Kongo-Wahl Kabila liegt vor Bemba

In etwa zehn Tagen wird mit dem Ergebnis der Präsidentschafts- und Parlamentswahl im Kongo von vor zwei Wochen gerechnet. Bisher sind lediglich 1,6 Millionen Stimmen ausgezählt. Demnach liegt Amtsinhaber Kabila vor dem ehemaligen Rebellenchef Bemba.


Kinshasa - Wahlberechtigt waren 25 Millionen Kongolesen – ausgezählt sind knapp zwei Wochen nach der Wahl rund 1,6 Millionen Stimmen. Ersten Ergebnissen zufolge liegt Joseph Kabila mit 46 Prozent vor Jean-Pierre Bemba mit 24 Prozent. Insgesamt gab es 32 Kandidaten für das Präsidentenamt. Angesichts der geringen Zahl ausgezählter Stimmen warnten Experten aber vor einer zu frühen Festlegung auf einen Trend. "Wir sollten keine Hochrechnungen machen, bevor nicht 30 oder 40 Prozent der Stimmen ausgezählt sind", sagte etwa ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen (Uno).

Präsidentschaftskandidat Bemba: Derzeit auf Platz zwei
DPA

Präsidentschaftskandidat Bemba: Derzeit auf Platz zwei

Mit Spannung wird aber bereits verfolgt, ob Kabila schon im ersten Wahlgang auf über 50 Prozent und damit um eine Stichwahl herum kommt. "Es wird so oder so knapp werden", sagte ein westlicher Diplomat. In dem zentralafrikanischen Land war Ende Juli erstmals seit 40 Jahren der Präsident und das Parlament frei gewählt worden.

Die Behörden erwarten, dass um den 20. August herum vorläufige Ergebnisse präsentiert werden können. Tausende Friedenssoldaten der Uno und der Europäischen Union (EU) waren bei der Wahl im Einsatz, darunter auch Soldaten der Bundeswehr.

Schon kurz nach der Wahl war Kritik an der Auszählung der Stimmen laut geworden. Internationale Beobachter bemängelten, die 62 Zentren zur Erfassung der Ergebnisse seien zu schlecht organisiert und dies könne der Bevölkerung eine Vorlage für Mutmaßungen über Wahlbetrug geben. Daher war die Sorge gestiegen, die weitgehend friedlich und fair abgelaufenen Wahlen könnten am Ende doch noch politische Unruhen nach sich ziehen.

Bemba hatte bereits kurz nach der Wahl erklärt, er liege bei der teils chaotischen Auszählung der Stimmen in Führung. Favorit ist jedoch Kabila.

asc/Reuters



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