Konflikt mit Iran USA bestätigen Einsatz von Sondereinheit am Persischen Golf

Eine Spezialeinheit des US-Militärs bereitet die Armeen der arabischen Golfstaaten auf einen möglichen Krieg mit Iran vor. Die geheime Truppe ist bereits seit 2009 im Einsatz. Zu den genauen Aufgaben der Einheit schweigt das Pentagon.

Sondereinheit der US-Armee: Vorbereitung auf "außergewöhnliche Bedrohungen"
U.S. Navy

Sondereinheit der US-Armee: Vorbereitung auf "außergewöhnliche Bedrohungen"


Washington/Hamburg - Seit Wochen wachsen die Spannungen zwischen den USA und Iran. Jetzt wurde bekannt, dass die US-Armee bereits seit 2009 eine Spezialeinheit im Persischen Golf einsetzt. Das bestätigte das Militär gegenüber dem Magazin "Wired".

Vorrangige Aufgabe der Truppe mit der Bezeichnung "Joint Special Operations Task Force - Gulf Cooperation Council" sei es demnach, Militäreinheiten der arabischen Golfstaaten auszubilden und auf "außergewöhnliche Bedrohungen" vorzubereiten. Die Task Force soll sich aus Spezialkräften des Heeres, der Luftwaffe und der Marine zusammensetzen.

Die Spezialeinheit habe bereits Mitte 2009 ihre Arbeit aufgenommen - genau zu der Zeit, als in Iran die sogenannte Grüne Bewegung gegen die mutmaßlich manipulierten Präsidentenwahlen protestierte und Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad herausforderte. Zu den konkreten Aufgaben und weiteren Plänen der Task Force machte das US-Militär keine genauen Angaben. "Es wäre unangebracht, öffentlich über Pläne zu diskutieren, die eine bestimmte Nation betreffen", erklärte Armeesprecher Rob Bockholt gegenüber "Wired". Ebenso geheim bleibt der genaue Standort der Truppe.

"Alle Optionen gegen Iran liegen auf dem Tisch"

Unklar ist ferner, ob die Sondereinheit in der Vergangenheit an direkten militärischen Aktionen in Iran beteiligt war. In den vergangenen Monaten waren bei Anschlägen mehrere iranische Atomwissenschaftler getötet worden, für die Teheran die USA und Israel verantwortlich machte.

Die Armeen der arabischen Golfstaaten, die Iran als größte Bedrohung für ihre eigene Sicherheit wahrnehmen, lassen sich seit Jahren von amerikanischen Experten ausbilden. So ist etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten Erik Prince, der Gründer der berüchtigten Söldnertruppe Blackwater, für das Training verantwortlich. Eine von den USA ausgebildete Spezialeinheit Katar war während des Kampfes gegen Gaddafi in Libyen im Einsatz.

Doch nicht nur militärisches Know-how und eigene Spezialkräfte schicken die Amerikaner an den Golf. Erst in den vergangenen Wochen vereinbarte Washington die Lieferung von 84 Kampfjets vom Typ F-15SA sowie Dutzenden Kampfhubschraubern nach Saudi-Arabien. Die Vereinigten Arabischen Emirate kauften kurz vor Jahresende 2011 ein Flugabwehrsystem vom Typ Thaad (Terminal High Altitude Area Defense) der amerikanischen Waffenschmiede Lockheed Martin im Wert von fast vier Milliarden US-Dollar.

