar.

ans/dpa



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