Ethnischer Konflikt Mehr als 40 Tote im Kongo

Drei Bürgerkriege haben ethnische Gruppen im Kongo in der Vergangenheit geführt. Im Osten des Landes kam es nun erneut zu Kämpfen zwischen den Lendu und den Hema. Dutzende Menschen starben.

Flüchtlingslager in Bunia, Ost-Kongo (Symbolbild)
AFP

Flüchtlingslager in Bunia, Ost-Kongo (Symbolbild)


Bei ethnisch motivierten Kämpfen sind im Ost-Kongo über 40 Menschen getötet worden. Mehrere Dutzend Menschen wurden zudem verletzt, als in der Provinz Ituri Kämpfe zwischen Angehörigen der Volksgruppen der Lendu und der Hema ausbrachen, berichten humanitäre Helfer.

"Wir konnten erst am Morgen die Toten zählen, sahen verbrannte und verstümmelte Leichen", sagte Jean Bosco, Leiter der regionalen Bürgergruppen. Regierungsvertreter und Angehörige der Uno-Friedenstruppen waren auf dem Weg in die Region.

Spannungen zwischen den Lendu und Hema waren im zweiten Kongokrieg, zwischen 1998 und 2003, besonders dominant. Damals starben Tausende Menschen während der Kämpfe der beiden Gruppen. In den vergangenen Monaten haben Konflikte über Landbesitz zu einem erneuten Aufflammen der Gewalt geführt.

Zuvor war bekannt geworden, dass bei Angriffen einer Rebellengruppe auf Dörfer im Ost-Kongo innerhalb weniger Tage mindestens 27 Menschen getötet wurden. Kämpfer von der Volksgruppe der Hutu hätten im Gebiet Rutshuru in der Provinz Nord-Kivu seit Sonntag mehrere Dörfer angegriffen, erklärte ein ranghoher Beamter der Provinzverwaltung.

Auch diese Kämpfe der aus Ruanda stammenden Hutu-Rebellengruppe waren dem Vernehmen nach ethnisch motiviert. In den Unruheprovinzen Nord- und Süd-Kivu im Osten des ressourcenreichen Kongos sind zahlreiche Milizen und Rebellengruppen aktiv.

Teils haben die Kämpfe ethnische Hintergründe, oft geht es aber vor allem um die Kontrolle von Land oder Bodenschätzen wie zum Beispiel Gold, Koltan oder Diamanten.

ans/dpa/Reuters



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