Die USA haben wiederholt gewarnt, alle Optionen einschließlich militärischer Aktionen gegen Iran lägen "auf dem Tisch".

syd



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old-chatterhand 20.01.2012
1. Nicht überraschend
Ziemlich überraschend wäre es hingegen, wenn die USA als Garantiemacht der freien Weltmeere keine Vorbereitungen treffen würden zum Schutz eines der wichtigsten Seewege der Weltwirtschaft. China scheint dies ganz ähnlich zu beurteilen: China hat Iran davor gewarnt, als Reaktion auf neue Sanktionen die Straße von Hormus zu sperren. *Peking würde einen solchen Schritt als "extremen Akt, der dem allgemeinen Willen der internationalen Gemeinschaft widerspräche", werten.* Atomstreit: China warnt Iran vor Blockade der Straße von Hormus - Politik - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/atomstreit-china-warnt-iran-vor-blockade-der-strasse-von-hormus-11614891.html) China sperrt sich zwar gegen weitere Sanktionen, genau wie Rußland, hat aber im Gegenzug bereits Druck auf die iranischen Ölpreise ausgeübt. Auch Japan wird die Abnahme von Erdöl aus der Mullahdiktatur einschränken. Zusammen mit dem bereits beschlossenen Ölboykott der USA und dem angekündigten der EU ergeben sich erstmals im Laufe des jahrelangen iranischen Täuschens und Tricksens ernsthafte politische Hebelwirkungen gegen das mutmaßliche militärische Atomprogramm des Irans. Zumal die iranische Wirtschaft, bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit, hohe Subventionierung von Konsumpreisen sowie enormen Militärausgaben eh schwächelt. Die einseitige Ausrichtung der Nationalökonomie mit ihrer extremen Abhängigkeit vom Ölsektor rächt sich jetzt. Nach über 30 Jahren Gottesstaat hat Allahs Bodenpersonal im Iran keine überzeugende Bilanz vorzuweisen. Statt dessen wird ein wirtschaftlich wie militärisch unsinniges Atomprogramm ins Leben gerufen, was nunmehr droht, genau das hervorzurufen, was es angeblich verhindern soll: den Angriff auf den totalitären Gottesstaat mit seinem regierungsamtlichen Antisemitismus. Man kann daher nur hoffen, dass die Sanktionen so stark wirken, dass sie zu einem Einlenken der zerstrittenen Führung in Teheran führen. Eine militärische Eskalation wg. des Atomprogramms führt auf beiden Seiten zu nichts. Es sei denn, man beabsichtigte, z.B. unter Einsatz einer bewaffneten Opposition, arabischer Verbündeter, sowie eigenen Special Forces, einen Regimechange durchzuführen - ein hoch riskantes Unterfangen. Mit einer eigenen kriegsmüden Bevölkerung im Rücken... Punktuelle Schläge auf das iranische Atomprogramm werden dieses jedenfalls nicht verhindern. Die iranische Führung ökonomisch immer weiter unter Druck zu setzen ist also das Mittel der Wahl. Dem Iran die Grenzen seiner militärischen Fähigkeiten aufzuzeigen und eine glaubwürdige militärische Drohkulisse aufzubauen gehört dabei unverzichtbar zum Geschäft. Die Veröffentlichung der Präsenz der US Spezialkräfte muss man in diesem Zusammenhang sehen. Die Obama Administration hat keine Sehnsucht nach einem weiteren heißen Konflikt.
old-chatterhand 20.01.2012
2. Nicht überraschend
Ziemlich überraschend wäre es hingegen, wenn die USA als Garantiemacht der freien Weltmeere keine Vorbereitungen treffen würden zum Schutz eines der wichtigsten Seewege der Weltwirtschaft. China scheint dies ganz ähnlich zu beurteilen: China hat Iran davor gewarnt, als Reaktion auf neue Sanktionen die Straße von Hormus zu sperren. *Peking würde einen solchen Schritt als "extremen Akt, der dem allgemeinen Willen der internationalen Gemeinschaft widerspräche", werten.