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Konfliktbarometer 2013: Naher Osten wird zum dauerhaften Kriegsschauplatz

Krieg in Zentralafrika: Konfliktforscher sind besorgt Zur Großansicht
AFP

Krieg in Zentralafrika: Konfliktforscher sind besorgt

Nie gab es seit 1945 mehr Kriege als im vergangenen Jahr - doch keiner fand zwischen zwei Ländern statt. Laut Institut für Internationale Konfliktforschung nehmen innerstaatliche Kämpfe massiv zu, vor allem in Afrika und im Nahen Osten.

Heidelberg - Die Zahl der Kriege in der Welt ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Im vergangenen Jahr zählten die Wissenschaftler vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) weltweit 20 Kriege - seit dem Zweiten Weltkrieg war die Zahl nur 2011 genau so hoch. Diese Zahlen gehen aus dem Konfliktbarometer 2013 hervor, den das HIIK an diesem Dienstag vorgestellt hat.

"Wir blicken mit großer Sorge auf diese stetig hohe Anzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen", erklärten die Heidelberger Wissenschaftler Simon Ellerbrock und Peter Hachemer. All diese Konflikte haben gemeinsam, dass sie nicht zwischen zwei Staaten stattfinden. Stattdessen stehen sich innerstaatliche Konfliktparteien gegenüber.

Besonders dramatisch ist die Lage im Nahen und Mittleren Osten sowie im Afrika südlich der Sahara. Dort zählten die Konfliktforscher im vergangenen Jahr elf Kriege - fünf davon tobten allein im Sudan und im Südsudan. Daneben registrierte das HIIK Kriege in der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, in Mali, Nigeria und Somalia.

Sorgenvoller Blick nach Ostasien

"Der enorme Anstieg in der Zahl der hochgewaltsamen Konflikte in der Region ist zu Teilen auch auf eine sich stetig verbessernde Quellenlage zurückzuführen", gab HIIK-Forscher Ellerbrock zu bedenken. Grundlage des Krisenbarometers sind die Berichte von mehr als 120 meist freiwilligen Konfliktbeobachtern, die ständig Presseberichte und Datenbanken auswerten.

Neu auf dem Konfliktbarometer ist der Machtkampf in Ägypten: Nach Einschätzung des HIIK, "erreichten die Auseinandersetzungen zwischen der neuen ägyptischen Regierung und den Muslimbrüdern kriegerische Ausmaße".

Außerhalb von Afrika und dem Nahen Osten blicken die Konfliktforscher mit besonderer Sorge auf Mexiko: Dort hielt die Gewalt zwischen dem Staat und den Drogenkartellen weiter an. Im Südwesten des Landes formierten sich zudem Hunderte von bewaffneten Selbstverteidigungsgruppen, die den Kampf gegen Staat und Kartelle aufnahmen.

"Darüber hinaus weisen insbesondere zwischenstaatliche Krisen unterhalb der Gewaltschwelle großes Eskalationspotential auf", erklärte HIIK-Vorstand Peter Hachemer mit Blick auf das laufende Jahr. Für besonders besorgniserregend halten die Forscher den Konflikt zwischen Japan und China um die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer.

syd

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insgesamt 9 Beiträge
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1. frei nach Marx,
RudiLeuchtenbrink 25.02.2014
http://www.spiegel.de/politik/ausland/konfliktbarometer-2013-20-kriege-weltweit-11-in-afrika-6-in-nahost-a-955389.html[/QUOTE] führt ein kontinuierliches Ansteigen von Quantitäten im Resultat zu einer neuen Qualität. Das heisst eine neue Weltordnung ist im Entstehen in der die alten Eliten nicht mehr wie bisher regieren können und die neuen Eliten nicht mehr so weiterexistieren wollen. Deutschland zum Glück, scheint seit dem 30 jährigen Krieg nicht mehr im Mittelpunkt des Weltgeschehens zu stehen.
2. Nicht jetzt,
bucko 25.02.2014
aber in ca. 5 Jahren schätze ich, dass China den Zugriff auf die Senkaku-Inseln wagen wird. Z.Z. ist die Umstrukturierung der Wirtschaft wichtiger. Das einzige, was es beschleunigen könnte, wäre meiner Ansicht nach eine Zunahme der innenpolitischen Unzufriedenheit, so dass sich die Regierenden genötigt sähen, eine kriegerische Auseinandersetzung zu führen, um von jenen abzulenken...
3.
arft 25.02.2014
Es ist der blanke Wahnsinn, dass der blutigste Konflikt in Syrien mit keiner einzigen Silbe bedacht wird. Liegt nach drei Jahren und mehr als 100.000 Toten wohl nicht mehr im öffentlichen Interesse.
4. Ich gehe davon aus ...
auweia 25.02.2014
Zitat von RudiLeuchtenbrinkhttp://www.spiegel.de/politik/ausland/konfliktbarometer-2013-20-kriege-weltweit-11-in-afrika-6-in-nahost-a-955389.html[/QUOTE] führt ein kontinuierliches Ansteigen von Quantitäten im Resultat zu einer neuen Qualität. Das heisst eine neue Weltordnung ist im Entstehen in der die alten Eliten nicht mehr wie bisher regieren können und die neuen Eliten nicht mehr so weiterexistieren wollen. Deutschland zum Glück, scheint seit dem 30 jährigen Krieg nicht mehr im Mittelpunkt des Weltgeschehens zu stehen.
führt ein kontinuierliches Ansteigen von Quantitäten im Resultat zu einer neuen Qualität. Das heisst eine neue Weltordnung ist im Entstehen in der die alten Eliten nicht mehr wie bisher regieren können und die neuen Eliten nicht mehr so weiterexistieren wollen. Deutschland zum Glück, scheint seit dem 30 jährigen Krieg nicht mehr im Mittelpunkt des Weltgeschehens zu stehen.[/QUOTE] ... dass Sie den 30-jährigen Krieg am Anfang des 20. Jahrhunderts meinen. Ansonsten müsste ich vermuten, das in Ihrem Geschichtsbuch einige Seiten fehlen....
5. Krieg ist Geschaeft
expat62 25.02.2014
...insbesonderer fuer Laender mit entsprechender Industrie und gleichzeitigen Wirtschaftsproblemen.
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