Griechenland-Umfrage: Konservative und radikale Linke in Führung

Sparen oder weitermachen wie bisher? Rund drei Wochen vor den Wahlen liegen in Griechenland die konservativen Euro-Befürworter und die radikalen Linken als Gegner vorne.

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Antonis Samaras: Griechenlands neuer Regierungschef?

Athen - Kopf-an-Kopf-Rennen in Griechenland: Die konservative Nea Dimokratia (ND) und Syriza, das Bündnis der radikalen Linken, liegen laut einer neuen Umfrage knapp drei Wochen vor der Neuwahl nahezu gleichauf in Führung.

Die sparwillige ND kann nach der Erhebung des Instituts GPO mit 23,4 Prozent der Stimmen rechnen. Zweitstärkste Kraft würden demnach die Spargegner von Syriza mit 22,1 Prozent. Dahinter rangiert die sozialistische Pasok mit 13,5 Prozent. Pasok steht wie Neue Demokratie hinter den Reformauflagen der internationalen Geldgeber, die die drohende Pleite des Mittelmeerlandes abwenden sollen.

Keine Partei hat damit die Chance auf eine Alleinregierung. Die Pasok könnte aber den Konservativen zur Mehrheit im Parlament verhelfen.

Die Neuwahl am 17. Juni ist nötig geworden, weil nach der ersten Abstimmung eine Regierungsbildung scheiterte. Am 6. Mai hatten die Lager der Befürworter und der Gegner des Sparkurses etwa gleich viele Stimmen erhalten. Die neu angesetzte Wahl dürfte über Griechenlands Verbleib in der Euro-Zone entscheiden: Sollten die Gegner der Einsparungen den Sieg davontragen, gilt ein Austritt als wahrscheinlich.

Die Mehrheit der Befragten (56,6 Prozent) glaubt, dass die Konservativen von der ND die Wahl gewinnen werden. Nur 33,6 Prozent sind der Ansicht, die Radikallinken hätten ein Chance dazu. Mehr als 80 Prozent wollen, dass Griechenland "um jeden Preis" im Euroland bleibt.

47 Prozent der Befragten machen für das Scheitern der Koalitionsverhandlungen Syriza-Chef Alexis Tsipras verantwortlich. Am besten geeignet, das Land zu führen, ist nach Ansicht von 22 Prozent der Befragten der Chef der Konservativen, Antonis Samaras. 19,1 Prozent halten den Sozialisten Evangelos Venizelos für besser. Tsipras genießt das Vertrauen von 19,1 Prozent der Bürger.

als/Reuters/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. kein Titel!
friedrich_eckard 30.05.2012
Ach, Kinnersch: nun lasst doch mal den Blödsinn! Ich weiss ja nicht, wieviele Institute da ihr fragwürdiges Gewerbe betreiben, aber in kürzesten Zeitabständen bekommt man ständig andere Zahlen serviert, und es ist nicht einmal eine einheitliche Tendenz erkennbar. Wenn richtig ist, was ich gelesen habe: dass nämlich bei solchen Umfragen selbst bei methodisch sauberem Vorgehen mit einer Fehlerquote von +/- 2-2,5% zu rechnen ist, dann ist eine Umfrage, die auf Zehntel% genaue Zahlen angibt, ipso facto unseriös und wirklich keine geeignete Diskussionsgrundlage.
2. Die ND fordert ebenfalls ein Moratorium
muster.schieber 30.05.2012
SpON ist nicht mehr so ganz auf Höhe der Zeit. Der Chef der rechten ND fordert seit Tagen in der griechischen Presse ebenfalls ein Moratorium der Rückzahlungen. Nur dadurch gelang es in der letzten Tagen seiner Partei einige Prozentpunkte zuzulegen. Natürlich würde die ND nach der Wahl wieder von der Forderung abrücken. Aber das würde SYRIZA vermutlich auch tun, wenn die Troika ein wenig Zückerchen bieten würde. Das Schicksal des Landes wird aber sowieso nicht im Parlament entschieden werden sondern durch Absturz, Verarmung und Bank-Run und dem Beben, das hierdurch weit über Griechenland hinaus ausgelöst werden wird.
3. warum hab ich nur dieses komische ..........
ottohuebner 30.05.2012
Zitat von muster.schieberSpON ist nicht mehr so ganz auf Höhe der Zeit. Der Chef der rechten ND fordert seit Tagen in der griechischen Presse ebenfalls ein Moratorium der Rückzahlungen. Nur dadurch gelang es in der letzten Tagen seiner Partei einige Prozentpunkte zuzulegen. Natürlich würde die ND nach der Wahl wieder von der Forderung abrücken. Aber das würde SYRIZA vermutlich auch tun, wenn die Troika ein wenig Zückerchen bieten würde. Das Schicksal des Landes wird aber sowieso nicht im Parlament entschieden werden sondern durch Absturz, Verarmung und Bank-Run und dem Beben, das hierdurch weit über Griechenland hinaus ausgelöst werden wird.
warum hab ich nur dieses komische gefuehl das sich die griechen hier wieder einmal auf irgendeine trickreiche tour rausschlaengeln. hat es denn immer noch keiner begriffen ? die griechen sind nie solide partner gewesen und werden es nie sein. das entspricht nicht dem griechischen charakter. griechenland muss den euro und die eu verlassen.
4. Sparwillig?
sahospiegel 30.05.2012
@muster.schieber Sie müssen schon richtig hinsehen. SPON hat ja gar nicht geschreiben, dass Herr Samaras rückzahlungswillig wäre. Nur halt sparwillig. Auch das ist aber angesichts des historischen Handelns der ND ein Witz! SPON ist in dem gleichen Dilemma wie unsere Politiker auch. Sie müssen immer wieder in den gleichen Stereotypen denken und berichten. Unsinn kann auch erheitern, dieser langweilt nur.
5. Was ist denn
cobdet 30.05.2012
Zitat von ottohuebnerwarum hab ich nur dieses komische gefuehl das sich die griechen hier wieder einmal auf irgendeine trickreiche tour rausschlaengeln. hat es denn immer noch keiner begriffen ? die griechen sind nie solide partner gewesen und werden es nie sein. das entspricht nicht dem griechischen charakter. griechenland muss den euro und die eu verlassen.
ihrer Meinung nach der griechische Charakter ? Kennen sie überhaupt einen Griechen oder quatschen sie nur den Blödsinn nach den ihnen unsere Politiker vorkauen damit niemand nach ihren Fehlern schaut ?
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