* Atomstreit: China warnt Iran vor Blockade der Straße von Hormus - Politik - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/atomstreit-china-warnt-iran-vor-blockade-der-strasse-von-hormus-11614891.html) China sperrt sich zwar gegen weitere Sanktionen, genau wie Rußland, hat aber im Gegenzug bereits Druck auf die iranischen Ölpreise ausgeübt. Auch Japan wird die Abnahme von Erdöl aus der Mullahdiktatur einschränken. Zusammen mit dem bereits beschlossenen Ölboykott der USA und dem angekündigten der EU ergeben sich erstmals im Laufe des jahrelangen iranischen Täuschens und Tricksens ernsthafte politische Hebelwirkungen gegen das mutmaßliche militärische Atomprogramm des Irans. Zumal die iranische Wirtschaft, bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit, hohe Subventionierung von Konsumpreisen sowie enormen Militärausgaben eh schwächelt. Die einseitige Ausrichtung der Nationalökonomie mit ihrer extremen Abhängigkeit vom Ölsektor rächt sich jetzt. Nach über 30 Jahren Gottesstaat hat Allahs Bodenpersonal im Iran keine überzeugende Bilanz vorzuweisen. Statt dessen wird ein wirtschaftlich wie militärisch unsinniges Atomprogramm ins Leben gerufen, was nunmehr droht, genau das hervorzurufen, was es angeblich verhindern soll: den Angriff auf den totalitären Gottesstaat mit seinem regierungsamtlichen Antisemitismus. Man kann daher nur hoffen, dass die Sanktionen so stark wirken, dass sie zu einem Einlenken der zerstrittenen Führung in Teheran führen. Eine militärische Eskalation wg. des Atomprogramms führt auf beiden Seiten zu nichts. Es sei denn, man beabsichtigte, z.B. unter Einsatz einer bewaffneten Opposition, arabischer Verbündeter, sowie eigenen Special Forces, einen Regimechange durchzuführen - ein hoch riskantes Unterfangen. Mit einer eigenen kriegsmüden Bevölkerung im Rücken... Punktuelle Schläge auf das iranische Atomprogramm werden dieses jedenfalls nicht verhindern. Die iranische Führung ökonomisch immer weiter unter Druck zu setzen ist also das Mittel der Wahl. Dem Iran die Grenzen seiner militärischen Fähigkeiten aufzuzeigen und eine glaubwürdige militärische Drohkulisse aufzubauen gehört dabei unverzichtbar zum Geschäft. Die Veröffentlichung der Präsenz der US Spezialkräfte muss man in diesem Zusammenhang sehen. Die Obama Administration hat keine Sehnsucht nach einem weiteren heißen Konflikt.
tatraholger 20.01.2012
3. Aha....
Zitat von sysopEine Spezialeinheit des US-Militärs bereitet die Armeen der arabischen Golfstaaten auf einen möglichen Krieg mit Iran vor. Die geheime Truppe ist bereits seit 2009 im Einsatz. Zu den genauen Aufgaben der Einheit schweigt das Pentagon. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810329,00.html
dann muss sich aber die USA und die westliche Welt nicht wundern und aufschreien, das der Iran an einer A-Waffe bastelt! Denn obwohl es pervers klingt, wahrscheinlich auch ist, ist der Besitz einer A-Waffe die beste Versicherung fuer ein Land, wie den Iran, um zu verhindern das es von den USA und ihren Vasallen im arabischen Raum angegriffen wird! Und sehr aufschlussreich, also nun gibt auch der SPON zu, das in Libyen auch auslaendische Truppen im Bodenkampf eingesetzt worden! Und das war zu 100% nicht von der UN-Resolution gedeckt! Also wieder mal ein Glied in der lange Kette von Beweisen, das die USA und ihre westlichen Verbuendeten den Rest der Welt nur noch beluegen! Danke lieber SPON!!!
intenso1 20.01.2012
4. .
