Marrakesch - Seit rund zwei Jahren tobt der blutige Bürgerkrieg in Syrien, ein Ende scheint derzeit nicht in Sicht. Trotzdem stellen viele Länder bereits die Weichen für die Phase nach dem Abgang von Präsident Baschar al-Assad. Das syrische Oppositionsbündnis wird von immer mehr Ländern international als legitime Vertretung des Landes anerkannt.
Bei einem Treffen von Vertretern aus 130 Staaten im marokkanischen Marrakesch am Mittwoch beschlossen diese, nach dem Vorbild der USA und europäischer Staaten die Opposition offiziell anzuerkennen.
Zugleich forderten die Länder einem Reuters vorliegenden Entwurf zufolge den Rücktritt von Präsident Assad. Die Länder warnten den Staatschef eindringlich vor einem Einsatz von Chemiewaffen gegen die Bevölkerung.
Zuvor hatten schon Großbritannien und Frankreich das Oppositionsbündnis anerkannt. Auch die Europäische Union (EU) hat erklärt, sie betrachte das Bündnis als legitime Vertretung der syrischen Bevölkerung.
Am Dienstag waren die USA nachgezogen. Das Oppositionsbündnis sei der "legitime Vertreter der syrischen Bevölkerung", hatte US-Präsident Barack Obama dem Fernsehsender ABC News gesagt. Das ist ein großer Schritt", so Obama. "Die Anerkennung bedeutet natürlich auch Verantwortung", unterstrich der Präsident.
Wie ABC unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, gehe mit der Anerkennung nicht die Aufnahme von Waffenlieferungen an die Gegner des syrischen Präsidenten Assad einher. Jedoch sei damit eine Tür in diese Richtung geöffnet worden.
Kritik an der Entscheidung Washingtons kam aus Russland. "Ich war etwas überrascht, herauszufinden, dass die USA über ihren Präsidenten die nationale Koalition als legitimen Vertreter des syrischen Volkes anerkannt haben", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow laut russischen Nachrichtenagenturen. Die USA hätten sich damit offenbar entschieden, "alles auf einen bewaffneten Sieg dieser Koalition zu setzen".
Am Montag hatten die EU-Außenminister das im November gebildete Oppositionsbündnis Syrische Nationale Koalition anerkannt. Der Konflikt zwischen der Regierung von Präsident Assad und der Opposition dauert seit März 2011 an. Vor allem um die Metropolen des Landes toben immer wieder blutige Auseinandersetzungen. Seit Beginn des Krieges wurden Schätzungen zufolge mehr als 42.000 Menschen getötet.
jok/Reuters/AP
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