Konflikt mit USA Iran kündigt Raketentest im Persischen Golf an

Iran schaltet im Konflikt um die Meerenge von Hormus auf die nächste Eskalationsstufe: Das Regime will Raketen im Persischen Golf testen. Die Zündung sei Teil des Manövers im Seegebiet - kann aber als klare Provokation des Erzfeindes USA verstanden werden.

AFP/ ISNA

Teheran - Der ohnehin schon eisige diplomatische Ton zwischen Iran und den USA dürfte sich durch diese Ankündigung noch einmal abkühlen. Nach der Drohung, Öltransporte im Persischen Golf zu blockieren, hat Teheran nun Manöver mit Raketen in dem strategisch wichtigen Seegebiet angekündigt. "Samstagmorgen wird die iranische Marine einige ihrer Langstreckenraketen im Persischen Golf testen", sagte der stellvertretende Befehlshaber der Marine, Admiral Mahmud Mussawi, der Nachrichtenagentur Fars.

Die Tests gehörten zu dem großangelegten Manöver der iranischen Streitkräfte in dem Seegebiet. Sie hatten am vergangenen Wochenende begonnen. Ziel sei es, die Marine auf eine kriegsähnliche Situation vorzubereiten, sagte Mussawi. Iran spricht von Langstreckenraketen, obwohl deren Reichweite 2000 Kilometer nicht überschreiten soll. Laut Definition sind das aber nur Mittelstreckenraketen. Die Iraner können damit allerdings die wichtigen US-Stützpunkte in der Golf-Region und in Afghanistan bedrohen. Welchen Typs die Flugkörper sein sollen, wurde nicht bekannt.

Durch die Straße von Hormus befördern Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls - unter anderem nach Westeuropa und in die USA.

Trotz deutlicher Warnungen aus den USA droht Iran weiterhin mit einer Blockade von Öltransporten im Persischen Golf. Damit wolle man auf die immer härteren Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms reagieren, hieß es aus Teheran. Die Vereinigten Staaten seien nicht in der Position, dem Land vorzuschreiben, was es zu tun oder zu lassen habe, sagte der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, General Hossein Salami. Die USA verschärften daraufhin den Ton. Eine Behinderung des freien Seeverkehrs werde nicht toleriert, erklärte die US-Marine.

Flugzeugträger im Krisengebiet entdeckt

Bereits am Donnerstag hatte sich der Konflikt verschärft, als die iranische Marine einen US-Flugzeugträger in dem Gebiet entdeckt hatte. Ein Aufklärungsflugzeug habe das Schiff in der Zone entdeckt, in der die iranische Marine am Samstag mit einem zehntägigen Manöver begonnen habe, sagte Admiral Mahmud Mussawi der iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge am Donnerstag.

Die Marine habe Fotos und Filme des Flugzeugträgers gemacht und dabei Raketen, Radargeräte und Flugzeuge an Bord aufgenommen. Mussawi riet laut der Website des Staatsfernsehens ausländischen Streitkräften von außerhalb der Region, Irans "Warnungen ernst zu nehmen" und nicht in das Manövergebiet einzudringen.

Das Pentagon in Washington hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der US-Flugzeugträger "USS John Stennis" und der Lenkwaffenkreuzer "USS Mobile Bay" die Straße von Hormus in Richtung des Arabischen Meers passiert hätten. Pentagon-Sprecher George Little zufolge handelte es sich dabei um ein im Vorfeld geplantes Manöver, um die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen.

jok/dpa

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franko_pizza 30.12.2011
1. Re
Zitat von sysopIran schaltet im Konflikt um die Meerenge von Hormus auf die nächste Eskalationsstufe: Das Regime will laut eigenen Angaben Langsteckenraketen im Persischen Golf testen. Die Zündung*sei*Teil des Manövers im Seegebiet- kann aber als klare Provokation des Erzfeindes USA verstanden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806359,00.html
Es geht hier um Land-Sea oder Sea-Sea Antischiffs raketen. die Fliegen 200-300Km aber nicht 2000km warum soll ein Schiff ein Boden-Boden Raketen schiessen.
SPOliver 30.12.2011
2.
Zitat von sysopIran schaltet im Konflikt um die Meerenge von Hormus auf die nächste Eskalationsstufe: Das Regime will laut eigenen Angaben Langsteckenraketen im Persischen Golf testen. Die Zündung*sei*Teil des Manövers im Seegebiet- kann aber als klare Provokation des Erzfeindes USA verstanden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806359,00.html
Ich hoffe und wünsche den USA diesmal, einen diplomatischeren Weg einzuschlagen als mal wieder in die Konfrontation zu gehen ... Barack ist sowieso grad auf Hawaii, vielleicht nimmt er da etwas "Hang loose Feeling " mit.
zakalwe. 30.12.2011
3. Tanz auf dem Vulkan
Die religiös verwirrten Mullahs in Teheran scheinen ja nun endgültig durchzudrehen. Nicht auszudenken was erst passiert, wenn es die iranische Atombombe gibt. Da kann sich niemand mehr seines Lebens sicher sein. Der Westen sollte sich zusammentun und die Sache ein für alle Mal beenden. Bei Oberst Ghaddafi hat es auch gut geklappt, beim den Mullahs wird es das sicher auch.
mauimeyer 30.12.2011
4. Tests im eigenen Land
Zitat von sysopIran schaltet im Konflikt um die Meerenge von Hormus auf die nächste Eskalationsstufe: Das Regime will laut eigenen Angaben Langsteckenraketen im Persischen Golf testen. Die Zündung*sei*Teil des Manövers im Seegebiet- kann aber als klare Provokation des Erzfeindes USA verstanden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806359,00.html
Im eigenen Land können die ja machen, was sie wollen! Aber ich warte auf den "Mut" bzw auf die Dummheit der Iraner sich auf dem Wasser "quer zu stellen". Wenn die Amis dann ihre absolut überlegene Marine einsetzen, dann werden die Mullahs nur noch aufjaulen. Das ist dann mal endlich kein asymmetrischer Krieg. Und ich wette, daß bei einem Ölpreis von 180 $/Barrel, die meisten Foristen hier sich dieses Scenario herbeisehnen!
josian 30.12.2011
5.
Zitat von sysopIran schaltet im Konflikt um die Meerenge von Hormus auf die nächste Eskalationsstufe: Das Regime will laut eigenen Angaben Langsteckenraketen im Persischen Golf testen. Die Zündung*sei*Teil des Manövers im Seegebiet- kann aber als klare Provokation des Erzfeindes USA verstanden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806359,00.html
Das Vorspiel zum 3 Weltkrieg !
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