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Konflikt in Syrien Frankreich und Italien rufen Botschafter zurück

Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien haben Frankreich und Italien ihre Botschafter aus Damaskus zurückgerufen. Die EU reagiert ebenfalls auf die jüngsten Schreckensmeldungen. Sie plant neue Sanktionen.

Paris/Rom/Damaskus - Der französische Botschafter in Syrien muss das Land verlassen. Wegen der anhaltenden Gewalt von Machthaber Baschar al-Assad gegen sein eigenes Volk wurde Eric Chevallier zu Konsultationen zurückgerufen, wie das französische Außenministerium am Dienstag mitteilte. Die Botschaft in der Hauptstadt Damaskus solle aber geöffnet bleiben. Es ist bereits das zweite Mal in drei Monaten, dass Chevallier nach Frankreich reisen muss.

Auch Italien hat am Dienstag seinen Botschafter in Syrien, Achille Amerio, zu Konsultationen nach Rom zurückgerufen. Dies habe Außenminister Giulio Terzi angeordnet, teilte sein Ministerium am Dienstag in Rom mit. Terzi hatte sich wiederholt sehr kritisch zu dem blutigen Vorgehen des Regimes geäußert.

Erst einen Tag zuvor hatten sämtliche Mitarbeiter der US-Botschaft in Damaskus das Land verlassen. Der Schritt sei aus Sorge um die Sicherheit der Angestellten erfolgt, hieß es vom Außenministerium. Auch Großbritannien hatte am Montag seinen Botschafter zurückgerufen.

Die Rückruf-Aktionen sind als Antwort auf die jüngsten Schreckensmeldungen aus Syrien zu verstehen. Bei der Gewalt in dem Land sind nach Informationen von Menschenrechtlern allein am Montag fast hundert Menschen getötet worden. Syrische Soldaten griffen am Dienstag erneut die Stadt Homs an, eine der Hochburgen der Oppositionsbewegung. Die Armee hatte nach dem Scheitern der Syrien-Resolution im Uno-Sicherheitsrat ihre Offensive ausgeweitet, hieß es von der Opposition gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Insgesamt wurden seit Beginn des Aufstands gegen Assad im vergangenen März nach Uno-Angaben mehr als 5400 Menschen getötet. Anderen Angaben zufolge kamen 6000 Menschen ums Leben. Die Berichte können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden - das Regime Präsident Baschar al-Assads lässt keine ausländischen Journalisten ins Land.

EU-Staaten bereiten offenbar neue Sanktionen vor

Die Gewalt ruft auch die Europäische Union auf den Plan. Die EU arbeitet Diplomaten zufolge an scharfen wirtschaftlichen Sanktionen gegen die Assad-Regierung. "Eine neue Runde Finanzsanktionen liegt auf dem Tisch", sagte ein EU-Diplomat.

Frankreich und Deutschland haben demnach vorgeschlagen, die Konten der syrischen Zentralbank einzufrieren und den Zahlungsverkehr mit der Bank zu untersagen. Auch der Export und Import bestimmter Rohstoffe solle verboten werden, sagten zwei mit der Diskussion Vertraute. Die deutsche Regierung habe zudem ein Verbot sämtlicher regulärer Flüge zwischen Syrien und den EU-Staaten zur Diskussion gestellt. Dies stoße bei anderen Mitgliedstaaten aber auf Skepsis. Die Maßnahmen wollten die EU-Außenminister bei ihrem nächsten Treffen Ende Februar beschließen, erklärten die Diplomaten.

Rebellen lassen iranische Pilger frei

Am Dienstag wurde auch bekannt, dass syrische Rebellen elf Ende Januar verschleppte iranische Pilger freigelassen haben. Die "Freie Syrische Armee" syrischer Deserteure habe die Männer am Dienstag an die Türkei übergeben, berichteten syrische Aktivisten aus dem Grenzgebiet zum Nachbarland.

Man habe von iranischer Seite die Zusicherung erhalten, dass sich Teheran für die Freilassung inhaftierter Frauen und Kinder in Syrien einsetzen werde, erklärten die Aktivisten. Die Iraner waren von Bewaffneten verschleppt worden, die einen Bus mit insgesamt mehr als 30 Pilgern gestoppt hatten.

