Kopenhagen Mutmaßlicher Attentäter von Polizei erschossen

Die beiden Anschläge in Kopenhagen hat offenbar ein einzelner Täter verübt. Die Polizei glaubt, ihn bei einem Einsatz erschossen zu haben. Nach Behördenangaben gibt es keine Hinweise auf weitere Verdächtige.

Fahndungsfoto: Mutmaßlicher Attentäter erschossen
REUTERS

Fahndungsfoto: Mutmaßlicher Attentäter erschossen


Kopenhagen - Hinter den beiden Anschlägen mit zwei Toten in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen steckte offenbar dieselbe Person. Das gab die Polizei auf einer Pressekonferenz am Sonntagmorgen bekannt. Der mutmaßliche Attentäter soll von den Einsatzkräften getötet worden sein. Bislang gebe es keine Hinweise auf weitere Verdächtige.

Am Samstag hatte ein vermummter Mann auf Teilnehmer einer Veranstaltung zu Meinungsfreiheit und Gotteslästerung mit dem schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks gefeuert und einen Mann getötet sowie drei Polizisten verletzt. In der Nacht fielen dann Schüsse vor einer Synagoge in der Hauptstadt, wobei ein junger Mann getötet und zwei Polizisten verletzt wurden.

Den Ermittlungen zufolge war der Mann nach dem Angriff auf die Diskussionsveranstaltung zunächst in einem Auto geflohen. Als die Beamten den Verdächtigen am frühen Sonntagmorgen vor einem von ihnen observierten Haus in der Nähe des Bahnhofs Nørreport ansprachen, habe der Mann das Feuer eröffnet, berichtet die Polizei. Daraufhin hätten die Beamten zurückgeschossen und ihn getötet.

Fotostrecke

17  Bilder
Mutmaßlicher Doppel-Anschlag: Kopenhagen unter Schock

Opfer bei Synagoge war offenbar jüdischer Wachmann

Bei dem Opfer, das bei der Veranstaltung zu Meinungsfreiheit erschossen wurde, handelt es sich um einen 55 Jahre alten Mann. Die Polizei geht davon aus, dass Karikaturist Vilks Ziel des Anschlags war. Der 68-Jährige hatte bereits früher Todesdrohungen erhalten, nachdem eine Zeichnung von ihm veröffentlicht worden war, die den Propheten Mohammed als Hund darstellt. Auch Vilks selbst sagte in einem Interview, dass er glaube, das Ziel gewesen zu sein.

Das zweite Opfer, das in der Nacht vor einer Synagoge in Kopenhagen erschossen wurde, ist nach Angaben aus der jüdischen Gemeinde ein junger Wachmann jüdischen Glaubens. Er hatte die Menschen kontrolliert, die in die Synagoge zur Feier einer Bat Mizwa kamen.

Nach Angaben des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Dan Rosenberg Asmussen, war es dem Angreifer nicht gelungen, in das Gebäude vorzudringen, wo etwa 80 Menschen versammelt waren. Laut Asmussen hatte die jüdische Gemeinde die Sicherheitsvorkehrungen nach den Terroranschlägen in Paris Anfang Januar verstärkt.

bka/dpa/Reuters/AFP/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.