Angst vor katholischen Bürgerrechtlern Kongo sperrt Internet und SMS-Versand

Katholische Aktivisten wollen gegen Kongos Präsidenten Kabila demonstrieren, dessen Amtszeit eigentlich schon 2016 abgelaufen war. Das Regime wehrt sich.

Katholische Bischöfe im Kongo (Archiv)
REUTERS

Katholische Bischöfe im Kongo (Archiv)


Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat vor geplanten Protesten gegen Präsident Joseph Kabila eine landesweite Sperrung des Internets und der SMS-Dienste verfügt. Dies geschehe aus Gründen der nationalen Sicherheit, sagte Telekommunikationsminister Emery Okundji. Ziel sei der Schutz der Bevölkerung, so die Regierung.

Für Sonntag haben katholische Bürgerrechtler zu Demonstrationen gegen Kabila aufgerufen. Bei ähnlichen Protesten im vergangenen Jahr waren Dutzende Demonstranten durch die Sicherheitskräfte getötet worden.

Im Kongo regiert Präsident Joseph Kabila seit Dezember ohne Mandat des Volkes, seine Zeit als Staatschef ist nach zwei Amtszeiten abgelaufen. Vermittler der katholischen Kirche hatten sich Ende März aus den Verhandlungen zwischen Kabilas Anhängern und der Opposition zurückgezogen.

Auch die von Dezember 2016 auf Ende 2017 verschobene Wahl wird es wohl nicht geben: Der Chef der Wahlkommission hatte Anfang Juli erklärt, Wahlen könne sich das Land finanziell nicht leisten - und die Unruhen in Kasai stünden einer Durchführung zusätzlich entgegen. Zuletzt war die Rede von einem Wahltermin im Dezember 2018.

beb/Reuters



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