Unterdessen steigt in der Türkei die Zahl syrischer Flüchtlinge nach der Eskalation der Gewalt im Nachbarland leicht weiter. Ein Sprecher des Außenministeriums in Ankara sagte am Dienstag, es seien derzeit 9749 Flüchtlinge registriert - nach etwa 9500 in den Wochen zuvor.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan forderte den syrischen Präsidenten Assad am Dienstag erneut auf, er müsse das brutale Vorgehen gegen die Opposition beenden. Sonst werde Assad später selber zu spüren bekommen, was nun andere erlitten, sagte Erdogan.

aar/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 6 Beiträge
cap87 07.02.2012
---Zitat--- Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien haben Frankreich und Italien ihre Botschafter aus Damaskus zurückgerufen. Die EU reagiert ebenfalls auf die jüngsten Schreckensmeldungen. Sie plant neue Sanktionen. [...]
---Zitat--- Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien haben Frankreich und Italien ihre Botschafter aus Damaskus zurückgerufen. Die EU reagiert ebenfalls auf die jüngsten Schreckensmeldungen. Sie plant neue Sanktionen. ---Zitatende--- Was für ein Kindergarten der Nato Mächte. Das ist ein eindeutiges Zeichen, dass man keine Verhandlungen möchte, sondern lieber mit Gewalt die Regierung in Syrien stürzen möchte. ---Zitat--- Am Dienstag wurde auch bekannt, dass syrische Rebellen elf Ende Januar verschleppte iranische Pilger freigelassen haben. Die "Freie Syrische Armee" syrischer Deserteure habe die Männer am Dienstag an die Türkei übergeben, berichteten syrische Aktivisten aus dem Grenzgebiet zum Nachbarland. ---Zitatende--- Solche Meldungen werden also zum Rande gedrängt. Wir sehen hier wieder mal mit welchen Mitteln die Opposition agiert. Wenn sie dann mal getötet werden sind es dann Zivilisten.
freiheitsk 07.02.2012
Es ist mal wieder bezeichnend, dass die EU auf Meldungen reagiert, statt auf FAKTEN.
Zitat von sysopWegen der anhaltenden Gewalt in Syrien haben Frankreich und Italien ihre Botschafter aus Damaskus zurückgerufen.*Die EU reagiert ebenfalls auf die jüngsten Schreckensmeldungen. Sie plant neue Sanktionen. Konflikt in Syrien: Frankreich und Italien rufen Botschafter zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813832,00.html)
Es ist mal wieder bezeichnend, dass die EU auf Meldungen reagiert, statt auf FAKTEN.
amana 07.02.2012
Ich denke man sollte sich auf EU Ebene auch mal um die Ausweisung der syrischen Diplomaten kümmern, ich persöhnlich denke dass man mit diesem Regime keinen diplomatischen Kontakt pflegen sollte.
Zitat von sysopWegen der anhaltenden Gewalt in Syrien haben Frankreich und Italien ihre Botschafter aus Damaskus zurückgerufen.*Die EU reagiert ebenfalls auf die jüngsten Schreckensmeldungen. Sie plant neue Sanktionen. Konflikt in Syrien: Frankreich und Italien rufen Botschafter zurück - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813832,00.html)
Ich denke man sollte sich auf EU Ebene auch mal um die Ausweisung der syrischen Diplomaten kümmern, ich persöhnlich denke dass man mit diesem Regime keinen diplomatischen Kontakt pflegen sollte.
amana 07.02.2012
Welche Fakten negieren Sie denn noch? Die Amerikaner haben die Botschaft geschlossen weil die Syrer keine erweiterten Sicherheiten für den Schutz von Personal und Eigentum geben wollten.Es ist diplomatisches Recht welches in [...]
Zitat von freiheitskEs ist mal wieder bezeichnend, dass die EU auf Meldungen reagiert, statt auf FAKTEN.
Welche Fakten negieren Sie denn noch? Die Amerikaner haben die Botschaft geschlossen weil die Syrer keine erweiterten Sicherheiten für den Schutz von Personal und Eigentum geben wollten.Es ist diplomatisches Recht welches in zahlreichen internationalen Verträgen garantiert ist dass eben das Gastland für den Schutz verantwortlich ist, weigert sich das Land diesen schutz zu garantieren dann ist es absolut verständlich dass die USA seine Mitarbieter schützt. Wenn das syrische Regime noch nicht einmal seine eigenen Büros und Liegentschaften des Geheimdienstes vor Bombenattentaten der Al Quiada ( vermeintlich) schützen kann oder will, so erscheint auch dann diese Entscheidung als weise.
Faceoff 07.02.2012
Absolut richtig. Wenn es nach den Fakten ginge, so wäre es vielmehr an der Zeit, Assad und seine engen Getreuen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Fahndung auszuschreiben. In Den Haag ist doch sicher noch ein [...]
Zitat von freiheitskEs ist mal wieder bezeichnend, dass die EU auf Meldungen reagiert, statt auf FAKTEN.
Absolut richtig. Wenn es nach den Fakten ginge, so wäre es vielmehr an der Zeit, Assad und seine engen Getreuen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Fahndung auszuschreiben. In Den Haag ist doch sicher noch ein Zimmer frei.
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Bevölkerung: 22,505 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt: Baschar al-Assad

Regierungschef: Adel Safar

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