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Konflikt mit Iran: USA planen schwimmende Militärbasis im Nahen Osten

Die USA bereiten sich auf mögliche Konflikte mit Iran und andere Krisenherde in der arabischen Welt vor: Das Pentagon will offenbar ein "Mutterschiff" in den Nahen Osten entsenden. Die schwimmende Militärbasis für Spezialeinheiten könnte auch im strategisch wichtigen Golf von Persien eingesetzt werden.

US-Navy: Schwimmende Operationsplattform für Spezialeinheiten geplant Zur Großansicht
Getty Images/ U.S. Navy

US-Navy: Schwimmende Operationsplattform für Spezialeinheiten geplant

Washington - Die Truppen müssen beweglicher werden - so lautet eines der wichtigsten Ziele in der gerade vorgestellten Veränderung der US-Militärstrategie. Dabei soll offenbar eine schwimmende Militärbasis im Nahen Osten helfen. Dort will die Navy laut "Washington Post" eine mobile Operationsplattform auf dem Wasser errichten, von der aus Spezialkräfte zu Einsätzen starten sollen.

Derzeit werde ein altes Kriegsschiff umgebaut, um als Plattform zu dienen, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Dokumente. Die als "Mutterschiff" bezeichnete Basis solle Hochgeschwindigkeitsbooten und Helikoptern als Stützpunkt dienen, wie sie in der Regel von der US-Eliteeinheit Navy Seals verwendet würden.

Die US-Armee reagiere mit ihren Plänen auf die wachsenden Spannungen mit Iran, anhaltenden Kämpfe im Jemen und Zwischenfälle mit somalischen Piraten, berichtete das Blatt. Vertreter der Marine sagten der Zeitung, die Arbeiten würden mit großer Eile vorangetrieben; die Plattform solle noch zu Beginn des Sommers in den Nahen Osten gebracht werden.

Der Einsatz von Spezialkräften, die unter anderem auch Qaida-Chef Osama Bin Laden im pakistanischen Abbottabad töteten, ist ein zentraler Baustein der Militärstrategie von US-Präsident Barack Obama, um die US-Armee schlanker und schneller zu machen. Im US-Militäretat sollen in den kommenden zehn Jahren mindestens 487 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 371 Milliarden Euro) eingespart werden. Die Zahl der Soldaten soll in dem Zeitraum um insgesamt etwa 100.000 reduziert werden, teilte Verteidigungsminister Leon Panetta mit.

US-Bomben zu schwach für iranische Atomanlagen

Die Pläne seien zugleich mit einer Verlagerung der Schwerpunkte der amerikanischen Streitkräfte verbunden, sagte Panetta. Anstelle der Kriege im Irak und in Afghanistan liege der Fokus künftig verstärkt auf Herausforderungen in Asien, im Nahen Osten sowie auf Operationen im Cyberspace. Vorgesehen sei zudem eine deutliche Stärkung von Spezialeinheiten wie den Navy Seals.

Die Streitkräfte des Landes würden zu einer kleineren und beweglicheren Truppe gemacht, die schneller und besser auf Bedrohungen außerhalb der traditionellen Kriegsführung reagieren könne. Erst kürzlich war ein Team der Navy Seals bei der Rettung zweier westlicher Geiseln aus den Händen somalischer Piraten zum Einsatz gekommen.

Den Dokumenten zufolge könnte der schwimmende Stützpunkt im Persischen Golf eingesetzt werden, berichtete die "Washington Post". Im Dezember hatte Iran gedroht, den Zugang zum Persischen Golf, die Straße von Hormus, zu blockieren, durch die rund 20 Prozent des weltweit vermarkteten Öls transportiert werden. Vor wenigen Tagen verlegten die USA ihren Flugzeugträger "Abraham Lincoln" in die Region. Das Schiff lief trotz massiver Drohungen aus Iran ungehindert in den Persischen Golf ein. Der Flugzeugträger passierte die Meerenge von Hormus in Begleitung britischer und französischer Kriegsschiffe. Zusammen mit der "Carl Vinson" hat die US Navy jetzt wieder zwei Flugzeugträger dort stationiert.

Die Schlagkraft der konventionellen US-Waffen ist einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge allerdings zu gering, um das unterirdische Atomprogramm in Iran zu zerstören. Das Pentagon wolle daher eine Weiterentwicklung der Bomben, um ihre Durchschlagskraft zu erhöhen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte. Das Verteidigungsministerium habe in diesem Monat insgeheim beim Kongress die Finanzierung beantragt. Der Vorstoß sei Teil der Planung eines möglichen Angriffs auf das iranische Atomprogramm, hieß es weiter.

