Historisches Abkommen Kolumbien und Farc besiegeln Waffenstillstand

Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg: Die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc haben auf Kuba einen Waffenstillstand unterzeichnet.

Kolumbiens Präsident Santos, Kubas Präsident Castro und Farc-Chef Londoño
DPA

Kolumbiens Präsident Santos, Kubas Präsident Castro und Farc-Chef Londoño


Die Regierung Kolumbiens und die linke Guerillaorganisation Farc haben am Donnerstag einen dauerhaften Waffenstillstand geschlossen.

Unterhändler beider Seiten unterzeichneten im Beisein von Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño alias "Timochenko" das Abkommen am Donnerstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Internationale Gäste wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und Regierungschefs der benachbarten Staaten wohnten dem historischen Zeremoniell bei.

Die Rebellen verpflichteten sich, die Waffen niederzulegen und künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele zu kämpfen. Im Gegenzug sollen Militär und Polizei die demobilisierten Guerilleros beschützen. Als die Farc in den Achtzigerjahren mit der Unión Patriótica bereits einmal die politische Bühne betrat, töteten rechte Paramilitärs Tausende ihrer Mitglieder.

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Dieser könnte nun zügig unterzeichnet werden. Die Unterhändler einigten sich bereits auf eine Übergangsjustiz, Sozialprogramme sowie die politische Partizipation der Guerilla. Präsident Santos sagte zuletzt, die Verhandlungen könnten bis zum kolumbianischen Unabhängigkeitstag am 20. Juli abgeschlossen sein.

Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und der Armee starben in dem südamerikanischen Land seit 1964 rund 220.000 Menschen.

sun/AFP/dpa



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