Zitat von old-chatterhandZiemlich überraschend wäre es hingegen, wenn die USA als Garantiemacht der freien Weltmeere keine Vorbereitungen treffen würden zum Schutz eines der wichtigsten Seewege der Weltwirtschaft. China scheint dies ganz ähnlich zu beurteilen: China hat Iran davor gewarnt, als Reaktion auf neue Sanktionen die Straße von Hormus zu sperren. *Peking würde einen solchen Schritt als "extremen Akt, der dem allgemeinen Willen der internationalen Gemeinschaft widerspräche", werten.* Atomstreit: China warnt Iran vor Blockade der Straße von Hormus - Politik - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/atomstreit-china-warnt-iran-vor-blockade-der-strasse-von-hormus-11614891.html) China sperrt sich zwar gegen weitere Sanktionen, genau wie Rußland, hat aber im Gegenzug bereits Druck auf die iranischen Ölpreise ausgeübt. Auch Japan wird die Abnahme von Erdöl aus der Mullahdiktatur einschränken. Zusammen mit dem bereits beschlossenen Ölboykott der USA und dem angekündigten der EU ergeben sich erstmals im Laufe des jahrelangen iranischen Täuschens und Tricksens ernsthafte politische Hebelwirkungen gegen das mutmaßliche militärische Atomprogramm des Irans. Zumal die iranische Wirtschaft, bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit, hohe Subventionierung von Konsumpreisen sowie enormen Militärausgaben eh schwächelt. Die einseitige Ausrichtung der Nationalökonomie mit ihrer extremen Abhängigkeit vom Ölsektor rächt sich jetzt. Nach über 30 Jahren Gottesstaat hat Allahs Bodenpersonal im Iran keine überzeugende Bilanz vorzuweisen. Statt dessen wird ein wirtschaftlich wie militärisch unsinniges Atomprogramm ins Leben gerufen, was nunmehr droht, genau das hervorzurufen, was es angeblich verhindern soll: den Angriff auf den totalitären Gottesstaat mit seinem regierungsamtlichen Antisemitismus. Man kann daher nur hoffen, dass die Sanktionen so stark wirken, dass sie zu einem Einlenken der zerstrittenen Führung in Teheran führen. Eine militärische Eskalation wg. des Atomprogramms führt auf beiden Seiten zu nichts. Es sei denn, man beabsichtigte, z.B. unter Einsatz einer bewaffneten Opposition, arabischer Verbündeter, sowie eigenen Special Forces, einen Regimechange durchzuführen - ein hoch riskantes Unterfangen. Mit einer eigenen kriegsmüden Bevölkerung im Rücken... Punktuelle Schläge auf das iranische Atomprogramm werden dieses jedenfalls nicht verhindern. Die iranische Führung ökonomisch immer weiter unter Druck zu setzen ist also das Mittel der Wahl. Dem Iran die Grenzen seiner militärischen Fähigkeiten aufzuzeigen und eine glaubwürdige militärische Drohkulisse aufzubauen gehört dabei unverzichtbar zum Geschäft. Die Veröffentlichung der Präsenz der US Spezialkräfte muss man in diesem Zusammenhang sehen. Die Obama Administration hat keine Sehnsucht nach einem weiteren heißen Konflikt.
Das mag wohl sein.------"Nur ist die Rüstungsindustrie unersättlich". Ich befürchte aber auch, dass die iranischen Machthaber, den USA schon einen Grund zum militärischen Eingreifen liefern werden und wenn nicht, auch kein Problem. Man hat auch in der Vergangenheit Gründe erfunden s.h. Vietnam, Irak usw.
old-chatterhand 20.01.2012
5. Nö
Zitat von tatraholgerdann muss sich aber die USA und die westliche Welt nicht wundern und aufschreien, das der Iran an einer A-Waffe bastelt! Denn obwohl es pervers klingt, wahrscheinlich auch ist, ist der Besitz einer A-Waffe die beste Versicherung fuer ein Land, wie den Iran, um zu verhindern das es von den USA und ihren Vasallen im arabischen Raum angegriffen wird! Und sehr aufschlussreich, also nun gibt auch der SPON zu, das in Libyen auch auslaendische Truppen im Bodenkampf eingesetzt worden! Und das war zu 100% nicht von der UN-Resolution gedeckt! Also wieder mal ein Glied in der lange Kette von Beweisen, das die USA und ihre westlichen Verbuendeten den Rest der Welt nur noch beluegen! Danke lieber SPON!!!
Sie haben es offenbar nicht verstanden: ein militärisches iranisches Atomprogramm wäre keine Versicherung gegen einen Angriff von außen, sondern der Grund dafür.
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