Der "Massive Ordnance Penetrator" genannte Bunkerbrecher sei speziell entwickelt worden, um die massiv befestigten Anlagen der iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme zu zerstören, berichtete das Blatt. Versuche hätten nun aber gezeigt, dass die Bombe einige iranische Anlagen nicht zerstören könne - weil diese sich entweder zu tief in der Erde befänden oder weil Teheran ihre Befestigungen verstärkt habe.

Die Bombe müsse vor ihrer Explosion tiefer in Stein, Beton oder Stahl eindringen, hieß es. Verteidigungsminister Panetta hatte am Donnerstag Mängel eingeräumt und die Weiterentwicklung der Bombe angekündigt. Sie werde bald imstande sein, auch die tiefsten iranischen Bunker zu zerstören, sagte Panetta.

wit/AFP/dpa

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insgesamt 148 Beiträge
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1. ....
iman.kant 28.01.2012
Zitat von sysopDie USA bereiten sich auf mögliche Konflikte mit Iran und andere Krisenherde in der arabischen Welt vor:*Das Pentagon will offenbar*ein "Mutterschiff" in den Nahen Osten entsenden. Die schwimmende Militärbasis für Spezialeinheiten könnte aucch im strategisch wichtigen Golf von Persien eingesetzt werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811934,00.html
Wir sollten den Amerikanern dankbar sein! Lieber mit einem freiheitlichen und demokratischen Land Seite an Seite zu stehen als mit Ländern wie Russland und China. Dem Iran und auch der iranischen Bevölkerung muss unverständlich klargemacht werden wo die Linie liegt. Härtere Sanktionen die auch die Bevölkerung treffen und gezielte Bombardements. Anders wacht das iranische Volk nicht auf.
2. ...
Rodri 28.01.2012
Zitat von sysopDie USA bereiten sich auf mögliche Konflikte mit Iran und andere Krisenherde in der arabischen Welt vor:*Das Pentagon will offenbar*ein "Mutterschiff" in den Nahen Osten entsenden. Die schwimmende Militärbasis für Spezialeinheiten könnte aucch im strategisch wichtigen Golf von Persien eingesetzt werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811934,00.html
Also wenn das keine Provokation der Amerikaner ist...
3. der Friedensnobellpreisträger
güti 28.01.2012
Zitat von sysopDie USA bereiten sich auf mögliche Konflikte mit Iran und andere Krisenherde in der arabischen Welt vor:*Das Pentagon will offenbar*ein "Mutterschiff" in den Nahen Osten entsenden. Die schwimmende Militärbasis für Spezialeinheiten könnte aucch im strategisch wichtigen Golf von Persien eingesetzt werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811934,00.html
Mit dem Preis kann man sich mittlerweile...naja... Die US Wirtschaft braucht mal wieder einen Krieg für den Aufschung und nebenbei werden weitere Ölreserven gesichert.
4. .
bourne 28.01.2012
Abwarten oder angreifen? Was auch immer passiert, am Ende werden es wieder alle schlecht finden. Wie immer. Das diese Entscheidung nun auch noch bei einem Friedensnobelpreisträger liegt macht die Sache irgendwie interessant.
5.
t.h.wolff 28.01.2012
Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: da wird in aller Breite über einen Bombenanschlag auf ein Land phantasiert, das den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Unglaublich. Ist es schon wieder so weit?
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Irans Atomprogramm
Streit
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen
Arak : geplanter Schwerwasserreaktor
Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
Geschichte
1974: Unter Beteiligung von Siemens beginnt bei Buschehr der Bau eines Kernkraftwerks.
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.
Sanktionen
Uno-Sanktionen: Verbot von Waffen- und Nuklearhandel, Einfrieren von Konten, Reisebeschränkungen, verhängt in Resolution 1737 (23.12.2006), Resolution 1747 (24.03.2007), Resolution 1803 (03.03.2008)

Sanktionen der USA: Vollständiger Handels- und Investitionsboykott, beruhend auf Executive Order 12959 von 1995, neue Sanktionen im Juni 2010

Sanktionen der EU: Einschränkungen für Handel und Investitionen, Einfrieren von Vermögen, Reisebeschränkungen, beruhend auf Verordnung (EG) Nr. 423/2007 des Rates (19.04.2007)

Nahost
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, das israelische "Besatzungsregime" müsse "aus den Annalen der Geschichte verschwinden".
Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
Personen
Said Dschalili , Atomunterhändler seit Oktober 2007
Yukiya Amano , Generaldirektor der IAEA
Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung
Oktober 2009: Vertreter Irans, Deutschlands und der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat kommen zu Atom-Gesprächen in Genf zusammen.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.

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