Konflikt mit Syrien: Nato verlegt "Patriot"-Raketen in die Türkei
Die Nato unterstützt die Türkei beim Schutz gegen mögliche Angriffe aus Syrien. Die Allianz schickt "Patriot"-Raketen. Das haben die Außenminister des Militärbündnisses jetzt beschlossen.
Abschuss eines "Patriot"-Lenkflugkörpers der Bundeswehr (Archivbild): Hilfe für die Türkei
Brüssel - Schon in Kürze sollen "Patriot"-Raketen der Nato an die türkisch-syrische Grenze verlegt werden. Das haben die Außenminister des Militärbündnisses jetzt in Brüssel entschieden. Am Dienstagabend gab die Nato offiziell grünes Licht für die Stationierung von Raketenabwehrsystemen. Das Bündnis reagierte damit auf eine Bitte der Türkei, die sich nach eigener Darstellung gegen mögliche Angriffe aus Syrien schützen will.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen stellte am Dienstag klar, dass die Abwehrbatterien in der Türkei nur zur Bekämpfung von anfliegenden Raketen eingesetzt werden sollen. Es gehe um eine reine Verteidigungsmission, nicht um die Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien, sagte Rasmussen der türkischen Zeitung "Hürriyet". Die "Patriot"-Systeme für den Einsatz in der Türkei würden so ausgelegt, dass sie nur Raketen bekämpfen könnten, aber keine Kampfflugzeuge, sagte Rasmussen laut "Hürriyet". Der Einsatz sei als Abschreckung gedacht.
Zuletzt hatte ein Team aus Experten in der Region nach geeigneten Standorten für die Raketenbatterien gesucht. Die Systeme sollen von einem Nato-Luftwaffenkommando in Ramstein in Rheinland-Pfalz gelenkt werden.
Nur Deutschland, die Niederlande und die USA verfügen über das modernste "Patriot"-System. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat bereits erklärt, dass Deutschland zur Entsendung der Raketen bereit sei. Der Bundestag soll noch in diesem Monat über den damit verbundenen Einsatz deutscher Soldaten entscheiden.
Die Türkei hatte die Stationierung Ende November als Schutzmaßnahme gegen mögliche Angriffe aus Syrien beantragt. Ankara verlangt aber auch seit Monaten die Einrichtung einer Flugverbotszone über dem Norden des Nachbarlandes Syrien. Dazu wäre nach Auffassung der Nato jedoch ein Mandat der Vereinten Nationen nötig.
Wegen des syrischen Bürgerkrieges waren auch auf türkischer Seite der rund 900 Kilometer langen Grenze Granaten eingeschlagen, die allerdings auch die "Patriots" nicht abfangen könnten. Auf den erneuten Beschuss aus Syrien reagierte die Türkei am Montag mit der Entsendung von Kampfflugzeugen an die gemeinsame Grenze.
Eine Staffel von "Patriot"-Abfangraketen besteht aus acht Spezialfahrzeugen. Auf jedem dieser Fahrzeuge werden acht Raketen zum Abschuss bereitgehalten. Für den Betrieb einer "Patriot"-Batterie werden etwa 85 Soldaten benötigt.
hen/Reuters/dpa
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