Washington - Es gab Hummer und Apple Pie, einen festlichen Empfang und lukrative Geschäfte: Beim Staatsbesuch in Washington dürfte sich Chinas Präsident Hu Jintao - bis auf eine unangenehme Pressekonferenz - wohl gefühlt haben. Dass US-Präsident Barack Obama aber durchaus deutliche Worte gegenüber Hu findet, enthüllt nun ein Bericht der "New York Times".
Um China zu einer härteren Haltung gegenüber Nordkorea zu bewegen, hat Obama demnach Druck auf Hu ausgeübt: Er habe eine mögliche Verstärkung der US-Truppen in Asien angedeutet. Die Vereinigten Staaten wollten sich so vor einem möglichen Militärschlag Nordkoreas wappnen, berichtet die Zeitung.
Obama habe die Warnung zunächst in einem Telefonat mit Hu im vergangenen Monat ausgesprochen und nun bei einem privaten Abendessen während Hus Staatsbesuch bekräftigt.
Dies habe China offensichtlich dazu bewogen, einen härteren Kurs gegenüber Pjöngjang zu fahren, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Regierungsvertreter. Die an den chinesischen Präsidenten gerichtete Warnung habe "den Weg für eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nord- und Südkorea freigemacht", schreibt die Zeitung.
Die beiden koreanischen Staaten hatten am Donnerstag nach monatelangen Spannungen ihren Willen zu direkten Verhandlungen über militärische Fragen bekundet. Der Süden machte dem Norden jedoch zur Bedingung, die Verantwortung für zwei bewaffnete Angriffe im vergangenen Jahr zu übernehmen.
Das Verhältnis zwischen Seoul und Pjöngjang ist seit März 2010 wegen eines Torpedoangriffs auf ein südkoreanisches Marineschiff belastet, bei dem 46 Südkoreaner starben. Ende November griff Nordkorea zudem die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Artilleriegeschossen an und tötete vier Südkoreaner.
US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte in der vergangenen Woche erklärt, Nordkorea könnte zu einer direkten Bedrohung der USA werden und innerhalb der kommenden fünf Jahre Interkontinental-Raketen entwickeln. Die USA haben in Südkorea knapp 30.000 Soldaten stationiert.
kgp/AFP/Reuters
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