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Konflikt mit Nordkorea: Südkorea kündigt "heftige Rache" bei Provokation an

Es ist die alljährliche Drohkulisse: Nordkorea hat Seoul und die USA davor gewarnt, ihr traditionelles Militärmanöver abzuhalten. Südkorea weist die Mahnung zurück und kündigt "heftige Rache" an, sollte Pjöngjang provozieren.

Seoul - Einmal im Jahr treffen sich südkoreanische und US-Streitkräfte zum großen Manöver, jedes Jahr gibt es darüber heftige Auseinandersetzungen. Was Provokationen angeht, nehmen sich beide Konfliktparteien auch 2014 nicht viel: Die alljährlichen Militärmanöver von Südkorea und den USA müssten gestoppt werden, da sie sonst zu einer Katastrophe auf der koreanischen Halbinsel führen könnten, drohte Nordkorea. Die Regierung in Seoul wiederum kündigte an, die südkoreanische Armee werde sich "heftig rächen", sollte Pjöngjang "unter dem Vorwand dieser Routineübungen Provokationen begehen".

Nordkorea solle besser "positive Schritte" unternehmen, um den Bedenken der Weltgemeinschaft wegen seines Atomprogramms Rechnung zu tragen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstag vor Journalisten in Seoul. Die Manöver würden wie üblich durchgeführt. Den genauen Termin gab er jedoch nicht bekannt. Sollten die Nordkoreaner tatsächlich eine normale Übung als Entschuldigung für eine "militärische Aggression" nutzen, "wird unser Militär sie gnadenlos und entschieden bestrafen", sagte der Sprecher.

In einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung hatte Nordkorea zum Verzicht auf die Übungen aufgerufen. Das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas - eine Organisation der herrschenden Arbeiterpartei - hatte Südkorea und den USA "nukleare Kriegsübungen" vorgeworfen. Die innerkoreanischen Beziehungen würden in einen "unvorstellbaren Holocaust und eine Katastrophe stürzen".

Hilfsgüter für den Norden bewilligt

Einmal im Jahr findet das umstrittene Manöver des südkoreanischen Militärs gemeinsam mit der US-Armee statt - jedes Mal gehen der Aktion Drohgebärden und Warnungen voraus. Im vergangenen Jahr wurde die Übung durch Nordkoreas dritten Atomtest im Februar überschattet. Nach dem Test verhängte neue Uno-Sanktionen führten zu monatelangen Spannungen. Damals drohte die Lage zu eskalieren, als die Regierung in Pjöngjang mit einem Angriff auf die USA, Japan und Südkorea drohte.

Südkorea befindet sich mit dem kommunistischen Nordkorea formal im Kriegszustand, weil nach dem Korea-Krieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Obwohl sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern wegen abgesagter Familienzusammenführungen zuletzt weiter verschlechtert hatten, hatte die südkoreanische Regierung noch am Mittwoch Hilfsgüter im Wert von 300.000 Euro für den Norden zugesagt.

vek/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. wer da wen
phyrgisch 16.01.2014
provoziert und wer darauf reagiert ist doch offensichtlich, oder?
2.
Thom-d 16.01.2014
Zitat von sysopEs ist die alljährliche Drohkulisse: Nordkorea hat Seoul und die USA davor gewarnt, das traditionelle Militärmanöver abzuhalten. Südkorea weist diese Mahnung zurück und kündigt "heftige Rache" an, sollte Pjöngjang provozieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/konflikt-mit-nordkorea-suedkorea-kuendigt-heftige-rache-bei-provokation-an-a-943835.html
Jedes Jahr provozieren Südkorea und USA aufs Neue Nordkorea mit Militärmanövern und wie zufällig dringt dann ein Kriegsschiff oder ein Kampfflugzeug in nordkoreanisches Hoheitsgebiet ein und wenn Nordkorea dagegen protestiert, wird dann Nordkorea Agression vorgworfen. Jedes jahr desselbe Spielchen der sich ach so unschuldig gebenden USA und Südkorea
3.
Hermes75 16.01.2014
Zitat von phyrgischprovoziert und wer darauf reagiert ist doch offensichtlich, oder?
Völlig klar. Der Süden sollte umgehend aufhören Nordkorea mit Hilfslieferungen zu provozieren. Am Ende müssen die Nordkoreaner noch mit Atomwaffen drohen um nicht weiter mit Nahrungsmitteln belästigt zu werden. Moppelchen möchte doch nur, dass sein Volk nicht auch so schwer zu tragen hat wie er selbst :-)
4. sommer 1914 -
ambulans 16.01.2014
die unbedachte teil-mobilmachung des (russischen) zarenreichs hat - damals - den ausbruch des von den meisten eigentlich gar nicht erwünschten 1. weltkriegs beschleunigt (wilhelm II.), wenn nicht gar ausgelöst. seoul sollte sich hüten, weiter mit dem feuer zu spielen; es reicht schon, dass es tokio ziemlich weit treibt. ob die USA wirklich bereit stehen (können und wollen) im fall aller fälle - darauf sollte man nicht allzu hoch wetten ...
5. Rache
rigo-de-hain 16.01.2014
ist in einer zivilisierten Gesellschaft nicht gern gesehen.
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